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Baugewerbliche Umsätze stiegen 2019 um 6,7% auf 135 Mrd. Euro

(25.2.2020) Laut Statistischem Bundesamt haben die Betriebe des Bauhauptgewerbes 2019 einen baugewerblichen Umsatz von 135 Mrd. Euro erwirtschaftet (6,7% mehr als 2018). Dieser verteilt sich auf den ...

  • Wohnungsbau mit gut 49 Mrd. Euro (+5,1%),
  • Wirtschaftsbau 49,2 Mrd. Euro (+9%) und den
  • öffentlichen Bau 36,6 Mrd. Euro; (+5,8%).

Das Umsatzplus resultiert zwar teilweise aus den 2019 stärker gestiegenen Preisen, zu denen auch deutlich höhere Lohnkosten nicht unwesentlich beigetragen haben, aber auch der reale Zuwachs beläuft sich immer noch auf 1,7%.

Um die zusätzliche Produktion zu stemmen, haben die Betriebe ihren Personalbestand um rund 33.400 auf 870.000 Beschäftigte im Jahresdurchschnitt 2019 aufgestockt (+4%). „Damit hat die Branche seit dem Tiefpunkt im Jahr 2009 mehr als 160.000 neue Stellen geschaffen“, beschreibt Dieter Babiel,  Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, die Arbeitsmarktsituation am Bau. „Die Bauunternehmen haben somit auf die gestiegene Nachfrage nach Bauleistung reagiert und ihre Kapazitäten deutlich erhöht.“

Felix Pakleppa vom ZDB weist in dem Zusammenhang aber darauf hin, dass „dieser Kapazitätsaufbau nur fortgesetzt werden kann, wenn die politischen Rahmenbedingungen dies zulassen. Dafür braucht es Investitionen, die über die aktuelle Legislaturperiode hinausgehen und nicht nur kurzfristigen Aktionismus. Daher sollte die Bundesregierung sowohl die Förderung durch das Baukindergeld verlängern als auch für eine dauerhafte Anhebung der linearen Abschreibung sorgen,“ fordert der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutschen Baugewerbes (ZDB).

Die Branche sieht sich gleichwohl für 2020 weiterhin gut aufgestellt: „Für dieses Jahr gehen wir nach wie vor von einem nominalen Umsatzwachstum von 5,5% aus. Aufgrund der aktuell nachlassenden Preissteigerungen bleibt dann ein reales Wachstum von 1,4%“, erwartet Herr Babiel. Herr Pakleppa wiederum erinnert daran, dass „sich die Dynamik der Preisentwicklung für Bauleistungen im Jahresverlauf 2019 von knapp +6 % auf +4,5 % abgeschwächt hat.“ Er erwartet die Fortsetzung dieses abgeflachten Niveaus, so dass der Umsatz  2020 real noch um ca. 1% wachsen wird. Treiber der Entwicklung bleibe der Wohnungsbau. 

Die positiven Aussichten für das laufende Jahr werden von beiden Verbänden auf die nach wie vor gute Auslastung und auf die vergleichsweise hohen Auftragsbestände zurückgeführt. Immerhin hat der Auftragseingang 2019 um 8,2% zugelegt (real: +3,2%). Allerdings entwickelte sich die Nachfrage im zweiten Halbjahr zunehmend weniger dynamisch. So ist der Auftragseingang im Dezember im Vergleich zum Vormonat sogar (preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigt) um 4,8% zurückgegangen - siehe auch Nachbarbeitrag zum Auftragseingang im Bauhauptgewerbe 2019:

Herr Babiel konstatiert: „Trotz der noch guten Lage mehren sich die Anzeichen für ein schwächeres Wachstum in der Zukunft. Die Meldungen der Baubetriebe über Stornierungen und Auftragsmangel haben zugenommen, insbesondere im Straßenbau. Die Öffentliche Hand hält sich hier - trotz ausreichender Mittel - mit Aufträgen sehr zurück. Der Ordereingang ist im zweiten Halbjahr 2019 preisbereinigt um 4,3% zurückgegangen. Wir gehen davon aus, dass nicht nur die schlechte Personalausstattung in den Ämtern für diese Entwicklung verantwortlich ist, sondern auch der Umstellungsprozess auf die Autobahn GmbH. Wir befürchten auch, dass insbesondere die Kommunen durch die Reduzierung der Ausschreibungen sinkende Preise am Markt erzielen wollen.“ Entsprechend skeptischer würden die Tiefbauunternehmen auf die Entwicklung ihrer Geschäftslage im laufenden Jahr schauen. Nahezu jedes vierte der vom Deutschen In­dus­trie- und Handelskammertag (DIHK) im Januar dieses Jahres befragte Unternehmen würde eine Verschlechterung seiner Geschäftslage, nur jedes zehnte eine Verbesserung erwarten. Damit hätte sich der Saldo binnen Jahresfrist von plus sieben auf minus 14 Punkte verschlechtert.

„Im Hochbau ist das Verhältnis der Pessimisten zu den Optimisten aber nahezu ausgeglichen. Und der überwiegende Teil - Dreiviertel der Befragten - erwartet eine gleichbleibende und somit gute Geschäftslage“, erläuterte Herr Babiel die aktuelle Situation. Um die Aufträge auch in Zukunft zeitnah abarbeiten zu können, plane der weit überwiegende Teil der befragten Bauunternehmen, in den kommenden 12 Monaten zusätzliches Personal einzustellen oder seinen Personalbestand beizubehalten. Die Vertreter der Baubranche erwarten daher für 2020 im Jahresdurchschnitt einen weiteren Personalaufbau von 15.000 auf 885.000 Beschäftigte.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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