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Bauwirtschaft am Jahresanfang 2005

  • Schlechtester Jahresstart seit zehn Jahren
  • Rückgang der Auftragseingänge in den ersten zwei Monaten von 17,4%
  • Die Baubelegschaft hat sich in 10 Jahren halbiert!

(26.4.2005) Die deutsche Bauwirtschaft hat die konjunkturelle Talsohle noch nicht erreicht. Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie in der jüngsten Ausgabe seines "Aktuellen Zahlenbildes" berichtet, ist das Volumen des Auftragseingangs in den ersten zwei Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um nominal 17,4% gesunken. Das ist der schlechteste Jahresstart seit Mitte der 90er Jahre. Der Hauptverband führt dies nicht nur auf die schwierige gesamtwirtschaftliche Lage, sondern auch auf den kalten Winter zurück: Mehr als die Hälfte der vom ifo Institut im Rahmen seines Konjunkturtests befragten Bauunternehmen meldeten für Februar witterungsbedingte Behinderungen der Bautätigkeit.

Entsprechend hat sich der Arbeitsplatzabbau fortgesetzt: Im Bauhauptgewerbe waren im Februar nur noch 660.000 Personen beschäftigt; 50.600 weniger als im Vorjahr. Damit hat sich die Baubelegschaft im deutschen Bauhauptgewerbe innerhalb von zehn Jahren halbiert!

Am stärksten betroffen von der Auftragsflaute war der Wirtschaftsbau mit einem Minus von 25,8%. Die Unternehmen halten sich auch weiterhin mit Investitionen zurück. Auch der Rückgang der Baugenehmigungen im Wirtschaftsbau im Gesamtjahr 2004 von 12,2% deutet nicht auf eine baldige Verbesserung der Lage hin. Vor allem die Rückgänge der Baugenehmigungen (veranschlagte Baukosten) bei Fabrik- und Werkstattgebäuden (-13,2%), bei Büro- und Verwaltungsgebäuden (-7,6%) und Handels- und Lagergebäuden (-6,6%) machen den Bauunternehmen schwer zu schaffen. Es bleibt zu hoffen, dass die geplante steuerliche Entlastung der Unternehmen bald in die Tat umgesetzt wird, um bei den Unternehmen den nötigen Spielraum für Investitionen zu schaffen.

Der Wohnungsbau leidet unter der Zurückhaltung der privaten Haushalte. Der Auftragseingang lag im Durchschnitt der ersten zwei Monaten um 14,7% unter Vorjahresniveau. Die Furcht vor der Erwerbslosigkeit lässt die Deutschen - wie die Umfragen der Markforschungsinstitute TNS Infratest und Forsa zeigen - vor dem Erwerb der eigenen vier Wände zurückschrecken (siehe auch Meldung "Hauskauf: Mehr als 80 Prozent der Interessenten zögern derzeit" vom 31.3.2005). Zwar wünscht sich jeder Zweite, der noch keine Immobilie besitzt, ein Eigenheim, doch hält 90% der Befragten die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes davon ab, dieses in die Tat umzusetzen. Dies spiegelt sich auch in der Statistik wider: Die Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser sind im letzten Jahr um 13,7% eingebrochen.

Der öffentliche Bau leidet auch weiterhin unter den leeren Kassen der Gebietskörperschaften: Das Volumen des Auftragseingangs sank um 6,6%. Dass sich die Lage im Verlauf des Jahres nicht verbessern wird, zeigen die aktuellen Haushaltsansätze von Bund und Ländern. Diese wollen ihre Ausgaben für Baumaßnahmen 2005 um 1,1% kürzen. Vor allem der Bund plant eine Reduzierung der Bauausgaben um 2,6%. Dieser Rückgang könnte sogar noch höher ausfallen, da die globale Minderausgabe von 244 Mio. Euro, die auf das Bauministerium entfällt, in diesen Zahlen noch nicht enthalten ist. Der Hauptverband befürchtet, dass die 1,25 Mrd. Euro, die für die nächsten vier Jahre zusätzlich für die Straße und die Wasserstraße zur Verfügung gestellt werden, nur ausreichen, diese Lücken zu schließen. Aber nicht um den Investitionsstau nachhaltig aufzulösen.

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