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Möbelindustrie bestätigt Wachstumsprognose von 1,5 Prozent

  • Export steigt weiter
  • 64 Prozent der Ausfuhren gehen in EU-Länder
  • Trend 2005: Die neue Lust am neuen Möbel

(2.12.2004) Das Wachstum im dritten Quartal 2004 betrug 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nein, das sind nicht die Zahlen der deutschen Möbelindustrie, sondern des Wirtschaftswachstums in Deutschland insgesamt - wie sie jüngst veröffentlicht wurden. Diese Zahlen machen deutlich, auf welch schmalem Grat zwischen Wachstum und anhaltender Stagnation sich unsere Wirtschaft nach wie vor bewegt. Hinter uns liegen drei Jahre des wirtschaftlichen Abschwungs bzw. der Stagnation, die deutliche Bremsspuren hinterlassen haben. Spuren auf dem Arbeitsmarkt ebenso wie Spuren im Verhalten der Verbraucher. Und - dieser eine Satz sei erlaubt - Regierung und Opposition tragen derzeit wenig zur Stimmungsverbesserung bei. Wo ist die konsequente Weiterführung der Agenda 2010, wo bleibt der Masterplan für Deutschland?

Im Vergleich zu der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung gibt das Ergebnis der deutschen Möbelindustrie in den ersten neun Monaten 2004 Anlaß zu vorsichtigem Optimismus. Mit einem Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum der bislang statistisch abgerechneten Monate bis einschließlich September und einem Plus von 4,9 Prozent alleine im 3. Quartal 2004 sieht die Branche den Abwärtstrend endgültig gestoppt. Von einem niedrigen Niveau kommend stimme zumindest die Richtung wieder. Und das mit einem stärkeren Wachstum als die Gesamtwirtschaft - obwohl die Möbelbranche als Anbieter von langlebigen Konsumgütern besonders mit den schlechten Rahmenbedingungen zu kämpfen hat.

Anhand der vorliegenden Indikatoren geht der Verband der Deutschen Möbelindustrie e.V. davon aus, daß dieses Wachstum auch bis zum Ende des Jahres gehalten werden könne, und hält an seiner Prognose vom September mit maximal 1,5 Prozent Wachstum für das Gesamtjahr 2004 fest.

Wie sich die Branche im kommenden Jahr entwickeln wird, ist derzeit äußerst schwierig abzuschätzen. Der kurze Blick auf die kommenden 6 Monate zeigt eine verhalten positive Tendenz. Vom Münchener ifo-Institut befragt rechnet die Mehrheit der deutschen Möbelhersteller mit einer besseren Geschäftslage, die sich deutlich von der aktuellen Situation abhebt. Der Anstieg der Auftragseingänge um 10,7 Prozent im August und 0,6 Prozent im September des laufenden Jahres stimmen zuversichtlich. Mit einer erfolgreichen imm 2005 und einer allgemeinen Frühlingsbelebung müsste auch im Jahr 2005 ein Plus möglich sein.

Doch nun zu den Ergebnissen dieses Jahres im einzelnen: In den ersten neun Monaten 2004 haben die deutschen Möbelhersteller Waren im Wert von insgesamt 14,8 Milliarden Euro umgesetzt - 220 Millionen Euro oder 1,5 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Während im vergangenen Jahr über die Hitze und die damit verbundenen vollen Freibäder und leeren Möbelhäuser geklagt wurde, war dieser Sommer zwar trübe, was das Wetter betrifft - aber deutlich besser für den Möbelabsatz. Alleine der August brachte ein Umsatzplus von knapp 14 Prozent und glich damit den Rückgang im vergangenen Jahr aus.

  • Vorreiter von Januar bis September war eindeutig die deutsche Küchenmöbelindustrie. Mit einem Umsatzplus von 5,2 Prozent in den ersten neun Monaten des Jahres auf insgesamt 2,6 Mrd. Euro geht es hier spürbar aufwärts. Im Inland zwar nur verhalten, doch dafür im Ausland mit umso größerer Dynamik.

Auch die anderen Teilsparten der Möbelindustrie weisen eine mehr oder weniger positive Tendenz auf:

  • Sitzmöbel konnten zwischen Januar und September im Wert von 5,6 Mrd. Euro abgesetzt werden und damit 3,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dieser rein statistische Wert ist jedoch verzerrt, da hier auch die Auto- und Flugzeugsitze enthalten sind. Der aus diesem Grund entwickelte VDM-Polstermöbelindikator liegt bis einschließlich September bei minus 2 Prozent.
  • Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbel bleiben momentan noch etwas hinter der allgemeinen Entwicklung zurück und liegen in den ersten neun Monaten um 0,7 Prozent oder 30 Mio. Euro hinter dem Vorjahr.
  • Der Bereich Büro- und Ladenmöbel hat wegen des investiven Charakters dieser Produkte derzeit noch negative Vorzeichen und bleibt mit einem Gesamtumsatz von 1,5 Mrd. Euro um 4 Prozent oder 60 Mio. Euro hinter dem Vorjahr. Doch auch hier ist nach den Rückgängen der vergangenen Jahre offenbar das Schlimmste vorbei. Die Orgatec in diesem Herbst hat eine wiedererstarkte Branche mit vielen Neuheiten gezeigt, die sicherlich ihre Abnehmer finden werden.

Die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre geht selbstverständlich nicht spurlos an den Unternehmen vorbei. In den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres gab es in Deutschland 1.201 Möbel produzierende Industrieunternehmen und damit 7,7 Prozent oder 100 Betriebe weniger als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt 128.400 Frauen und Männer - 7,4 Prozent oder 10.300 weniger als 2003 - arbeiten derzeit in der Möbelindustrie.

Auf Grund der nach wie vor labilen Entwicklung im Inland rückt der Auslandsmarkt zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses der deutschen Möbelhersteller. Nach einer Stagnation im vergangenen Jahr erfreuen sich deutsche Möbel in diesem Jahr wieder wachsender Beliebtheit im Ausland. Schon im ersten Halbjahr 2004 konnten 5,8 Prozent mehr Möbel über die Grenzen verkauft werden. Und dieser Trend hält weiter an. Zwischen Januar und September stiegen die Exporte auf insgesamt 3,9 Mrd. Euro und lagen damit um 5,9 Prozent oder 215 Mio. Euro über dem Vorjahreswert. Dank dieser Auslandserfolge stieg die Exportquote auf mittlerweile 26,2 Prozent und liegt damit fast doppelt so hoch wie noch vor 9 Jahren. Die deutschen Unternehmen sind damit einen guten Schritt weitergekommen auf ihrem Weg, mittelfristig einen Auslandsanteil von 50 Prozent zu erreichen.

  • Besonders erfolgreich sind hier erneut die Küchenmöbler, die ihr Auslandsgeschäft zwischen Januar und September um 9,3 Prozent auf 600 Mio. Euro steigern konnten. Ganz offenbar zahlt sich hier die Kombination aus höchster Qualität und etablierter Marken mehr und mehr aus. Der Anteil der Küchenmöbel an Gesamtexport der deutschen Möbelindustrie beträgt mittlerweile 15,4 Prozent.
  • Die höchsten Zuwächse sind bei den Matratzen mit einer Steigerung des Exportwerts um 10,3 Prozent auf rund 110 Mio. Euro zu verzeichnen.
  • Auch die deutschen Sitzmöbel kommen im Ausland gut an. In den ersten drei Quartalen wurden Polster & Co. im Wert von 1,5 Mrd. Euro über die Grenzen verkauft - 5,1 Prozent oder 70 Mio. Euro mehr als noch vor einem Jahr. Immerhin sind inzwischen 38,7 Prozent aller Ausfuhren Sitzmöbel. Mit 57,7 Prozent wird der überwiegende Teil der Sitzmöbel innerhalb der EU verkauft, aber auch Osteuropa legt von Jahr zu Jahr zu.
  • Schlaf-, Ess- und Wohnmöbel wurden in den ersten acht Monaten im Wert von 520 Mio. Euro im Ausland verkauft, was einen Anstieg von 1,7 Prozent oder 10 Mio. Euro bedeutet.
  • Für Büro- und Ladenmöbelhersteller entwickelte sich das Auslandsgeschäft stabil. Hier betrug der Exportwert 520 Mio. Euro, bzw. minus 0,2 Prozent.

Insgesamt wohnen insbesondere die EU-Bürger gerne mit deutschen Möbeln - hierhin gehen immerhin 63,8 Prozent aller Exporte. Doch schon seit einiger Zeit kommen weitere Regionen hinzu. Der Anteil Osteuropas an den gesamten Möbelexporten beträgt gegenwärtig 11,7 Prozent, der Anteil Asiens 6 Prozent und der Anteil Nordamerikas 4,5 Prozent.

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