Berstverfahren: Rohrsanierung unter beengten Bedingungen
(16.09.2026) In Steinfeld, im Oldenburger Münsterland, wurde ein 430 m langer Schmutzwasserkanal erneuert. Die bestehende Leitung aus Steinzeugrohren wies sowohl erhebliche bauliche Schäden als auch eine unzureichende hydraulische Leistungsfähigkeit auf, sodass eine Erneuerung zwingend erforderlich war. Die Baumaßnahme erfolgte innerhalb eines bewohnten Siedlungsgebiets unter beengten Platzverhältnissen. Da der Kanal unter einem Gehweg verlief und sich dort zudem zahlreiche Versorgungsleitungen sowie Bäume befanden, hätte eine Erneuerung in offener Bauweise erhebliche Eingriffe in die Oberfläche und einen deutlich höheren Bauaufwand erfordert.
Im Auftrag der Gemeinde Steinfeld erneuerte die Sanierungstechnik Dommel GmbH den Kanal daher im Berstverfahren. Durch den Einsatz der grabenlosen Technik konnte die Haltung in Neubauqualität vollständig und wirtschaftlich instandgesetzt werden, ohne die Straße auf voller Länge öffnen zu müssen.
Rohrerneuerung im Berstverfahren
Beim Berstverfahren wird das vorhandene Rohrsystem zunächst über bestehende Schächte oder punktuelle Baugruben zugänglich gemacht. Anschließend wird ein Berstgestänge, das aus zugfest miteinander verkuppelten, leiterförmigen Stahlstangen besteht, in das Altrohr eingeschoben. An der Zugseite wird ein Berstkopf montiert, der das Altrohr beim Rückzug des Gestänges aufbricht. Die entstehenden Rohrbruchstücke werden in das umgebende Erdreich verdrängt, während gleichzeitig das neue Rohr in die bestehende Trasse eingezogen wird. Die Erneuerung des Kanals erfolgt somit in nur einem Arbeitsgang. Das Verfahren kann sowohl dimensionsgleich, also mit gleichem Rohrdurchmesser, als auch dimensionsvergrößernd mit einem größeren Rohrdurchmesser ausgeführt werden.
In Steinfeld wurde der neue Kanal in gleicher Trasse mit Rohren aus Polypropylen (PP-HM) DN 250 hergestellt. Aufgrund der zahlreichen angrenzenden Versorgungsleitungen sowie der hohen Bodendichte wurden die neuen Rohre nicht nur eingezogen, sondern auch synchron eingeschoben. Durch diese Vorgehensweise konnten die erforderlichen Baugruben kleiner dimensioniert und der aufwändige Bau von Widerlagern zur Aufnahme der hohen Zugkräfte reduziert werden.
Erstmals setzte das Unternehmen dabei das Berstsystem Grundoburst 800G von Tracto-Technik ein. Mit einer Zugkraft von 80 t und dem QuickLock-Gestängesystem bietet die Maschine eine hohe Leistungsfähigkeit bei gleichzeitig kompakter Bauweise. Diese ermöglicht grundsätzlich den Einsatz aus nur einer Baugrube in beide Richtungen. Darüber hinaus kann die Maschine per Fernbedienung von nur einer Person bedient werden, wodurch sowohl die Arbeitssicherheit erhöht als auch die Baustellenlogistik vereinfacht wird.
siehe auch für zusätzliche Informationen:
ausgewählte weitere Meldungen:
- Schwammstadt und klimaresiliente Stadtplanung im Fokus von Starkregen und Trockenheit (3.6.2025)
- Vp Groundforce Hydrauliksysteme sichern U-Bahn-Ausbau ab (14.4.2025)
- Josef-Dieter Deix wird neuer COO der PORR AG (12.3.2025)
- Robotergestützte Kanalsanierung am Flughafen Hahn (10.2.2025)
- Gütegemeinschaft Entwässerungstechnik informiert über dichte Schachtabdeckungen (10.2.2025)
- FibreEco-Abdeckung mit PE-Ausgleichsring für Schächte (4.2.2025)
siehe zudem:
- Kanalisation, Abwassertechnik, Klärtechnik und Regenwassernutzung auf Baulinks
- Literatur / Bücher zu den Themen Tiefbau, Abwassertechnik, Regenwassernutzung bei Amazon


