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Deutsche Bahn und Stahlbauindustrie stärken Zusammenarbeit für Infrastrukturprojekte

(13.08.2026)  Die Deutsche Bahn, der Deutsche Stahlbau-Verband und bauforumstahl wollen ihre Zusammenarbeit bei der Modernisierung der deutschen Schieneninfrastruktur deutlich ausbauen. Darauf verständigten sich die Partner im Rahmen eines gemeinsamen Branchendialogs in Berlin.

Ziel ist es, die umfangreichen Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur durch eine bessere Abstimmung von Planungs-, Vergabe-, Regelwerks- und Bauprozessen schneller und effizienter umzusetzen. Dabei sollen die vorhandenen industriellen Kapazitäten und das technische Know-how der Stahlbauindustrie stärker eingebunden werden.

Gregor Machura, Hauptgeschäftsführer bauforumstahl e.V. und Deutscher Stahlbau-Verband e.V.
(Bild: bauforumstahl e.V.)
 

Gregor Machura, Hauptgeschäftsführer bauforumstahl e.V. und Deutscher Stahlbau-Verband e.V.: „Deutschland verfügt über eine leistungsfähige Stahlbauindustrie mit dem Know-how, der Verfügbarkeit und der Innovationskraft, die Infrastruktur der kommenden Jahrzehnte mitzugestalten. Der heutige Branchendialog ist der Auftakt für eine noch engere Zusammenarbeit zwischen öffentlichem Auftraggeber und Industrie. Wenn wir Planung, Vergabe und technische Prozesse gemeinsam weiterentwickeln, gewinnen am Ende alle: die öffentliche Hand, die Industrie und die Menschen, die auf eine leistungsfähige Infrastruktur angewiesen sind.”

Frühzeitige Zusammenarbeit als Schlüssel

Im Mittelpunkt der Gespräche standen Themen wie langfristige Projektplanung, Fertigungskapazitäten, moderne Vergabemodelle, technische Regelwerke sowie der Einsatz CO₂-reduzierter Stahlprodukte. Einigkeit bestand darüber, dass die Modernisierung der Infrastruktur nur durch eine enge und frühzeitige Zusammenarbeit zwischen Auftraggebern und Industrie erfolgreich umgesetzt werden kann.

Die Beteiligten sehen darin die Chance, die industrielle Wertschöpfung und Innovationskraft in Deutschland und Europa gezielt für die anstehenden Infrastrukturmaßnahmen zu nutzen. Der Branchendialog soll deshalb künftig regelmäßig fortgeführt werden.

Hohe Kapazitäten in der Stahlbauindustrie

Nach Angaben der Verbände verfügt die deutsche Stahlbauindustrie bereits heute über erhebliche Fertigungs- und Montagekapazitäten. Zertifizierte Unternehmen in Deutschland könnten jährlich zwischen 226.000 und 399.500 Tonnen Stahlbau für Verkehrsbrücken herstellen. Das entspricht dem 2,2- bis 4-fachen der im Jahr 2024 tatsächlich verbauten Stahlmenge von rund 100.500 Tonnen. Unter Einbeziehung europäischer Partnerunternehmen steigt das verfügbare Potenzial sogar auf das 3,5- bis 6,9-Fache des aktuellen Bedarfs.

Rabea Voss, Leiterin Strategy Office Hoch- und konstruktiver Ingenieurbau bei der Deutsche Bahn.
(Bild: bauforumstahl e.V.)
 

Rabea Voss, Deutsche Bahn, Leiterin Strategy Office Hoch- und konstruktiver Ingenieurbau: „Leistungsfähige Infrastruktur entsteht durch starke Partnerschaften. Die Deutsche Bahn und die Stahlbauindustrie verbindet das gemeinsame Ziel, die Schieneninfrastruktur zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Der Branchendialog hat dafür einen wichtigen Rahmen geschaffen: Erfahrungen aus laufenden Projekten wurden offen ausgetauscht, Erfolge und Herausforderungen gemeinsam reflektiert sowie Ansätze für zukünftige Lösungen entwickelt. Denn erfolgreiche Projekte entstehen dort, wo Auftraggeber und Industrie frühzeitig, transparent und partnerschaftlich zusammenarbeiten. Nun kommt es darauf an, die vereinbarten Impulse in konkrete Maßnahmen zu überführen und die Zusammenarbeit weiter zu stärken.”

Effizientere Vergabe- und Planungsprozesse

Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs war die Optimierung von Planungs- und Bauabläufen. Diskutiert wurden unter anderem funktionale Ausschreibungen, innovative Vergabemodelle sowie die frühzeitige Einbindung ausführender Unternehmen.

Darüber hinaus sollen technische Regelwerke künftig noch stärker gemeinsam von Auftraggebern, Industrie und Wissenschaft weiterentwickelt werden. Ziel ist es, Doppelprüfungen zu vermeiden, Prozesse zu vereinfachen und Projekte schneller umzusetzen.

Infrastruktur und Klimaschutz gemeinsam voranbringen

Auch die Transformation der Stahlindustrie spielte beim Branchendialog eine wichtige Rolle. Bereits heute werden rund 30 % des Baustahls über die Elektrostahlroute aus recyceltem Stahlschrott hergestellt, wodurch deutlich geringere CO₂-Emissionen entstehen.

Bis 2045 soll die deutsche Stahlindustrie ihre Emissionen um mehr als 95 % reduzieren. Unterstützt wird dieser Wandel unter anderem durch den europäischen LESS-Standard, der CO₂-arme Stahlprodukte nach einheitlichen und transparenten Kriterien klassifiziert und damit eine neutrale Berücksichtigung in öffentlichen Ausschreibungen ermöglicht.

Signal für die Zukunft der Infrastruktur

Die Partner sehen die Modernisierung der Schieneninfrastruktur als weit mehr als ein reines Bauprogramm. Sie verstehen sie als Investition in die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, die Leistungsfähigkeit der Industrie und eine zukunftsfähige Verkehrsinfrastruktur.

Mit dem gemeinsamen Branchendialog setzen Deutsche Bahn und Stahlbauindustrie ein deutliches Signal für eine engere Zusammenarbeit bei den anstehenden Infrastrukturprojekten.

 

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