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HydroMapper digitalisiert Infrastruktur in 3D

(03.09.2026) HydroMapper verbindet patentierte Vermessungstechnologien mit der cloudbasierten Plattform InfraCloud. Damit sollen Bauwerke wie Kaimauern, Brücken, Hafen- und Verkehrsanlagen sowie Industrie- und Sonderbauwerke dreidimensional erfasst und über ihren Lebenszyklus dokumentiert werden können.

HydroMapper im Einsatz in Berlin. (Bild: HydroMapper) 

3D-Daten als Grundlage für Infrastrukturentscheidungen

Infrastrukturdaten liegen häufig verteilt, unvollständig oder in unterschiedlichen Formaten vor. InfraCloud führt 3D-Modelle, Zustands- und Schadensdaten, Pläne, Fotos und Monitoringdaten in einer gemeinsamen Arbeitsumgebung zusammen. Schäden, Messpunkte und Anmerkungen können direkt am digitalen Bauwerksmodell verortet werden.

Karsten Holste, CEO von HydroMapper: „HydroMapper ist aus einer Lücke entstanden, die wir in der täglichen Ingenieurpraxis immer wieder gesehen haben: Das größte Problem war immer eine unvollständige oder veraltete Datengrundlage – besonders unter Wasser, wo kosten- und sicherheitsrelevante Bauteile liegen. Unser Ziel war deshalb, Annahmen durch belastbare, aktuelle Messdaten zu ersetzen. Wir erfassen Bauwerke mit Hydromapper durchgängig und präzise über und unter Wasser und machen die Daten mit InfraCloud so nutzbar, dass daraus konkrete, faktenbasierte Entscheidungen für Betrieb, Prüfung und Sanierung entstehen.”

Mehr als 100 Projekte umgesetzt

Nach Unternehmensangaben wurde die Technologie bereits in mehr als 100 Projekten eingesetzt. Dabei konnten unter anderem mehr als 300 km Uferwand vermessen werden. In Berlin wurden rund 45 km Uferanlagen digital erfasst.

Bei einer rund 815 m langen Hafenkaje in einem norddeutschen Seehafen ergab die Vermessung eine tatsächliche Auslastung von etwa 70 %. Zuvor war rechnerisch von einer Auslastung von 157 % ausgegangen worden. Somit konnte nach Angaben von HydroMapper eine drohende Sperrung vermieden werden.

Auch am Stahlviadukt der Hamburger Hochbahn in Barmbek kam das Verfahren zum Einsatz. Auf Basis vorhandener Bestandsunterlagen entstand zunächst ein 3D-Modell. Während planmäßiger Sperrpausen wurden anschließend Schäden mit Hand- und 360°-Kameras dokumentiert und in InfraCloud eingepflegt.

Unterschiedliche Messverfahren kombiniert

Für die Datenerfassung kombiniert HydroMapper unter anderem Multibeam-Sonar, terrestrisches Laserscanning, Mobile Mapping, Photogrammetrie, HD-Mapping und ROV-gestützte Inspektionen. Ergänzend kommen Drohnen zum Einsatz. Die HydroScan-Technologie soll auch in trübem Wasser und bei Nullsicht vollständige Messdaten liefern. Diese können mit CAD-, BIM-, GIS-, Foto-, Dokumentations- und Sensordaten zusammengeführt werden. InfraCloud unterstützt Zustandsbewertungen, Verformungsanalysen und Soll-Ist-Vergleiche. Eine KI-gestützte Schadenserkennung und automatisierte Prüfberichte sollen die Auswertung zusätzlich beschleunigen.

„Der technologische Unterschied liegt nicht allein in einem einzelnen Sensor, sondern im durchgängigen Datenprozess”, sagt Berit Jost, CTO von HydroMapper. „Wir verbinden unterschiedliche Erfassungsquellen in einem gemeinsamen Koordinatensystem, bereinigen und fusionieren die Daten automatisiert und machen sie in InfraCloud unmittelbar nutzbar. So entsteht kein statisches 3D-Modell, sondern ein fortschreibbarer digitaler Zwilling, an dem Schäden verortet, Veränderungen verglichen und Maßnahmen nachvollziehbar dokumentiert werden können.”

InfraCloud stellt Bauwerke über und unter Wasser präzise in 3D dar, so dass Schäden schneller erkannt und behoben werden können. (Bild: HydroMapper) 

Einsparpotenziale bei Planung und Instandhaltung

Nach Angaben des Unternehmens können sich durch die digitale Erfassung und Auswertung je nach Arbeitsschritt Einsparungen von bis zu 50 % ergeben. Weitere Prozessschritte sollen um etwa 10 % bzw. 15 % effizienter werden.

Aufwendige Gerüst-, Taucher- oder Zugangslösungen können bei bestimmten Vermessungsaufgaben entfallen. Gleichzeitig sollen Prüfungen, Abstimmungen und Sperrzeiten verkürzt sowie Instandhaltungsmaßnahmen, Kosten und Bauzeiten auf Basis der erhobenen Daten besser geplant werden können.

„Für die Sanierung der deutschen Infrastruktur ist nicht nur entscheidend, wie viel Kapital bereitsteht, sondern wie präzise und effizient dieses Kapital eingesetzt wird”, sagt Tammo Denkena, COO von HydroMapper. „Gerade mit Blick auf die Investitionen aus dem Sondervermögen können digitale Bestands- und Zustandsdaten helfen, Fehlplanungen, unnötige Eingriffe und vermeidbare Folgekosten zu reduzieren. Wenn Betreiber genauer wissen, wo Handlungsbedarf besteht und wie sich Schäden entwickeln, können Budgets priorisiert, Ausschreibungen belastbarer vorbereitet und Maßnahmen wirtschaftlicher umgesetzt werden.”

 

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