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Nachlassende Konjunktur dämpft Energienachfrage; Erneuerbare wachsen weiter

(21.12.2012) Der Energieverbrauch in Deutschland wird 2012 nur leicht über dem Ni­veau des Vorjahres liegen. Den stärksten Einfluss auf die Entwicklung hatte die kühle Witterung in mehreren Monaten der ersten Jahreshälfte sowie der diesjährige Schalt­tag. Von der nachlassenden Konjunktur gingen dagegen kaum verbrauchssteigernde Effekte aus. Hinzu kamen weitere verbrauchsdämpfende Faktoren wie die Zunahme der Energieeffizienz. Insgesamt wurden 2012 in Deutschland nach vorläufigen Berech­nungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) 13.512 Peta­joule (PJ) oder 461,1 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE) Energie ver­braucht.

Der gesamte Mineralölverbrauch lag 2012 mit 4.513 PJ (154 Mio. t SKE) geringfügig unter dem Wert des Vorjahres. Zuwächse gab es bei Dieselkraftstoff (+1%) und Flug­kraftstoff (+5%) sowie bei schwerem Heizöl und Flüssiggas (jeweils rund 7%). Der Absatz von leichtem Heizöl entwickelte sich stabil. Rückgänge gab es bei Ottokraft­stoff (-5%) und Rohbenzin (-1%). Der Anteil des Mineralöls am gesamten Energiever­brauch sank leicht auf 33,3 Prozent (Vorjahr 33,9%).

Die gegenüber dem Vorjahr vor allem im Februar und April kühlere Witterung führte zu einer Steigerung des Erdgasverbrauchs in der Wärmeversorgung. Der Einsatz zur Stromerzeugung in den Kraftwerken der allgemeinen Versorgung lag hingegen deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Insgesamt stieg der Erdgasverbrauch 2012 um etwa 1 Prozent auf 2.835 PJ (96,7 Mio. t SKE). Erdgas hatte damit einen stabilen Anteil von 21 Prozent (Vorjahr 20,9%) am gesamten inländischen Energieverbrauch.

Der Verbrauch von Steinkohle erhöhte sich um 3,1 Prozent auf 1.671 PJ (57,0 Mio. t SKE). Diese Entwicklung ist vor allem auf einen gestiegenen Einsatz zur Strom- und Wärmeerzeugung zurückzuführen. Die Stahlindustrie verringerte dagegen ihre Nachfra­ge nach Koks und Kohle um mehr als 4 Prozent. Der Anteil der Steinkohle am gesam­ten Energieverbrauch stieg 2012 leicht auf 12,4 Prozent (Vorjahr 12,1%).

Der Verbrauch an Braunkohle erhöhte sich um etwa 5 Prozent auf 1.642 PJ (56,0 Mio. t SKE). Wesentlichen Einfluss auf diese Zunahme hatte die Inbetriebnahme von drei neuen Kraftwerksblöcken. Bis zum Jahresende werden im Gegenzug mehrere Alt­anlagen vom Netz genommen, so dass der Einsatz von Braunkohle zur Stromerzeugung im kommenden Jahr wieder sinken wird. 2012 betrug der Anteil der Braunkohle am ge­samten Energieverbrauch durch diesen Sondereffekt 12,2 Prozent (Vorjahr 11,6%).

Die Kernenergie verringerte ihren Beitrag zur Energiebilanz im Zuge des Ausstiegsbe­schlusses um rund 8 Prozent. Der Anteil am Energiemix fiel auf 8 Prozent.

Die Nutzung erneuerbarer Energien erhöhte sich 2012 insgesamt um knapp 8 Pro­zent. Die Erneuerbaren steigerten damit ihren Anteil am Gesamtverbrauch auf 11,7 Prozent (Vorjahr 10,9%).

  • Die Windkraft verzeichnete gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 8 Prozent.
  • Bei der Wasserkraft (ohne Pumpspeicher) gab es dagegen einen Zuwachs von 16 Prozent.
  • Die Fotovoltaik setzte ihren dynamischen Ausbau fort und legte um fast 50 Prozent zu.

Bei den sonstigen Energieträgern, vor allem Siedlungs- und Industrieabfällen, gab es ein Plus von 4 Prozent. Der Stromaustauschsaldo schloss nach ersten Schätzungen mit einem deutlich angestiegenen Ausfuhrüberschuss ab.

Mehr Erneuerbare im Energiemix

Deutschland verfügte auch 2012 über einen breiten Energiemix. Dem rückläufigen An­teil der Kernenergie stehen wachsende Anteile der Erneuerbaren gegenüber. Die 2012 angestiegenen Beiträge der Kohle gehen bei der Braunkohle auf Sondereffekte im Zuge der Anlagenmodernisierung und bei der Steinkohle auf die gegenwärtig günstige Wett­bewerbssituation gegenüber dem Erdgas in der Stromerzeugung zurück. Mineralöl und Erdgas trugen auch 2012 mit stabilen Anteilen zur breit diversifizierten Energieversor­gung des Landes bei.

Anstieg der Kohlendioxid-Emissionen

Der Zuwachs beim Energieverbrauch sowie der verstärkte Einsatz fossiler Energieträ­ger wird voraussichtlich zu einer absoluten Erhöhung des CO₂-Ausstoßes in Deutsch­land führen. Bereinigt um den Temperatureinfluss hat sich der CO₂-Ausstoß gering­fügig vermindert.

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