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ZVDH-Umfrage: Dachdeckerhandwerk kommt offenbar gut durch die Coronakrise

(6.5.2020) Die Auswirkungen der Corona-/COVID19-Krise auf das Dachdeckerhandwerk war Thema einer Umfrage, die der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) vor zwei Wochen gestartet hatte. Befragt wurden die rund 7.000 Mitgliedsbetriebe, über 1.300 Betriebe haben geantwortet.

© Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) 

Dachdeckerhandwerk kommt gut durch die Krise

Ein bemerkenswertes Ergebnis der ZVDH-Umfrage ist, dass die meisten Betriebe bislang keine oder nur geringe coronabedingte Auswirkungen spüren. Eine der deutlichsten Folgen sind für rund 20% der Betriebe Auftragsverschiebungen, bei 12% kommt es zu Umsatzrückgängen. Nur 7% geben an, stark oder sehr stark von Stornierungen betroffen zu sein. Am deutlichsten zeigen sich Auftragsrückgänge bei privaten Auftraggebern, dort schwerpunktmäßig im Bereich Sanierung und Reparatur.

Personalausfälle - sei es durch Erkrankungen oder wegen notwendiger Kinderbe­treu­ung - müssen laut Umfrage nur knapp 13% der Betriebe in Kauf nehmen. Kaum ins Gewicht fallen fehlendes Material oder der Wegfall von Vorleistungen.

Gur für die Zukunft aufgestellt

Um die Krise bestmöglich zu meistern, stehen diverse Instrumente zur Verfügung:

  • Abbau von Urlaub und Überstunden,
  • Inanspruchnahmen von Soforthilfen und Krediten,
  • Einführen von Kurzarbeit,
  • schlimmstenfalls sogar das Entlassen von Personal.

Auch hier sieht sich das Dachdeckerhandwerk gut aufgestellt: 60% der Betriebe, die an der Umfrage teilnahmen, mussten bislang keine der genannten Maßnahmen umsetzen, Kündigungen und vorübergehende Betriebsschließungen blieben insgesamt gesehen die absolute Ausnahme.

Viel Wert werde aber auch auf das Befolgen der Hygienemaßnahmen gelegt. Hierfür würden den Mitarbeitern die notwendigen Utensilien zur Verfügung gestellt und das Einhalten der Vorgaben geschult werden. Viele Betriebe arbeiteten zudem im Schichtsystem mit festen Teams, der Fahrzeugbestand sei erweitert worden, und Mitarbeiter, die zur Risikogruppe gehören, blieben zu Hause. Befragt zu den Auftragsvorläufen zeigt sich, dass fast 67% noch bis zu 4 Monaten mit Aufträgen versorgt sind, 30% gaben sogar an, auch über 4 Monate hinaus noch Arbeiten in den Büchern zu haben.

„Bei all diesen positiven Ergebnissen muss aber klar sein, dass man den Krisenzustand nur noch begrenzt durchhalten kann. Auch private Auftraggeber leiden finanziell unter der Krise, und wenn es dann nicht unbedingt notwendig ist, wird das Dach eben nicht neu gedeckt. Zudem rechnen wir im Gewerbebau zunehmend mit deutlicher Zurückhaltung bei Investitionen“, macht Dachdeckermeister und ZVDH-Präsident Dirk Bollwerk deutlich. Ab Herbst, so fürchten denn auch einige Betriebe, werde sich das Blatt möglicherweise wenden.

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