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IVD-Wohn-Preisspiegel 2021/2022: Nachfrage nach Wohneigentum steigt weiter

(26.9.2021) Laut IVD-Wohn-Preisspiegel 2021/2022 auf Basis von Daten aus 400 Städten aus dem ersten Halbjahr 2021 ist der deutsche Wohnungsmarkt derzeit von drei wesentlichen Trends gekennzeichnet:

  1. Die Nachfrage nach Wohneigentum steigt.
  2. Eigentümer können sich über weitere Wertzuwächse ihrer Wohnung beziehungsweise ihres Hauses freuen. Die Wertzuwächse bewegen sich auf dem Niveau der vergangenen Jahre.
  3. In Kleinstädten haben die Preise für Wohneigentum das Niveau des Jahres 2000 erreicht und nun überschritten.

Bestandswohnungen rund 9% teurer

Wohneigentümer profitieren weiter von Wertzuwächsen. So ist eine Bestandswohnung mit mittlerem Wohnwert derzeit rund 9% mehr wert als im Vorjahr (2020: 7,5%). Ihr durchschnittlicher Kaufpreis beträgt rund 2.550 Euro/m². In den Top-7-Städten fiel der Wertzuwachs mit 10% (2020: 8,8%) wieder am stärksten aus.

Die Preisdynamik bewegt sich damit aktuell auf dem Niveau der Jahre 2017, 2018 und 2019. Im ersten Corona-Jahr 2020 war eine leicht abflachende Dynamik zu verzeichnen.

Berlin bleibt mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 3.200 Euro (Bestand, mittlerer Wohnwert) die günstigste der Top-7-Städte. Mit Abstand am teuersten ist weiterhin München mit 6.800 Euro/m².

Neubauwohnungen 7,1% teurer

Im Neubausegment mit mittlerem Wohnwert hält sich die bundesweite Wertdynamik konstant bei 7,1% (2020: 7,0%). Im bundesweiten Durchschnitt liegt der Preis einer solchen Wohnung bei rund 3.960 Euro/m². In den Top-7-Städten belaufen sich die Kosten auf durchschnittlich 5.540 Euro/m².

Einfamilienhäuser im Bestand „nur“ 7,6% teurer

Bei Einfamilienhäusern hat der durchschnittliche Wertzuwachs bundesweit leicht an Tempo verloren - auch in den Top-7-Städten. Im Bestand mit mittlerem Wohnwert lag der Wertzuwachs bei 7,6% (2020: 8,5%). In den Top-7-Städten stieg der Preis eines Einfamilienhauses mit mittlerem Wohnwert um durchschnittlich 7,6%, also niedriger als im Vorjahr (2020: 10,3%). Im bundesweiten Durchschnitt kostet ein Einfamilienhaus jetzt rund 450.000 Euro.

Bei Reihenhäusern hat sich die Dynamik mit 8,4% im Vergleich zum Vorjahr etwas erhöht (2020: 6,8%). Im bundesweiten Durchschnitt kostet ein Reihenhaus im Bestand nun rund 358.000 Euro.

Wohneigentum in Kleinstädten 6% bis 9% teurer

In Kleinstädten (5.000 bis 20.000 Einwohner) beträgt der Wertzuwachs von Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern zwischen 6% und 9%. Die Preise für Eigentumswohnungen mit mittlerem Wohnwert hatten 2020 erstmals wieder das Preisniveau des Jahres 2000 erreicht und nun überschritten. Eine Eigentumswohnung kostet in Kleinstädten derzeit durchschnittlich rund 1.330 Euro/m², ein Einfamilienhaus im Bestand mit mittlerem Wohnwert derzeit im Durchschnitt rund 217.000 Euro.

Corona als Preistreiber

Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes Deutschland IVD: „In den vergangenen acht Monaten ist die Nachfrage nach Wohneigentum vor allem im Speckgürtel der Großstädte und in Kleinstädten noch einmal deutlich gestiegen. Das zeigt eine aktuelle IVD-Umfrage. 62 Prozent der Immobilienunternehmen verzeichnen ein wachsendes Interesse an Eigenheimen im Speckgürtel, 57 Prozent in Kleinstädten. Dieser Trend spiegelt sich in den Preisdaten wider. Es ist davon auszugehen, dass die Nachfrage nach Wohneigentum auch weiterhin hoch bleibt. Vielen Menschen ist in der Corona-Krise bewusster geworden, wie wichtig die eigenen vier Wände sind - sei es als Wohnung, Reihenhaus oder Einfamilienhaus. Diesem Wunsch nach Wohneigentum sollte die neue Bundesregierung gerecht werden. Sie sollte eine möglichst breite Förderung für junge Familien auf die Beine stellen. Unter anderem sollte das erfolgreiche Baukindergeld fortgesetzt und erweitert, die Grunderwerbsteuer gesenkt, Freibeträge gewährt sowie KfW-Bürgschaftsprogramme aufgelegt werden.“

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