Lanxess nutzt Wasserstoff für nachhaltigere Pigmentproduktion
(13.08.2026) Lanxess hat am Standort Krefeld-Uerdingen einen wichtigen Schritt zur Dekarbonisierung seiner Produktion vollzogen. Der Spezialchemie-Konzern betreibt den Sprühtrockner für die Herstellung von Eisenoxidpigmenten künftig mit Wasserstoff statt Erdgas. Nach Unternehmensangaben zählt die Anlage zu den ersten großtechnischen Industrieanwendungen in Deutschland, die Wasserstoff dauerhaft als Brennstoff einsetzen. Durch die Umstellung will Lanxess seinen CO₂-Fußabdruck um rund 6.000 Tonnen pro Jahr reduzieren.
Wasserstoff aus benachbarter Produktion
Der benötigte Wasserstoff stammt aus der Chlorelektrolyse des benachbarten Covestro-Werks und wird über eine direkte Pipeline zum Lanxess-Standort transportiert „Der Schritt vom Erdgas- zum Wasserstoffbrenner markiert für uns einen technologischen Meilenstein hin zu treibhausgasarmen Prozessen”, erklärt Michael Ertl, Leiter des Geschäftsbereichs Inorganic Pigments bei Lanxess. Die Umstellung zeige, dass die Dekarbonisierung großer Industrieanlagen auch im laufenden Produktionsbetrieb realisierbar sei.
Der Wasserstoffbrenner wurde Ende 2025 installiert und anschließend schrittweise in Betrieb genommen. Die Anlage kann vollständig mit Wasserstoff betrieben werden und verfügt über eine eigene Wasserstoffleitung, angepasste Brenner- und Regeltechnik sowie zusätzliche Sicherheits- und Steuerungssysteme.
Industrieverbund als Erfolgsmodell
Ein entscheidender Erfolgsfaktor für das Projekt ist die enge Zusammenarbeit am Verbundstandort Krefeld-Uerdingen. Kurze Transportwege, gemeinsame Infrastruktur und etablierte Sicherheitsstandards ermöglichen eine zuverlässige Versorgung mit Wasserstoff. „Das Projekt zeigt, dass Industriepartner in einem Verbundstandort den Wandel hin zu einer klimaschonenden Produktion besonders erfolgreich gestalten können”, betont Rob Eek, Produktionsleiter von Covestro in Krefeld-Uerdingen.
Zwischen beiden Unternehmen besteht bereits seit vielen Jahren eine enge Produktionspartnerschaft. Covestro liefert Nitrobenzol an Lanxess zur Herstellung von Eisenoxidpigmenten. Das dabei entstehende Anilin wird wiederum als Rohstoff für die Kunststoffproduktion an Covestro zurückgeführt. Der Einsatz von Wasserstoff erweitert diesen bestehenden Stoffkreislauf nun um eine zusätzliche klimafreundliche Komponente.
Weltweit größter Standort für Eisenoxidpigmente
Lanxess gehört mit seinem Geschäftsbereich Inorganic Pigments zu den weltweit führenden Herstellern anorganischer Farbpigmente. Die Produkte werden unter anderem in der Bauindustrie, in Farben und Lacken, in Kunststoffen sowie in zahlreichen Spezialanwendungen eingesetzt. Am Standort Krefeld-Uerdingen betreibt das Unternehmen die weltweit größte Produktionsanlage für Eisenoxidpigmente. Dort werden die Pigmente bereits seit rund 100 Jahren hergestellt.
Nachhaltige Produktion durch den Laux-Prozess
Neben dem Wasserstoffeinsatz trägt auch der sogenannte Laux-Prozess zu einer vergleichsweise günstigen Klimabilanz bei. Das Verfahren gilt als besonders ressourceneffizient, da es nahezu abfallfrei arbeitet und die eingesetzte Energie effizient nutzt.
Mit der Umstellung auf Wasserstoff setzt Lanxess seine Strategie zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen fort und stärkt zugleich die nachhaltige Ausrichtung seiner Pigmentproduktion.
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