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Mit Rückentraining gegen "Volkskrankheit Nummer eins" am Bau

(20.11.2000) Mit einem "bauspezifischen Rückentraining" wollen die Bauberufsgenossenschaften der "Volkskrankheit Nummer eins" begegnen. Ziel sei es, "Berufsanfängern bereits von Anfang an zu vermitteln, wie wichtig es ist, mit Vorsichtsmaßnahmen und ergonomischen Übungen den Rücken zu schonen", sagte Frank Wimmel vom Arbeitsmedizinischen Dienst der Bauberufsgenossenschaft Frankfurt am Main bei der Präsentation des ersten Modellprojekts am Mittwoch auf einer Lehrbaustelle in Kassel.

In der Summe aller Arbeitnehmer gingen bundesweit jährlich 135 Millionen Arbeitstage wegen Muskel- und Skeletterkrankungen verloren, sagte Wimmel. Das bedeute einen Produktionsverlust von rund 24 Milliarden Mark. Im Schnitt aller Berufsgruppen seien dies 28,7 Prozent aller Fehltage, und am Bau sei der Anteil der Muskel- und Skeletterkrankungen mit 55 Prozent fast doppelt so hoch. Rund 40 Prozent aller Maurer, Dachdecker und Betonbauer klagten über Rückenschmerzen. Ursache sei das langjährige schwere Heben und Tragen, das Arbeiten in körperlichen Zwangshaltungen sowie bei Nässe, Kälte und Zugluft.

Bei dem Rückentraining lernen zunächst 35 Auszubildende des ersten Lehrjahres in Kassel, mit diesen Belastungen möglichst rückenschonend umzugehen. Gleichzeitig werden ihnen sportliche Grund- und Ausgleichsübungen gezeigt. Informationen über Funktion und Belastbarkeit der Wirbelsäule sollen die angehenden Bauarbeiter zu dem gesundheitsbewussten Verhalten motivieren. Wenn die von der AOK Hessen finanzierte Begleituntersuchung zu den erwartet positiven Ergebnissen führt, soll das Modell bundesweit für alle etwa 57.000 Auszubildende am Bau eingeführt werden, kündigte die Arbeitsgemeinschaft der Bauberufsgenossenschaften an. Insgesamt arbeiten rund eine Million Arbeitnehmer im Bauhauptgewerbe.

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