Das war die Hannover Messe 2026
(28.04.2026) An der weltweit führenden Messe für die produzierende Industrie nahmen rund 110.000 Besucher teil. Damit lag die Beteiligung unter dem Vorjahresniveau (2025: 123.000), was unter anderem auf Streiks im Flug- und öffentlichen Nahverkehr zurückgeführt wird.
Der internationale Anteil blieb dennoch hoch: Rund 40 % der Gäste reisten aus dem Ausland an, insbesondere aus China, Brasilien, den USA, Japan und Südkorea.
„Die Hannover Messe war in diesem Jahr Technologieschau und Impulsgeber zugleich. Die Unternehmen haben gezeigt, dass Deutschland und Europa über die notwendigen Werkzeuge verfügen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Entscheidend ist nun, diese Potenziale entschlossen zu nutzen und in die Anwendung zu bringen”, sagt Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Messe AG.
Schlüsseltechnologien im Fokus
Im Mittelpunkt der Messe standen Technologien wie Künstliche Intelligenz, Robotik, Automatisierung und Energieinfrastruktur. Präsentiert wurden unter anderem KI-gestützte Produktionssysteme, humanoide Robotik sowie Lösungen für Energieeffizienz und Netzausbau. Die Veranstaltung wurde zudem von einer starken Präsenz aus Wirtschaft und Politik begleitet. Zu den Teilnehmenden zählten unter anderem Friedrich Merz, Luiz Inácio Lula da Silva, Roland Busch, Christian Klein sowie Boris Pistorius.
Industrie fordert bessere Rahmenbedingungen
Vertreter der Industrie verwiesen auf zunehmenden Wettbewerbsdruck durch hohe Kosten, regulatorische Anforderungen und geopolitische Unsicherheiten. Gleichzeitig wurde betont, dass technologische Lösungen bereits vorhanden sind und verstärkt umgesetzt werden müssen.
„Das neue Konzept der Hannover Messe ist ein Erfolg. Insbesondere die Center Stage hat große Resonanz erfahren”, sagt Dr. Gunther Kegel. „Das stärkt das Profil als Ort des hochkarätigen Austauschs, gerade mit der Politik”, so Dr. Gunther Kegel weiter. „Inhaltlich sendet die Hannover Messe ein unmissverständliches Signal: Wir brauchen dringend eine schnelle Deregulierung, damit wir uns als Standort im internationalen Wettbewerb behaupten können. Gerade auch auf dem Feld der Industriellen KI. Die Unternehmen haben eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in der Technologie steckt – jetzt müssen Berlin und Brüssel die Handbremse lösen.”
„Die Hannover Messe und die Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau haben in diesem Jahr eindrucksvoll gezeigt, dass sie die Herausforderungen einer von multiplen Krisen geprägten Welt annehmen. Die Digitalisierung unserer Industrie schreitet mit hohem Tempo voran, KI und humanoide Robotik waren zu Recht die prägenden Themen dieser Messe”, ergänzt Thilo Brodtmann. „Der industrielle Mittelstand will und kann Technologien liefern, die uns auch künftig international wettbewerbsfähig halten. Dafür muss auch die Politik in Berlin und Brüssel dringend ihren Beitrag leisten: Wir brauchen die versprochenen tiefgreifenden Standortreformen – jetzt! Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche haben hier auf der Messe entsprechende Ankündigungen gemacht, daran werden sie gemessen.”
Partnerland Brasilien setzt Impulse
Das Partnerland Brasilien präsentierte sich mit einem breiten Spektrum an Industrie- und Energiethemen. Die Beteiligung wurde als wichtiger Impuls für internationale Kooperationen und resilientere Lieferketten bewertet, insbesondere im Kontext des geplanten EU-Mercosur-Abkommens.
Weiterentwicklung des Messekonzepts
Das überarbeitete Messekonzept mit neuem Hallenplan und erweiterten Networking-Formaten wurde positiv aufgenommen. Formate wie Masterclasses sowie die Center Stage mit rund 30.000 Besuchern stärkten den Wissenstransfer und den fachlichen Austausch.
Ausblick auf 2027
Für 2027 ist eine weitere Fokussierung vorgesehen. Die Messe wird künftig von Montag bis Donnerstag stattfinden (5. - 8. April 2027). Parallel wird die neue „Europe Energy Week” etabliert, um den Austausch zur Energiezukunft Europas zu intensivieren.
„Die Hannover Messe entwickelt sich konsequent weiter – fokussierter, effizienter und näher an der Industrie. Und thematisch wurde klar: Neben der konkreten Anwendung von KI rückt die Ära der physischen KI in den Fokus. Die Verbindung von Künstlicher Intelligenz mit realen Maschinen und Produktionssystemen wird die MESSE in den kommenden Jahren prägen – und den nächsten großen Entwicklungsschritt der Industrie bestimmen”, so Jochen Köckler.
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