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Wieviel Rente bringen die eigenen vier Wände? Rentner-Ehepaare werden im Schnitt um monatlich 1199 Mark entlastet

(9.12.2001) Die eigenen vier Wände stehen fast sinnbildlich für materielle Sicherheit im Alter. Doch wieviel bringt mietfreies Wohnen für Rentner und Pensionäre tatsächlich? Mit Hilfe der neuesten Daten des Statistischen Bundesamtes kann diese Frage jetzt in Mark und Pfennig beantwortet werden. Nach Berechnungen von LBS Research wird ein Rentner monatlich im Schnitt um 1016 Mark (West: 1036 Mark, Ost: 788 Mark) entlastet, wenn er im entschuldeten Wohneigentum statt zur Miete lebt. Bei Ehepaaren erreicht die "Immobilien-Rente" sogar 1.199 DM (West: 1237 Mark, Ost: 901 Mark).


Möglich ist die exakte Berechnung, weil das Statistische Bundesamt im Rahmen der regelmäßigen Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) auch die Wohnsituation von Ruheständlern erfasst. Der sogenannte "Mietwert des selbstgenutzten Wohneigentums", der sich aus Vergleichsmieten bestimmen lässt, wird nach dem Stand von 1998 "netto" ausgewiesen, also nach Abzug aller Aufwendungen für den Unterhalt der selbstgenutzten Immobilie.

Getrennt erfasst werden in der Statistik außerdem die Pensionäre (allerdings nur für Westdeutschland). Bei den ehemaligen Beamten fällt der Vorteil des mietfreien Wohnens noch deutlicher aus. Sie erzielen - sofern sie alleinstehend sind - eine "Immobilien-Rente" von 1185 Mark; Verheiratete kommen sogar auf 1351 Mark.

Rentnern, die in den eigenen vier Wänden leben, bringt die ersparte Miete eine "Zusatz-Rente" in einer Größenordung von 30 Prozent. Ihr Nettoeinkommen steht ihnen damit voll für andere Ausgaben als das Dach über dem Kopf zur Verfügung. Ganz anders die Situation von Ruheständlern, die zur Miete wohnen. Die monatlichen Überweisungen an den Vermieter müssen aus den Altersbezügen bestritten werden. In typischen Fällen bedeutet dies Einkommens-Belastungen von 25 Prozent.

Wohneigentümer haben gegenüber Mietern einen weiteren Vorteil: Sie haben mehr Platz. Zum Beispiel lebt ein westdeutsches Rentnerpaar mit eigenen vier Wänden im Schnitt auf einer Fläche von 114 Quadratmetern. Das Rentnerpaar, das zur Miete wohnt, kommt dagegen nur auf 79 Quadratmeter. Ganz ähnlich ist das Bild bei Zwei-Personen-Rentnerhaushalten im Osten. Hier verfügen Wohneigentümer im Ruhestand über durchschnittlich 92 Quadratmeter, die Mieter müssen sich mit einer Wohnfläche von 63 Quadratmetern begnügen.

Nach Angaben von LBS Research bestätigen die Berechnungen andere wissenschaftliche Untersuchungen der jüngsten Zeit zur Alterssicherung in Deutschland. Das Forschungsinstitut empirica etwa kommt in einer Auswertung der EVS-Daten zu dem Ergebnis, dass der Lebensstandard im Alter nicht in erster Linie abhängt vom früheren Einkommen. Vielmehr lässt sich beobachten, dass Menschen, die sich im Laufe ihres Erwerbslebens für Wohneigentum entschieden haben, ein diszipliniertes Sparverhalten aufweisen und damit bis zum Eintritt in den Ruhestand ein Vielfaches an Vermögen aufbauen. Mieter mit gleich hohen Einkommen fehlt dieser Anreiz zum Sparen. Im Ergebnis scheitern sie am Vermögensaufbau und müssen die weiter steigenden Wohnkosten voll aus ihrer Rente bezahlen.

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