Wego Vti nimmt ersten batterieelektrischen Hochkran-LKW in Betrieb
(03.11.2026) Der Baustoffgroßhändler Wego Vti hat am Standort Frankfurt-Kelsterbach seinen ersten rein elektrischen Hochkran-LKW in Betrieb genommen. Der MAN eTGS kombiniert einen batterieelektrischen Antrieb mit dem Palfinger-Ladekran PK 250 TEC. Das Fahrzeug soll vor allem für Baustellenbelieferungen im Großraum Frankfurt eingesetzt werden.
Elektrifizierung erreicht die rund 200 Fahrzeuge starke LKW-Flotte
Wego Vti hat in den vergangenen Jahren bereits Lager- und Mitnahmestapler auf elektrische Modelle umgestellt und den Anteil vollelektrischer Firmen-PKW erhöht. Mit dem neuen Hochkran-LKW beginnt nun die Elektrifizierung der rund 200 Fahrzeuge umfassenden LKW-Flotte. Alexander von Weinzierl, Bereichsleiter Operations bei Wego Vti, erläutert: „Es gibt zwar bereits Elektro-LKW mit Absetzkränen und Mitnahmestaplern. An einen batterie-elektrischen Hochkran-LKW hat sich in der Branche aber bisher noch niemand herangetraut. Für uns als Wego Vti ist die Reduktion des CO₂ Fußabdrucks bei unserem großen Fuhrpark elementarer Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Wir setzen auf unseren eigenen Fuhrpark und wollen diesen konsequent nachhaltiger gestalten.”
MAN eTGS mit Palfinger PK 250 TEC
Die Planungen für das Fahrzeug begannen nach Angaben des Unternehmens bereits vor mehr als 18 Monaten. Eine wesentliche technische Herausforderung war die Kombination des elektrischen Fahrgestells mit dem Hochkran. Dessen Aufbau stellt insbesondere Anforderungen an die Leistung des Nebenantriebs. An der technischen Abstimmung waren Wego Vti, MAN, Döhle Fahrzeugbau und der Kranhersteller Palfinger beteiligt.
Zum Einsatz kommt ein Palfinger-Ladekran PK 250 TEC. Tobias Bauregger, Key Account Manager von Palfinger: „Die intelligente Technologie des Ladekranes PK 250 TEC kombiniert hohe Präzision, innovative Assistenzsysteme und große Leistungsfähigkeit mit den Vorteilen eines vollelektrischen Fahrzeugs. Das ermöglicht emissionsfreies Arbeiten am Einsatzort, deutlich reduzierte Geräuschentwicklung und höchste Effizienz bei jedem Hub.” Der Hochkran verfügt über eine maximale Reichweite von 25 m und kann Lasten bis 1.200 kg heben. Damit wurde die Krananlage auf die Anforderungen der Baustofflogistik von Wego Vti ausgelegt.
350 kWh-Batterie für rund 250 km Reichweite
Die Nutzlast des MAN eTGS liegt laut Wego Vti ungefähr auf dem Niveau des entsprechenden Verbrennerfahrzeugs. Das höhere Batteriegewicht wird durch ein höheres zulässiges Gesamtgewicht des E-LKW ausgeglichen. Die Batterie verfügt über eine Bruttokapazität von 350 kWh und ermöglicht nach Angaben des Unternehmens eine Reichweite von ungefähr 250 km. Damit können vom Standort Kelsterbach aus die üblichen Baustellen im Großraum Frankfurt beliefert werden.
Für die Energieversorgung des Fahrzeugs hat Wego Vti am Standort zusätzlich eine 200 kW-Schnellladesäule installiert. Die erforderliche Anschlussleistung war am Standort in der Nähe des Frankfurter Flughafens bereits vorhanden. Grundsätzlich kann der E-LKW auch öffentliche DC-Schnellladestationen nutzen. Wego Vti weist allerdings darauf hin, dass viele Ladeparks hinsichtlich Zufahrt und Abmessungen bislang vor allem für PKW ausgelegt sind.
Pilotprojekt für die weitere Flottenelektrifizierung
Mit dem Fahrzeug sind zunächst höhere Investitionskosten verbunden. Nach Angaben von Wego Vti kosten elektrische Fahrgestelle derzeit etwa das 2,5-Fache vergleichbarer Verbrennerversionen. Beim Pilotprojekt kamen zudem Investitionen in die Schnellladeinfrastruktur hinzu. „Während im Langstreckenverkehr bereits heute durch den Wegfall der Streckenmaut ein positiver Business Case dargestellt werden kann, gilt dies Baustellenbelieferungen auf der letzten Meile nicht. Weil der E-Hochkran ein wichtiges Pilotprojekt hinsichtlich der Elektrifizierung der Baustellenlogistik darstellt, wurde unser Projekt durch die Innovationsförderung Hessen unterstützt”, so von Weinzierl. Wego Vti plant, die Elektrifizierung seiner LKW-Flotte fortzuführen. Die im Betrieb des MAN eTGS gesammelten Erfahrungen sollen dabei in die weitere Planung einfließen.
Weitere Informationen können per angefordert werden.
siehe auch für zusätzliche Informationen:
ausgewählte weitere Meldungen:
- AST und Jekko kooperieren bei Schulungen für den sicheren Einsatz von Minikranen (21.07.2026)
- TWF Tiefbautechnik: Sichere Einstiegslösung für Baugruben (20.07.2026)
- Testeinsatz für Böcker Autokrane an der Westfalenhalle Dortmund (23.04.2026)
- Reverse Graffiti am Staudamm: Die Rückkehr der Samurai (14.04.2026)
- Der mit dem Maulwurf tanzt: Schweizer Tiefbauer setzt auf langlebige Baggertechnik (13.04.2026)
siehe zudem:
- Baumaschinen im Ingenieurbau-Magazin bei Baulinks
- Literatur / Bücher über Baumaschinen bei Baubuch / Amazon.de


