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Deloitte Property Index 2021: Wohnimmobilienpreise wachsen prozentual zweistellig


  

(19.7.2021) Laut der alljährlichen Immobilienstudie „Property Index“ von Deloitte zogen die Wohnimmobilienpreise 2020 in den meisten europäischen Ländern an - zum Teil zweistellig, wie etwa in Deutschland oder den Niederlanden: Hier stiegen die durchschnittlichen Angebots- und Transaktionspreise jeweils um 10,81%. Erstmals liegt aber Österreich als teuerstes europäisches Land unter den Teilnehmerländern mit einem Quadratmeterpreis von 4.457 Euro/m² ganz vorne - dicht gefolgt von Frankreich, wo der Quadratmeter durchschnittlich 36 Euro günstiger zu haben ist. Dritter auf dem Preistreppchen ist dann Deutschland mit 4.100 Euro/m².

Deutlicher Preisanstieg auf dem deutschen Immobilienmarkt

„Die Befürchtungen, dass mit der COVID-Krise auch der Immobilienmarkt leiden würde, wurden nicht bestätigt - im Gegenteil: Die deutschen Wohnimmobilienpreise haben sowohl im Kaufmarkt als auch bei den Mieten gegenüber dem Vorjahr noch einmal deutlich zugelegt“, resümiert Michael Müller, Partner und Leader des Bereichs Real Estate bei Deloitte. „Auch das Preisniveau besonders in Mittel- und auch Osteuropa ist abermals gestiegen.“

Der deutsche Wohnungsmarkt hat auch in den vergangenen Monaten seinen Ruf als „sicherer Hafen“ erfolgreich verteidigt, die Preisdynamik ist somit ungebrochen. So stiegen die Kaufpreise wie auch die Mieten in den ohnehin teuren Großstädten weiter an, obgleich mit geringerer Dynamik in sehr zentralen Lagen. Es ist zudem zu erwarten, dass die Kaufpreise und Mieten in den verkehrstechnisch gut angebundenen Umlandregionen durch die erhöhte Nachfrage noch weiter anziehen.

Erschwinglichkeit von Eigenheimen variiert stark in Europa

Wie viele durchschnittliche Bruttojahresgehälter für den Kauf einer neuen 70 m²-Standardwohnung aufgewendet werden müssen, divergiert je nach Land sehr stark: So finden sich die national am wenigsten erschwinglichen Eigenheime in Serbien, hier benötigen Bürger durchschnittlich 15,2 Bruttojahresgehälter für den Kauf einer Standardwohnung.

In Deutschland hingegen liegt dieser Wert bei sechs Bruttojahresgehältern, ähnlich wie in Großbritannien, den Niederlanden und Italien. Am erschwinglichsten ist ein Immobilienerwerb in Irland, wo eine Standardwohnung etwa 3,1 Jahresgehälter kostet.

Auch die Mietmärkte bleiben dynamisch

Mietwohnungen sind ein wichtiger Teil des Wohnungsmarktes in ganz Europa, und auch hier zeigen sich zum Teil enorme Unterschiede bei Niveau und Wachstum: So haben alle vier im Ranking vertretenen deutschen Städte (München, Frankfurt, Hamburg, Berlin) bei der Mietentwicklung weiter zugelegt, jedoch nicht so stark wie 2019.

Am deutlichsten stiegen die Mieten gegenüber dem Vorjahr in Frankfurt mit einem Monatsmietenzuwachs von 1,6 Euro/m², deutlich vor Berlin (+1 Euro/m²), Hamburg (+0,7 Euro/m²) und München (+0,4 Euro/m²), wo weiterhin die höchsten Mietpreise in Deutschland aufgerufen werden. Die durchschnittlichen Monatsmieten reichen in den deutschen Metropolen von

  • 16,80 Euro/m² in München
  • über 13,30 Euro/m² (Frankfurt) und 11,20 Euro/m² (Hamburg)
  • bis 10,10 Euro/m² (Berlin).

Europaweit gesehen führt Paris den Städtevergleich bei Monatsmieten weiterhin mit 28,6 Euro/m² an, gefolgt von London/Inner City (26,1 Euro/m²) und Oslo (24,7 Euro/m²). Doch nicht immer sind es die Hauptstädte, die am teuersten sind. So liegen die Preise in Trondheim (19,6 Euro/m²), München (16,8 Euro/m²), Barcelona (16,7 Euro/m²), Tel Aviv (14,3 Euro/m²), Frankfurt (13,3 Euro/m²), Hamburg (11,2 Euro/m²) und Linz (10,1 Euro/m²) deutlich über denen der jeweiligen Landeskapitalen.

Positiver Ausblick für europäische Wohnungsmärkte

Die Pandemie und die Gegenmaßahmen hatten verschiedenste Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft: So ist europaweit ein Modernisierungsschub erkennbar, wie auch ein Umdenken in Bezug auf viele Aspekte des Wohnimmobilienmarktes - nicht zuletzt durch die Zunahme von Homeoffice und oft gleichzeitigem Homeschooling. Die Pandemie hat in allen europäischen Ländern auch die Planung und Durchführung von neuen Wohnbauprojekten beeinflusst. Vor allem durch die Schließung vieler staatlichen und kommunalen Behörden infolge des Lockdowns stockten die Genehmigungsverfahren. Dennoch erwartet die Hälfte der untersuchten Länder eine Zunahme der Bautätigkeit.

„Die Pandemie mit all ihren Konsequenzen wird die Art und Weise, wie Menschen über Wohnraum denken und wie die Menschen in ganz Europa leben, entscheidend prägen und nachhaltig verändern“, erwartet Michael Müller. „Die Pandemie hat uns neben vielen Herausforderungen auch neue Erfahrungen wie Homeoffice, Homeschooling und virtuelle Home Business Meetings beschert. Diese Entwicklungen geben dem Wohnimmobilienmarkt in Europa vollkommen neue Perspektiven. Auf diese sollte sich die Immobilienbranche unbedingt vorbereiten.“

Inhaltlich verantwortlich für die Studie ist Michael Müller, Industry Leader des Bereichs Real Estate bei Deloitte.

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