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Prüfingenieure für Baustatik in Baden-Württemberg mahnen: Mehr Pfusch und weniger Sicherheit

(11.7.2002) Auf einen dramatischen Rückgang des Sicherheitsstandards bei Neubauten hat der Vorsitzende der Landesvereinigung der Prüfingenieure für Baustatik in Baden-Württemberg, Dipl.-Ing. Josef Steiner (Mannheim) bei einem Festakt aus Anlass des 50jährigen Bestehens der Landesvereinigung in Freudenstadt hingewiesen. Im Hinblick auf die bevorstehende Fortschreibung der Musterbauordnung fordern die Prüfingenieure eine Vereinfachung der Baugesetzgebung ohne Einbußen bei der Bauqualität. Der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Dr. Horst Mehrländer sagte, Deregulierung finde dort ihre Grenzen, wo Sicherheit, Leben und Gesundheit gefährdet würden. Den von verschiedenen Bundesländern beabsichtigten Verzicht der bautechnischen Prüfung kritisierte Mehrländer. Das "Vier-Augen-Prinzip", die bautechnische Prüfung der Bauplanung und die Überwachung der Bauausführung durch einen unabhängigen Prüfingenieur habe sich in der Vergangenheit bewährt.

Pfusch am Bau verursacht jedes Jahr rund 3,5 Millionen Euro. Nach Einschätzung der Bundesvereinigung der Prüfingenieure nahm die Zahl der Schäden vor allem an Wohngebäuden in den letzten zehn Jahren um 10 Prozent zu. Die Ursache dafür liege hauptsächlich in mangelhafter Bauqualität und Planungsfehlern infolge des verschärften Wettbewerbs.

Anstatt durch vorbeugende Kontrollen schon während der Planungs- und Bauphase Schäden zu verhindern, seien Sachverständige heute fast nur noch mit der Erstellung von Gutachten von Bauschäden für gerichtliche Auseinandersetzungen beschäftigt. Vorbeugende bautechnische Kontrollen seien hingegen wesentlich preiswerter als die Mängelbeseitigung und die Gerichtskosten. Ob auf eine bautechnische Prüfung verzichtet werden kann, dürfe nicht von der Größe eines Gebäudes oder der Länge der Feuerwehrleiter abhängen, sondern allein vom Schwierigkeitsgrad und dem Risikopotential eines Tragwerks.

Als Schildbürgerstreich bezeichnete der Landesvorsitzende die Pläne, wonach künftig nicht mehr die Baubehörde einen unabhängigen Prüfingenieur mit der Prüfung bestimmter Bauten beauftragen wird, sondern der einzelne Bauherr selber einen sogenannten Sachverständigen für Standsicherheit benennen soll. Der wirtschaftliche Kampf um Prüfaufträge wäre gleichbedeutend mit dem Verlust der Unabhängigkeit der Prüfingenieure.

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