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Fisco-Rampensysteme für Darmstadts Straßenbahnhaltestellen

(26.10.2026) Die HEAG Mobilo GmbH verbessert die Barrierefreiheit im Darmstädter Straßenbahnnetz. Dafür werden 63 Rampensysteme aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) des Fischer Unternehmens Fisco an Haltestellen im gesamten Streckennetz montiert. Die modularen Konstruktionen erhöhen den Bahnsteig im Einstiegsbereich um 5 cm und ermöglichen damit einen nahezu niveaugleichen Zugang zu den Straßenbahnen. Ein vollständiger Umbau der Haltestellen ist nicht erforderlich.

Mit 63 maßgeschneiderten GFK-Rampensystemen vereinfacht Fisco den barrierefreien Einstieg an Darmstadts Straßenbahnhaltestellen. (Bild: HEAG Mobilo GmbH) 

Barrierefreiheit durch partielle Bahnsteigerhöhungen

Die HEAG Mobilo GmbH, das kommunale Verkehrsunternehmen der Wissenschaftsstadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-Dieburg, arbeitet kontinuierlich an der Verbesserung der Zugänglichkeit ihres Straßenbahnnetzes. Der Großteil der Haltestellen wird bereits als barrierefrei bezeichnet. Mit den zusätzlichen Rampensystemen sollen insbesondere die verbleibenden Höhenunterschiede zwischen Bahnsteig und Fahrzeug reduziert werden.

Die Erhöhungen werden gezielt im Einstiegsbereich des barrierefreien Fahrzeugteils angebracht. Dadurch können Menschen im Rollstuhl, Fahrgäste mit Rollatoren oder Gehhilfen sowie Personen mit Kinderwagen oder Gepäck leichter ein- und aussteigen. Neben den 63 zur Montage vorgesehenen Rampensystemen stehen sieben weitere Exemplare als Ersatzteile oder für spätere Nachrüstungen bereit.

Zwei Rampentiefen für unterschiedliche Haltestellen

Da sich die Platzverhältnisse und baulichen Gegebenheiten der Darmstädter Haltestellen unterscheiden, entwickelte Fisco zwei Rampenvarianten mit Tiefen von 84 beziehungsweise 57 cm. Die Systeme sind überwiegend 4,60 m lang. An kombinierten Haltestellen für Straßenbahnen und Busse beträgt die Länge 5,80 m, sodass auch der Türbereich der Busse berücksichtigt wird. Bei der Konstruktion werden vorhandene Unebenheiten und Neigungswechsel der Bahnsteige einbezogen. Dadurch sollen die Rampenelemente dauerhaft stabil auf dem Untergrund aufliegen. „Barrierefreie Mobilität beginnt im Detail. Mit unseren maßgeschneiderten GFK-Rampensystemen schaffen wir eine langlebige und robuste Lösung, die den öffentlichen Nahverkehr für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste sicherer und komfortabler macht. Gleichzeitig können wir die besonderen Anforderungen der unterschiedlichen Haltestellen zuverlässig erfüllen“, erklärt Dr. Sascha Klein, Geschäftsführer der Fisco GmbH und des Bereichs Bauwerkssanierung bei der Unternehmensgruppe Fischer.

Die GFK-Rampen reduzieren den Höhenunterschied zwischen Bahnsteig und Straßenbahn um 5 cm und erleichtern mobilitätseingeschränkten Fahrgästen den Ein- und Ausstieg. (Bild: HEAG Mobilo GmbH) 

Rutschhemmende Oberfläche und geringes Eigengewicht

Die Rampensysteme bestehen aus glasfaserverstärktem Kunststoff und sind für hohe mechanische Belastungen ausgelegt. Das Material ist korrosions-, UV- und medienbeständig sowie elektrisch nichtleitend. Die geschlossene Oberfläche erfüllt die Anforderungen der Rutschhemmungsklasse R13. Hervorstehende Schrauben werden vermieden. Eine umlaufende, flache Anlaufkante erleichtert das Überfahren der Rampen, während die gelbe Farbgebung deren Sichtbarkeit erhöht. Ein einzelnes Rampenelement wiegt weniger als 11 kg. Dadurch können die Bauteile ohne zusätzliche Transport- oder Hebehilfsmittel gehandhabt und montiert werden.

Flexible Befestigung auf unterschiedlichen Untergründen

Eine besondere Herausforderung bei der Nachrüstung sind die unterschiedlichen Bauweisen der bestehenden Haltestellen. Die ersten barrierefreien Straßenbahnhaltestellen in Darmstadt entstanden bereits in den 1990er-Jahren. Durch verschiedene Bauperioden sowie zwischenzeitliche Änderungen von Normen und Regelwerken unterscheiden sich die vorhandenen Bahnsteigkonstruktionen.

Das modulare Rampensystem ermöglicht eine Anpassung an diese unterschiedlichen Untergründe. Die Konstruktion benötigt nur wenige Befestigungspunkte, deren Positionierung flexibel erfolgen kann. Für die Verankerung werden in der Regel Fischer Betonschrauben UltraCut FBS II aus nichtrostendem Stahl verwendet.

„Jede Haltestelle bringt ihre eigenen Gegebenheiten mit”, erläutert Markus Blust, Teamleiter Produktmanagement der Fisco GmbH. „Gerade vor diesem Hintergrund beweisen sich unser modulares Rampensystem und die eingesetzte Befestigungslösung als besonders praxisgerecht.”

Die Montage erfolgt bei laufendem Betrieb. Neben dem Straßenbahnverkehr und dem Fahrgastwechsel müssen dabei auch der Bus-, Fuß- und Radverkehr sowie teilweise der Pkw- und Lkw-Verkehr aufrechterhalten werden.

Ergebnisse aus Praxistests

Vor der Entscheidung zur breiteren Ausstattung des Straßenbahnnetzes hatte die HEAG mobilo bereits seit 2022/2023 einzelne GFK-Rampen verschiedener Anbieter, darunter Fisco, im Langzeittest erprobt. Die Erfahrungen wurden durch eine Befragung mobilitätseingeschränkter Fahrgäste ergänzt. Dabei wurden insbesondere Komfort, Sicherheitsgefühl und Wahrnehmbarkeit der Rampen bewertet.

„Eine breite Umfrage unter der Zielgruppe mobilitätseingeschränkter Personen hat gezeigt, dass die Rampen bezüglich Komfort, Sicherheitsgefühl und Wahrnehmbarkeit fast durchgängig als ‚gut’ oder ‚sehr gut’ empfunden werden. Sie haben sich außerdem als sehr robust und wartungsarm erwiesen. Das hat uns davon überzeugt, die Rampen jetzt an allen Haltestellen einzubauen, an denen ausreichend Platz auf dem Bahnsteig vorhanden ist”, berichtet Dr.-Ing. Toni Hallas, Projektleitung bei der Abteilung Straßenbahnnetz der HEAG Mobilo GmbH.

Weitere Informationen können per  angefordert werden.

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