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Zahl der Arbeitsunfälle auf'm Bau leicht gestiegen - aber nicht aus konjunkturbereinigter Sicht

(30.7.2017) Laut BG BAU-Hauptgeschäftsführer Klaus-Richard Bergmann registrierte die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft 104.820 meldepflichtige Arbeitsunfälle - 2.487 mehr als im Jahr zuvor. Als Grund dafür wird der starke Anstieg der Bautätigkeit identifiziert, die bereinigte Sicht zeigt, dass die Arbeit am Bau an sich nicht unsicherer geworden ist: Die Unfallquote je 1.000 Beschäftigte ist im Jahr 2016 um 0,36% auf 55,29 Fälle zurückgegangen. Das sei aber kein Grund zum Jubeln, so Bergmann, denn der Trend beim Rückgang der Arbeitsunfälle habe sich über die Jahre zunehmend verlangsamt und mache es notwendig, neue Perspektiven in die Präventionsarbeit einzubeziehen. Vor zehn Jahren lag die Unfallquote noch bei 66,60 Fällen je 1.000 Beschäftigte; 2007 registrierte die BG BAU 122.231 meldepflichtige Arbeitsunfälle.


Foto © Thomas Lucks/BG BAU

Ein Unfall-Schwerpunkt waren 2016 die über 20.000 Sturz- und Absturzunfälle - das entsprach 19,4% aller Arbeitsunfälle. Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle ist 2016 von 86 im Vorjahr auf 73 zurückgegangen. Ursache von 41% aller tödlichen Arbeitsunfälle waren 2016 Sturz- und Absturzunfälle. Hauptsächliche Anlässe für solche Unfälle waren ...

  • Abstürze von Gerüsten, Dächern und Leitern sowie
  • Stolper- und Rutschunfälle.

Zudem geschahen viele Unfälle dadurch, dass Beschäftigte die Kontrolle über Maschinen, Handwerkzeuge, Transportmittel oder Ramm-Elemente verloren.

„Hinter den Zahlen stehen die Schicksale der Betroffenen, ihrer Angehörigen und Freunde. Und damit verbunden sind Kosten für die Gemeinschaft der versicherten Unternehmen“, machte Bergmann bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen am 27. Juli 2017 in Berlin deutlich. Für medizinische Behandlungen, anschließende Reha-Maßnahmen und Renten zahlte die BG BAU allein im Jahr 2016 fast 1,2 Mrd. Euro. „Ein wichtiges Mittel, um den Risiken mit wirksamen Maßnahmen begegnen zu können, sind die systematische Analyse der Unfallursachen sowie ausführliche Beratungsgespräche unserer Aufsichtspersonen auf den Baustellen“, sagte der Hauptgeschäftsführer. Weit über 200.000 Betriebsbesichtigungen wurden deutschlandweit allein im Jahr 2016 durchgeführt.

Gründe für den langfristig rückläufigen Trend der Unfallzahlen, so Bergmann, seien zum Beispiel zahlreiche branchenspezifische Initiativen der Prävention, etwa im Zimmererhandwerk sowie Schulungen und das Engagement der BG BAU im Arbeitsprogramm „Organisation“ der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) von Bund, Ländern und der Gesetzlichen Unfallversicherung.


  

Allerdings reichen die Maßnahmen des technischen und organisatorischen Arbeitsschutzes, die in der Vergangenheit zu einem deutlichen Rückgang des Unfallgeschehens führten, allein nicht mehr aus, um den positiven Trend langfristig fortsetzen zu können, so Bergmann: „Auch der Anteil menschlichen Verhaltens am Zustandekommen von Unfällen darf nicht übersehen werden.“ Häufig könne der Mensch durch sein Tun oder Lassen Arbeitsunfälle verhindern: Unwissenheit, Routinen und Bequemlichkeit seien nur einige Gründe, warum es oft trotz möglicher Vorkehrungen zu Unfällen kommt. Daher möchte die BG BAU die Beschäftigten mit dem Präventionsprogramm „Bau auf Sicherheit. Bau auf Dich!“ für Gefahren und Risiken am Arbeitsplatz sensibilisieren und den Arbeitsschutz als Bestandteil des alltäglichen Handelns etablieren - siehe Beitrag „Charta für Sicherheit auf dem Bau: BG BAU startet Präventionsprogramm“ vom 22.1.2017.

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