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Europäische Zentralbank erhöht Leitzinsen

(10.09.2026) Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am 10. September 2026 die Erhöhung ihrer drei Leitzinsen um 25 Basispunkte bekannt gegeben. Dementsprechend werden die Zinssätze für die Einlagefazilität auf 2,50 %, die Hauptrefinanzierungsgeschäfte auf 2,65 % und die Grenzkreditfazilität mit Wirkung vom 16. September 2026 auf 2,90 % erhöht.

Die Entscheidung unterstreicht das Bestreben des EZB-Rats, die Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation mittelfristig bei ihrem Ziel von 2 % stabilisiert.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde (li.) und Joachim Nagel, Präsident der Deutschen Bundesbank und Mitglied des EZB-Rats. (Foto: Maurice Weiss/Ostkreuz) 

Erste Statements

Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts

„In Deutschland ist die Inflation etwas niedriger. Angesichts einer Konjunktur, die trotz einiger Lichtblicke noch recht schwach ist, kommt die Zinserhöhung für Deutschland ungelegen. Die EZB hat aber den Auftrag, Geldpolitik für den ganzen Euroraum zu machen.” Die Zinserhöhung der EZB sei unvermeidlich, da auch die Kerninflation deutlich über 2 % liege.

Jörg Utecht, CEO der Interhyp Gruppe

„Immobilienkäufer sollten sich weniger an einzelnen EZB-Schritten als an den Entwicklungen am Anleihemarkt orientieren. Die hohen Energiepreise hatten zuletzt an den Kapitalmärkten die Sorge vor einer länger anhaltenden Inflation verstärkt. Dadurch sind die Renditen langfristiger Staatsanleihen spürbar gestiegen, was auch die Bauzinsen nach oben gezogen hat. Käuferinnen und Käufer sollten sich darauf einstellen, dass das Niveau vorerst oberhalb der 4 %-Marke bleibt.”

Trotz der leichten Aufwärtstendenz bei den Zinsen sieht Jörg Utecht keinen Grund für Torschlusspanik. „Zinsen um die 4 % sind die neue Realität, auf die man sich einstellen kann. Besonders in einem solchen Umfeld ist es wichtig, den Markt zu vergleichen, um den optimalen Kreditgeber für das individuelle Finanzierungsvorhaben zu finden. Gleichzeitig ist der Zins wichtig, aber nicht alles. Eine Baufinanzierung besteht am Ende immer aus vielen Bausteinen. Auch die gewählte Zinsbindung oder Tilgungsrate haben einen Einfluss auf die monatliche Rate. Kreditnehmer sollten außerdem prüfen, ob sich staatliche Förderprogramme in die Finanzierung einbinden lassen. Wer heute klug vergleicht und sich professionelle Unterstützung holt, findet auch in diesem Umfeld eine Finanzierung, die langfristig in die Lebensplanung passt.” 

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)

„Die EZB hat mit der Zinserhöhung einen notwendigen Schritt getan, um die Inflationserwartungen zu stabilisieren und ihre Glaubwürdigkeit zu schützen. Allerdings dürfte die Zinserhöhung nichts Substanzielles an der derzeit hohen Inflation ändern – auch nicht über das kommende Jahr. Denn die Inflation ist fast ausschließlich durch den Energiepreisschock infolge des Krieges im Nahen Osten verursacht worden. Gegen solch einen externen Schock hat die EZB nicht wirklich etwas in der Hand.

Die Inflationserwartungen im Euroraum sind zwar noch gut verankert, aber die EZB verschafft sich mit dem heutigen Schritt eine bessere Absicherung gegen mögliche Zweitrundeneffekte durch Unternehmen und Gewerkschaften. Sie sendet ein Signal an alle wirtschaftlichen Akteure, dass sie ihr Ziel der Preisstabilität ernst nimmt und dafür auch gewillt ist, die Wirtschaft im Euroraum zu bremsen.”

Christian König, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Privaten Bausparkassen e.V.

„Gerade in einem bewegten Zinsumfeld wird Planungssicherheit immer wichtiger. Wer heute für Wohneigentum vorsorgt, sollte nicht nur auf den aktuellen Zinssatz schauen, sondern auch auf die Finanzierung von morgen.”

Dass der Wunsch nach den eigenen vier Wänden groß bleibe, zeigt eine aktuelle Sommerumfrage des Verbands. Der Anteil derjenigen, die Wohneigentum als Sparziel nennen, ist innerhalb eines Jahres von 33,0 auf 38,8 % gestiegen. Zugleich werden die finanziellen Spielräume zum Sparen enger. Für viele Haushalte wird es somit noch wichtiger, frühzeitig Eigenkapital aufzubauen und die Finanzierung des späteren Wohneigentums langfristig vorzubereiten.

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