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Mieterbund legt bundesweiten Betriebskostenspiegel vor

  • Im Durchschnitt 2,44 Euro/qm monatlich für die "zweite Miete"

(2.12.2005) "Im Durchschnitt zahlen Deutschlands Mieter für ihre Wohnung 2,44 Euro pro Quadratmeter im Monat an Betriebskosten", erklärte Dr. Franz-Georg Rips, Direktor des Deutschen Mieterbundes (DMB), anlässlich der Vorstellung des ersten repräsentativen, bundesweiten Betriebskostenspiegels auf einer Pressekonferenz in Berlin. "Das bedeutet, Mieter einer 80 Quadratmeter großen Wohnung zahlen im Monat 195,20 Euro für Heizkosten und kalte Nebenkosten, das sind 2.342,40 Euro im Jahr. Damit machen die Betriebskosten im Jahr 2004 35,3 Prozent der Gesamtmietbelastung aus." *)

Weil sich die Betriebskosten längst zu einer "zweiten Miete" entwickelt haben und weil aktuell bei den Heizkosten Preissteigerungen von 30 Prozent und mehr zu erwarten sind, ist für Mieter ein Instrument wichtig, mit dem eine Vergleichbarkeit der Betriebskosten hergestellt wird.

Der Deutsche Mieterbund hat in den vergangenen Monaten rund 13.000 Datenwerte des Abrechnungsjahres 2004 erfasst. Diese Daten beziehen sich auf mehr als 10 Millionen Quadratmeter Mietwohnungsfläche und sollen erstmals umfassende und repräsentative Aussagen zur Durchschnittshöhe von Betriebskosten in Deutschland zulassen. Der in Zusammenarbeit mit der Konstanzer Firma mindUp Web + Intelligence GmbH erstellte Betriebskostenspiegel (auch im PDF-Format) soll künftig jährlich fortgeschrieben werden. In den nächsten Wochen werden auch Durchschnittszahlen für die einzelnen Bundesländer und für einzelne Städte veröffentlicht.

Der erste bundesweite Betriebskostenspiegel weist für 15 bzw. 16 verschiedene Betriebskostenarten Durchschnittswerte, kritische obere Grenzwerte und untere Grenzwerte aus. Die Durchschnittswerte liegen tendenziell geringfügig unter den bisher veröffentlichten regionalen Betriebskostenübersichten einzelner Städte. Die Gründe hierfür können vielfältig sein. So spielen bei den Heizkosten auch die klimatischen Verhältnisse eine wichtige Rolle, bei den kommunalen Gebühren kann es zu gravierenden Unterschieden zwischen einzelnen Städten kommen, und im Dienstleistungsbereich ist das allgemeine Lohn- und Preisniveau ein mit entscheidender Kostenfaktor.

Ziel des Betriebskostenspiegels ist es, Transparenz und Vergleichbarkeit sowohl für Wohnungssuchende als auch für die mehr als 21 Millionen Haushalte herzustellen, die jährlich Betriebskostenabrechnungen erhalten. Gleichzeitig soll der Betriebskostenspiegel Anhaltspunkte für eine Überprüfung der Abrechnung nach Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten liefern, und er soll Vermietern Hinweise geben, wo Einsparmöglichkeiten existieren und Maßnahmen eingeleitet werden sollten, um überhöhte Betriebskosten zu reduzieren.

"Mit der Aufstellung und der geplanten jährlichen Fortschreibung von Betriebskostenspiegeln haben wir neben den Mietspiegeln, die die Grund- oder Nettokaltmiete in einer Stadt wiedergeben, ein weiteres Transparenzinstrument geschaffen, an dem sich Mieter und der Markt insgesamt orientieren können", sagte Dr. Franz-Georg Rips.

Für Haus & Grund ist der Betriebskostenspiegel des Mieterbunds "unbrauchbar und irreführend"

Nach Ansicht der Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund sei der Betriebskostenspiegel ein "unbrauchbares und irreführendes Instrument", um die Nebenkosten des Wohnens transparent darzustellen. "Die Ergebnisse sind für Mieter und Vermieter ohne Aussagekraft und können ein gutes Mietverhältnis unnötig belasten", kritisiert Haus & Grund-Präsident Rüdiger Dorn. Denn etwa 85 Prozent der Betriebskosten seien vom Vermieter überhaupt nicht zu beeinflussen. Hierzu gehören etwa die kommunalen Abgaben und Gebühren (z.B. Grundsteuer, Beiträge für Straßenreinigung etc.) sowie insbesondere die Energiekosten. "Gerade die Kosten für Heizung, Wasser und Strom sind fast ausschließlich abhängig vom Verbrauchsverhalten der Mieter", stellt Rüdiger Dorn klar. Lediglich bei vergleichsweise geringen Kostenpositionen, wie z.B. der Gebäudereinigung oder der Aufzugswartung habe der Vermieter einen kleinen Gestaltungsspielraum.

"Die verbrauchsbezogene Abrechnung ist für Hausbewohner die ökonomisch gerechteste und ökologisch sinnvollste Methode", unterstreicht der Haus & Grund-Präsident. Denn bei den Betriebskosten könne der Mieter durch sparsames Verbrauchsverhalten seine individuellen Ausgaben mindern.

Für Haus & Grund ist die Aussage des Mieterbundes, jede zweite Betriebskostenabrechung sei falsch, völlig haltlos und ohne jede faktische Grundlage. "Der Mieterbund bekommt nur einen Bruchteil davon auf den Tisch und natürlich nicht die korrekt erstellten Abrechungen", sagt Rüdiger Dorn. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass die Vermieter ohnehin einen Großteil der Betriebskosten schon im Voraus verauslagt haben und in der Regel nur als "Inkassoinstitution" für Ver- und Entsorgungsunternehmen, Finanzämter oder Versicherungsgesellschaften fungieren.

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*) Quelle: Wohnen und Bauen in Zahlen 2005; Statistisches Bundesamt und eigene Berechnungen

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