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Ingenieurmonitor: Ingenieurarbeitsmarkt hat Nachfrage-Tal durchschritten


  

(20.6.2021) Nachdem die Corona-Krise 2020 deutlich negative Spuren auf dem Ingenieurarbeitsmarkt hinterlassen hat, zeigen sich 2021 erstmals wieder positive Signale - das geht aus den Zahlen zum ersten Quartal 2021 im aktuellen Ingenieurmonitor hervor, den der VDI mit dem Institut der deutschen Wirtschaft herausgibt.

Demnach ist im Vergleich zum Vorjahresquartal die Arbeitskräftenachfrage im ersten Quartal 2021 zwar gesunken, allerdings nur noch um 5,1%. Zum Vergleich: Im vierten Quartal 2020 wurde noch ein starker Rückgang des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots in Höhe von 21,1% festgestellt.

Im ersten Quartal 2021 nahm zwar die Arbeitslosigkeit in den Ingenieur- und Informatikerberufen um 32,6% gegenüber dem Vorjahresquartal zu. Aber auch hier zeigen sich Verbesserungen: Im vierten Quartal stieg die Arbeitslosigkeit im Vorjahrsvergleich noch sprunghaft um 40,1% an.

Negativer Effekt der Corona-Krise überwunden

Der Ingenieurmonitor sieht den negativen Effekt der Corona-Krise als überwunden an - der Tiefpunkt lag im dritten Quartal 2020. Auch der Blick auf die Gesamtdaten bestätigt dieses Bild: Im saisonal günstigen dritten Quartal 2020 lag die Arbeitslosigkeit mit 46.100 auf einem ähnlichen Niveau wie im ersten Quartal 2021 mit 46.200. Die Anzahl des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots in den Ingenieur- und Informatikerberufen stieg hingegen von 92.400 im dritten Quartal 2020 auf 102.500 im ersten Quartal 2021 deutlich an.

Das größte gesamtwirtschaftliche Stellenangebot ergab sich im ersten Quartal 2021 in den Informatikerberufen mit 34.230, gefolgt von den ...

  1. Ingenieurberufen Bau/Vermessung/Gebäudetechnik und Architektur mit 33.950,
  2. Ingenieurberufen Energie- und Elektrotechnik mit 12.890 und den
  3. Ingenieurberufen Maschinen- und Fahrzeugtechnik mit 9.260.

Im Vergleich zum Tiefpunkt der Corona-Krise im dritten Quartal 2020 nahm die Nachfrage in diesen Berufen deutlich zu.

Bauingenieure gesucht

Im Vergleich zum ersten Quartal 2020 war weiterhin ein hoher Rückgang bei den Ingenieurberufen Maschinen- und Fahrzeugtechnik in Höhe von 21,8% zu verzeichnen. Bei den Informatikerberufen lag die Nachfrage mit -6,7% leicht unter den Höchstständen im ersten Quartal 2020. Bei den Ingenieurberufen Bau/Vermessung/Gebäudetechnik und Architektur mit +2,1% und den Ingenieurberufen Energie- und Elektrotechnik mit +2,3% gab es im Vorjahresvergleich sogar Zuwächse beim gesamtwirtschaftlichen Stellenangebot.

Die stark industrienahen Qualifikationen auf dem Ingenieurarbeitsmarkt erholen sich schrittweise vom starken temporären Nachfragerückgang, während sich bau-, ener­gie- und IT-nahe Qualifikationen wieder Rekordwerten nähern. Gründe dafür sind die strukturell hohen Baubedarfe und steigende Bedarfe durch Dekarbonisierung und Digitalisierung.

Rückgänge bei Zuwanderung über die Hochschulen in den Ingenieurwissenschaften

Das Schlaglicht dieses Berichts analysiert die Bedeutung der Zuwanderung zur Fachkräftesicherung in Deutschland. So nahm die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Ingenieuren mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit von Ende 2012 bis Ende September 2020 um 92,2% zu. Besonders hoch war dabei das Beschäftigungswachstum von Drittstaatsangehörigen.

Ende September 2020 hatten die meisten ausländischen Beschäftigten in Ingenieurberufen eine Staatsangehörigkeit aus Indien, gefolgt von Italien, der Türkei, Frankreich, China und Spanien. Für Zugewanderte aus Indien und China waren dabei die Hochschulen als Zuwanderungsweg von besonderer Bedeutung. Die Zahl der Studierenden in Ingenieurwissenschaften und Informatik mit indischer und chinesischer Herkunft war besonders hoch, die Corona-Krise hat jedoch zu einem Rückgang bei den Studienanfängerinnen und -anfängern aus diesen Ländern geführt.

Als Folge der Corona-Krise ist daher absehbar, dass sich mittelfristig der Beitrag der Zuwanderung über die Hochschulen zur Fachkräftesicherung in den Ingenieurwissenschaften reduzieren dürfte.

Der vollständige VDI-/IW-Ingenieurmonitor ist via vdi.de/publikationen kostenfrei downloadbar.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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