Neues Präventionskonzept für Walzasphalt stärkt Gesundheitsschutz
(13.08.2026) „Bitumen beim Heißeinbau von Walzasphalt” heißt ein neues Präventionskonzept, das die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) und ihre Partner der Branche zur Verfügung stellt. Im Hinblick auf die Aktualisierung des ab dem 1. Januar 2027 im Bereich Walzasphalt gültigen Arbeitsplatzgrenzwerts (AGW) für Dämpfe und Aerosole aus Bitumen, zeigt die Branchenlösung Unternehmen, wie sie den Grenzwert einhalten und die Exposition ihrer Beschäftigten wirksam reduzieren können.
Branchenlösung „Bitumen beim Heißeinbau von Walzasphalt”
Der Koordinierungsausschuss Bitumen im Walz- und Gussasphaltbau (KoA-Bit) hat die Branchenlösung erarbeitet und stellt somit Unternehmen eine einheitliche und praxistaugliche Grundlage für die sichere Verarbeitung von Walzasphalt bereit.
„Ein wirksamer Gesundheitsschutz braucht Lösungen, die fachlich fundiert und in der Praxis erprobt und mit vertretbaren Mitteln umsetzbar sind. Deshalb haben die beteiligten Verbände und Sozialpartner sowie die BG BAU ihre Erfahrungen gebündelt und ein gemeinsames Maßnahmenkonzept entwickelt, das den Betrieben eine verlässliche Orientierung bietet”, sagt Marc Wählen, Vorsitzender des KoA-Bit.
Richtige Schutzmaßnahmen sollen Belastung reduzieren
Aufgrund der hohen Verarbeitungstemperaturen beim Einbau von Walzasphalt entstehen Dämpfe und Aerosole aus Bitumen. Diese reizen Atemwege und Augen. Um Beschäftigte vor Gesundheitsgefahren zu schützen, gilt für den Bereich Walzasphalt ab 1. Januar 2027 ein AGW von 1,5 mg/m³ für Dämpfe und Aerosole aus Bitumen. Die Branchenlösung für den Walzasphalteinbau zeigt wirksame Präventionsmaßnahmen zur Einhaltung des AGW.
Im Vordergrund stehen die Substitution, also die Verwendung temperaturabgesenkter Asphalte und der Verzicht auf mineralölbasierte Trennmittel, sowie der Einsatz abgesaugter Asphaltstraßenfertiger als technische Maßnahme. Darüber hinaus ergänzen organisatorische und personenbezogene Maßnahmen das Schutzkonzept. Dazu gehören die Planung der Arbeitsabläufe, die arbeitsmedizinische Vorsorge und das Tragen geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (PSA).
Zudem finden sich ein Muster für die Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung sowie eine Musterbetriebsanweisung, die Unternehmen für ihre Gefährdungsbeurteilung und die Unterweisung ihrer Beschäftigten nutzen können.
„Mit der aktualisierten Branchenlösung für den Walzasphalteinbau geben wir Unternehmen konkrete und praxiserprobte Empfehlungen an die Hand, wie sie den Gesundheitsschutz ihrer Beschäftigten nachhaltig verbessern und nach dem Stand der Technik umsetzen können. Gleichzeitig schafft sie mehr Handlungssicherheit für Unternehmen bei der Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen”, sagt Björn Kass, Präventionsleiter der BG BAU.
Die Branchenlösung steht ab sofort kostenfrei zum kostenfreien Download unter bgbau.de/branchenloesung-walzasphalt bereit.
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siehe zudem:
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