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Euroconstruct erwartet kräftigen Aufschwung im europäischen Baugewerbe

(20.6.2021) Die Erholung der europäischen Bauwirtschaft verläuft schneller als ursprünglich erwartet, so dass ein Großteil der Verluste aus der Corona-Pandemie umgehend wieder aufgeholt sein könnte: Laut neuesten Schätzungen wird das Bauvolumen im Euroconstruct-Raum im Jahr 2021 um 3,8% wachsen - nach einem Einbruch von 5,1% im Corona-Jahr 2020. Im Vergleich zu den bisherigen Prognosen fiel der Rückgang 2020 geringer aus als erwartet, so dass spätestens 2022 wieder das Vorkrisenniveau erreicht werden könnte.

Vor dem Hintergrund der deutlich günstigeren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der EG-19 profitiert auch die Bauwirtschaft von einer insgesamt schnellen wirtschaftlichen Erholung. Anders als in den vergangenen Jahren wird die Bauwirtschaft ab 2022 aber eine geringere Wachstumsdynamik als die Gesamtwirtschaft aufweisen:

  • Während die Wachstumsraten des Baugewerbes in 2022 und 2023 bei 3,0% und 2,1% liegen werden,
  • wird die Wirtschaft in der EG-19 um 4,4 % und 2,0 % wachsen - so die Erwartungen, die auf der 91. Euroconstruct-Konferenz  in Wien am 10 Juni formuliert wurden.

2020 brachte drastische Rückgänge der gesamten Bauproduktion in fast allen EG-Län­dern. Insbesondere in den nordischen Ländern war aber das Baugewerbe vergleichsweise widerstandsfähig gegen die Pandemie - mit sogar positiven Wachstumsraten in mehreren Ländern. Demgegenüber steht ein negativer Wachstumstrend in den osteuropäischen Ländern, wobei Tschechien und Polen etwas glimpflicher davonkamen.

Für Kontinental- und Südeuropa ergibt sich ein sehr heterogenes Bild: Während die Bauproduktion in Frankreich einbrach, lag das Wachstum in Deutschland ebenso wie in der Schweiz nur knapp unter Null. Moderate Einbußen waren in Österreich und Belgien zu verzeichnen. Portugal konnte sich von der negativen Dynamik im Nachbarland Spanien abkoppeln. In den angelsächsischen Ländern gab es 2020 insgesamt einen sehr deutlichen Einbruch.

Die (fast) einhellig negativen Wachstumsraten der Bauwirtschaft in den Euro­con­struct-Ländern im Jahr 2020 sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Erholungspfade sehr unterschiedlich sind. Es sei keineswegs so, dass stärkere Einbrüche im vergangenen Jahr automatisch in diesem Jahr kompensiert werden könnten. Besonders deutlich werde dies im Fall von Irland, Ungarn, der Slowakei, Spanien und Frankreich, die 2020 sehr hohe Rückgänge in der gesamten Bauproduktion hinnehmen mussten und diese wohl nur teilweise kompensieren können. Speziell Irland und Ungarn müssen sogar weitere Rückgänge im Jahr 2021 erwarten.

Umgekehrt ist die Situation in Portugal und den nordeuropäischen Ländern (Dänemark, Finnland, Schweden und Norwegen): Nach sehr robusten Ergebnissen 2020 dürfte es 2021 zu einer Fortsetzung der positiven Entwicklung im Jahr 2021 kommen.

Aus sektoraler Sicht hat wohl der Tiefbau, der bereits in den vergangenen Jahren eine deutlich überdurchschnittliche Wachstumsdynamik aufwies, bis 2023 die vielversprechendsten Jahre. Der Nichtwohnungsbau, der am stärksten von der Krise betroffen war, wird mit einem relativ schwachen Erholungspfad in den kommenden Jahren zurechtkommen müssen. Der Wohnungsbau hingegen wird weiterhin stabile Wachstumsraten aufweisen, die Wachstumsdynamik nimmt aber nach 2021 deutlich ab.

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