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ZDB: Aufschwung bei vielen Baubetrieben noch nicht angekommen!

  • Wirtschaftsbau: Gewinner 2006 und Trendsetter 2007
  • Wohnungsbau tendiert 2007 deutlich schwächer

(13.5.2007) "Trotz eines insgesamt erfreulichen Baujahres 2006 ist der Aufschwung am Bau bei zu vielen der rund 70.000 Baubetrieben in Deutschland noch nicht angekommen." Dieses erklärte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, am 10.5. anlässlich der Pressekonferenz seines Verbandes in Berlin.

Zwar sind die Bauinvestitionen 2006 preisbereinigt um 4,2% und der Umsatz im Bauhauptgewerbe um 9,2% gestiegen, auf die Ertragssituation der Unternehmen haben diese Zuwächse noch nicht durchgeschlagen. "Denn die Kosten für Personal und Material haben in den zurückliegenden Jahren weit stärker als die Baupreise zugenommen," erläuterte Loewenstein die Lage. Die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Indizes zum Wohnungsneubau weisen für das Jahr 2006 gegenüber dem Basisjahr 2000 bei den Baukosten den Wert von 109,3 und bei den Baupreisen den Wert von 104,4 auf. "Die Differenz zwischen beiden Werten weist darauf hin, dass vielfach Substanz der Unternehmen aufgezehrt wurde. Das ist einer der Gründe dafür, warum viele Unternehmer den Tarifvorschlag abgelehnt haben. Weitere dauerhafte Kostensteigerungen können derzeit nicht verkraftet werden." So Loewenstein weiter.

Zu den hohen Lohnkosten tragen vor allen Dingen die teuren sozialen Sicherungssysteme und das Ausbleiben weiterer Reformen bei. Hier mahnte Loewenstein dringend Korrekturen an. Bei der Arbeitslosenversicherung müssten angesichts positiver Arbeitsmarktzahlen die Beiträge deutlich gesenkt werden. Auch bei der gesetzlichen Unfallversicherung müsse die anstehende Reform so gestaltet werden, dass die unerträgliche Beitragsbelastung der Bauunternehmen drastisch gemindert werde. "Die mittelständischen Bauunternehmen in Deutschland brauchen angesichts der EU-Erweiterung mehr Wettbewerbsfähigkeit. Während die Unternehmen ihre Hausaufgaben gemacht und sich neu aufgestellt haben, können wir dieses im Hinblick auf die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen noch nicht sehen. Wir fordern daher, die Dienstleistungsfreiheit und die Arbeitnehmerfreizügigkeit auch über das Jahr 2009 hinaus auszusetzen. Die Politik muss die weiteren zwei Jahre dazu nutzen, die Rahmenbedingungen für mittelständische Unternehmen zu verbessern und damit deren Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der zunehmenden Konkurrenz aus dem Osten Europas zu stärken." So der ZDB-Präsident.

Für das laufende Jahr prognostizierte Loewenstein ein Umsatzwachstum von 3%, verbunden mit einer Stabilisierung der Beschäftigung. Derzeit bereitet insbesondere der private Wohnungsbau dem Baugewerbe Sorge: Von Januar bis Mai 2006 waren die Baugenehmigungen noch um knapp 25% angestiegen, wogegen sie in den folgenden drei Monaten auf dem Niveau von 2005 verharrten. In den Monaten September bis Dezember waren die Baugenehmigungen im Wohnungsneubau dann regelrecht eingebrochen und um 25% zurückgegangen.

Dieser Trend scheint sich auch in 2007 fortzusetzen: Im Januar 2007 wurden nur 11.536 neue Wohneinheiten genehmigt, wovon 6.600 Wohneinheiten auf den Ein- und Zweifamilienhausbereich entfielen. Das waren 52,9% bzw. 65% (= 12.945 Wohneinheiten bzw. 12.232 Wohneinheiten) weniger als im Januar 2006. Dieses ist ein historisch niedriger Monatswert, der selbst in schlimmsten Rezessionsjahren deutlich höher lag. Mittelfristig werden jedoch Wohnungen fehlen, weil die Zahl der Single-Haushalte weiter steigt und der Bedarf an größeren Wohnungen zunehmen wird.

Loewenstein appellierte an die Große Koalition, die gleichberechtigte Einbeziehung des privaten Wohneigentums in die Riester-Förderung der privaten Altersvorsorge endlich auf den Weg zu bringen. "Dieses hatte die Große Koalition im Zusammenhang mit der Streichung der Eigenheimzulage versprochen. Nun wird es Zeit, das Versprechen einzulösen." Loewenstein äußerte sich auch zur bevorstehenden Schlichtung am Bau: "Wir erwarten von der Schlichtung eine Abmilderung der Lohnerhöhung. Zudem muss der Anteil der Löhne, die die Betriebe in eigener Verantwortung festlegen können, erhöht werden. Hier fordern wir mehr betriebliche Gestaltungsspielräume, denn die Situation der Betriebe ist je nach Struktur, angebotenen Gewerken und regionaler Lage in Deutschland höchst unterschiedlich, dem muss auch die Tarifpolitik Rechnung tragen."

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