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Der Schiefe Turm von Bad Frankenhausen

(11.09.2026) Der Schiefe Turm der Oberkirche in Bad Frankenhausen wurde vom Abrisskandidaten zum gesicherten Wahrzeichen. Die ProjektStadt, Stadtentwicklungsmarke der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte Wohnstadt unterstützte bei Fördermitteln und Kostensteuerung. Eines der markantesten Baudenkmäler Thüringens bleibt durch ingenieurtechnische Sicherung, denkmalgerechte Sanierung und eine moderne Ausstellung langfristig erlebbar. Mit seinem Besucherzentrum ist er heute ein touristischer Anlaufpunkt der Kyffhäuserregion.

(l.) Der Schiefe Turm von Bad Frankenhausen ist eines der markantesten Baudenkmäler Thüringens - und jetzt langfristig für Besucher erlebbar. (r.) Der Schiefe Turm von Bad Frankenhausen: Dank einer speziellen Stützkonstruk-tion aus Stahl steht er dauerhaft sicher. (Bilder: ProjektStadt) 

Mit einer Neigung von rund 4,86 m zählt der Turm zu den schiefsten historischen Kirchtürmen der Welt und ist stärker geneigt als der Turm von Pisa. Seine Schieflage geht auf Bodensenkungen durch Salzauslaugungen und Karstbildung zurück. Eine Dreipunkt-Stützkonstruktion aus Stahl sichert das Bauwerk dauerhaft und kann Bewegungen ausgleichen.

Das ehemalige Kirchenschiff wurde zum Veranstaltungssaal umgestaltet. (Bild: ProjektStadt) 

Gleichzeitig wurde die Oberkirche zum Besucherzentrum mit Ausstellung, immersivem Kino, Virtual Reality und Veranstaltungssaal ausgebaut. Über einen historischen und einen ergänzenden Treppenlauf erreichen Gäste die Turmhaube mit ausfahrbarem Skywalk und Glasboden sowie Blicken über Stadt und Landschaft.

Spannende Einblicke bietet ein Ausstellungsbereich mit immersivem Kino und Virtual-Reality-Anwendungen. (Bild: ProjektStadt) 

Rolle der ProjektStadt: Fördermittel, Steuerung, Beratung

Für die touristische Erschließung des Ensembles wurden rund 14,5 Mio. Euro investiert. Davon kamen 1 Mio. Euro aus Bundesmitteln, rund 4 Mio. Euro vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum und 3,7 Mio. Euro vom Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur.

Das Projekt-Team: (v.l.n.r.): Rico Schubert (Architekt), Dr. Josef Trabert (Statiker), Matthias Strejc (Bürgermeister Bad Frankenhausen), Sebastian Nachtigal (ProjektStadt), Antja Hoch-wind-Schneider (Landrätin der Kyffhäuserkreises), Wolfgang Tiefensee (Thüringer Wirt-schaftsminister a.D.) und Axel Berthold (ProjektStadt). (Bild: ProjektStadt) 

Die ProjektStadt, Stadtentwicklungsmarke der Nassauischen Heimstätte Wohnstadt, unterstützte Bad Frankenhausen bei Fördermittelakquise, Fördermittelmanagement und Kostenkontrolle. Zudem beriet sie die Kommune zu allen förderrelevanten Fragen.

Verbindung von Denkmalpflege und Tourismus

Das Projekt verbindet Denkmalschutz, Ingenieurtechnik und Tourismus. Die Oberkirche wurde denkmalgerecht saniert und die Außenanlagen können barrierefrei erschlossen werden. Ein Holzbau mit Flachdach und Fensteröffnungen in Richtung Turm ergänzt den Bestand.

(l.) Am Rande des Abgrunds: Der Skywalk mit Glasboden bietet tolle Ausblicke auf Stadt und Landschaft. (r.) Rechts: Blick von oben: Ein historischer und ein ergänzender Treppenlauf führt die Gäste in die Turmhaube. (Bild: ProjektStadt) 

Mit dem neuen Besucherzentrum schafft die Stadt einen identitätsstiftenden Ort, der die Geschichte des Bauwerks und seine geologische Besonderheit erlebbar macht und die touristische Entwicklung der Kyffhäuserregion stärkt.

Historie des Schiefen Turms von Bad Frankenhausen

  • 1382: Fertigstellung der Oberkirche als gotische Basilika auf romanischen Fundamenten; finanziert durch die Salzsiedergilde (Bruderschaft „Corporis Christi”)
  • ab 14. Jh.: Erste Neigung des Turms, verstärkt durch geologische Prozesse (Salzauslaugung, Karstbildung)
  • 1759: Stadtbrand zerstört die Turmspitze, anschließender Wiederaufbau verschärft die Schieflage
  • 1908: Erdfall führt zu dramatischer Zunahme der Neigung; Beginn von Rettungsversuchen und Spendensammlungen
  • 1925: Baupolizeiliche Sperrung, der Abriss des Turms wird diskutiert
  • 1935-1936: Erste sinnvolle Sicherungsmaßnahmen am Schiefen Turm
  • 1993-2001: Bestands- und Turmsicherungen, weitere Stabilisierungsschritte
  • 2007-2009: Untergrunduntersuchungen und Sanierungsarbeiten, Erarbeitung verschiedener Erhaltungskonzepte
  • 2011: Große Spendenaktion von Stadt, Förderverein und engagierten Bürgern für den Erwerb der Oberkirche und Sicherungsmaßnahmen
  • 2014: Dauerhafte Stabilisierung des Turms mittels Dreipunkt-Stützkonstruktion aus Stahl
  • 2023: Start der Bauarbeiten zur touristischen Erschließung von Oberkirche und Turm
  • 2026: Eröffnung des Besucherzentrums am Schiefen Turm und Wiederöffnung für Besucher

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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