Ziegelindustrie mit soliden Halbjahreszahlen - trotz Corona
(16.11.2020) Die deutsche Ziegelindustrie zieht für das erste Halbjahr 2020 eine weitgehend positive Bilanz. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wuchs die wertmäßige Produktion von Januar bis Juni 2020 bei Mauerziegeln insgesamt um 3,2% - davon entfielen auf ...
- Hintermauerziegel 0,4%,
- Ziegel für Boden- und Straßenbeläge 5,9% und auf
- Vormauerziegel 7,7%.
Selbst der Dachziegelbereich, der in den letzten Jahren mit Einbußen zu kämpfen hatte, konnte demnach um 0,4% leicht zulegen. Branchenradar.com wiederum sieht im Nachbarbeitrag „Steildach in der Krise“ 2020 nur Eindeckungen aus Metall mit einem Plus bei den Herstellererlösen.
„Auch unter erschwerten Corona-Bedingungen konnte der Ziegel seine Position als Marktführer unter den Wandbaustoffen behaupten. Angesichts der erneuten Beschränkungen ist es allerdings fraglich, ob sich dieser positive Trend auch in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen wird“, kommentiert Dr. Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Ziegelindustrie die Halbjahreszahlen. „Ebenso ist mittelfristig gesehen noch völlig unklar, welche Auswirkungen die im September erneut verschärften klimapolitischen Ziele der EU auf die deutsche Industrie haben werden. Dennoch sind die Zahlen für unsere Branche, insbesondere die gute Entwicklung bei Vormauerziegeln und Klinkern, erfreulich. Der aktuelle Trend zugunsten langlebiger Ziegelfassaden wird damit erneut bestätigt.“
Förderung sei Dank!
Das leichte Umsatzplus im Dachziegelbereich dürfte mit den zu Jahresbeginn deutlich verbesserten Förderkonditionen und erhöhten Fördermitteln bei der energetischen Gebäudesanierung zusammenhängen. Aufgrund ihrer optimalen Dachneigung hätten Steildächer großes Energieeinsparpotenzial und seien somit ein beliebter Ansatzpunkt, um den Energieverbrauch zu minimieren, argumentiert die Ziegelindustrie.
Mit Blick in die Zukunft erwartet der Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie einen weiteren Ausbau der Förderkulisse zugunsten der energetischen Gebäudesanierung. „Diese werden der bislang vernachlässigten Bestandssanierung ab 2021 die dringend nötige Dynamik verleihen“, so Frederichs. Allein durch eine Erhöhung der Dachsanierungsquote von derzeit 1,3 auf 2 Prozent könnten rund 94 Millionen Tonnen CO₂ bis 2050 eingespart werden.
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