Erbebensichere Nachrüstung: Stabilität, wenn die Erde bebt
(16.09.2026) Jährlich werden weltweit nach Angaben des U.S. Geological Survey rund 500.000 Erdbeben registriert. Damit stellen Erdbeben eine große Gefahr für die Sicherheit von Bauwerken dar. Besonders anfällig für Schäden sind Bestandsgebäude, die vor der Einführung moderner Erdbebennormen errichtet wurden und daher häufig nicht über eine ausreichende seismische Widerstandsfähigkeit verfügen. Vor allem in erdbebengefährdeten Regionen stehen Tragwerksplaner und Statiker daher vor besonders großen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie bestehende Gebäude wirksam erdbebensicher nachgerüstet werden können.
Großversuche in Originalgröße
Die Unternehmensgruppe Fischer führte gemeinsam mit der Partneruniversität Purdue University in den USA ein Forschungsprojekt zur seismischen Verstärkung von Stahlbetontragwerken durch. Im Rahmen von Großversuchen in Originalgröße wurde unter anderem das Verhalten von Träger-Stützen-Verbindungen untersucht, die unter seismischer Einwirkung besonders hohen Beanspruchungen ausgesetzt sind und aufgrund ihrer zentralen Funktion als kritische Stellen im Tragwerk gelten, da ihr Versagen zum Einsturz des gesamten Systems führen kann. Ihre besondere Beanspruchung während eines Erdbebens erläutert Dr. Margaritis Tonidis, ehemaliger Doktorand an der Purdue University und leitender Projektingenieur des Projekts: „Auf diese Knotenpunkte in Tragwerken wirken bei der horizontalen Belastung während eines Erdbebens besonders hohe Spannungen und große Kräfte ein.”
Neue Verstärkungslösung für Rahmenknoten
Ein System aus Verbundankern und Voutenelementen zur nachträglichen Verstärkung von Rahmenknoten wurde erfolgreich getestet. Dabei kamen ein Injektionsmörtel des Unternehmens Fischer sowie Gewindestangen zum Einsatz. Durch die Verstärkung wird der Kraftfluss zwischen Träger und Stütze gezielt modifiziert, sodass Lasteinwirkungen aus dem Knotenbereich in die angrenzenden Bauteile abgeleitet werden. Das Verbunddübelsystem soll auch im Erdbebenfall ein kontrolliertes Tragverhalten gewährleisten. Dazu tragen definierte Versagensmechanismen bei, die laut Unternehmensangaben einen vollständigen Kollaps des Systems verhindern sollen. Nach der erfolgreichen wissenschaftlichen Validierung wird die Verstärkungslösung nun in die praktische Anwendung im Gebäudebestand überführt. Die Ergebnisse machen Hoffnung und zeigen realistische sowie bezahlbare Möglichkeiten auf, ältere Gebäude künftig widerstandsfähiger gegenüber Erdbeben zu machen.
Weitere Informationen können per E-Mail an Fischerwerke angefordert werden.
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siehe zudem:
- Befestigung, Baubetrieb, Baulinks
- Literatur / Bücher zu Betonschrauben, Amazon


