Denkmalgerechter Bodenaufbau mit Leichtbeton im Nürnberger Herrenschießhaus
(05.06.2026) Bei der Sanierung des Nürnberger Herrenschießhauses galt es, auf historischer Bausubstanz einen neuen Bodenaufbau zu schaffen, der geringes Eigengewicht mit hoher Stabilität, Wärmedämmung und Brandschutzkonformität vereint. Bis Anfang 2027 soll in dem historischen Gebäudeensemble ein modernes Kinder- und Jugendhaus entstehen.
Herausforderung Bodenaufbau
Das Nürnberger Herrenschießhaus setzt sich aus einem 1441 errichteten Fachwerktrakt und einem Renaissancebau von 1582/83 zusammen. Die historische Bausubstanz stellte die Planer vor besondere Herausforderungen – insbesondere bei der sanierten Holzbalkendecke im ersten Obergeschoss des Fachwerkbaus sowie über dem Gewölbe der Säulenhalle. Um das historische Tragwerk zu entlasten, war ein neuer Bodenaufbau mit möglichst geringem Eigengewicht gefragt. Bei der Holzbalkendecke rückte zudem die Einhaltung der Brandschutzvorschriften in den Vordergrund; über dem Pfeilergewölbe musste eine Wärmedämmung realisiert werden.
Technische Eigenschaften sprachen für Liapor-Leichtbeton
Die Wahl fiel auf Liapor-Leichtbeton LC20/22 D1.6, der durch das Zusammenspiel von geringem Gewicht bei gleichzeitig hoher Festigkeit, Nichtbrennbarkeit gemäß Brandschutzanforderungen und wärmedämmender Wirkung überzeugte. Der rein mineralische Baustoff weise zudem eine Lebensdauer von mindestens 100 Jahren auf.
Präzisionsarbeit im Balkenfeld
Im Zuge der Sanierung kamen im Juli 2024 rund 12 m³ Liapor-Leichtbeton im ersten Obergeschoss zum Einsatz. Per Betonpumpe und einer 25 m langen Gummischlauchleitung wurde der Baustoff präzise zwischen den historischen Balken eingebracht und auf den halben Zentimeter genau abgezogen. Jedes Balkenfeld erhielt dabei seine individuell abgestimmte Einbauhöhe. Spezielle Schubverbinder in den Balken sorgten für einen kraftschlüssigen Verbund und verhinderten Risse an den Kontaktstellen zum historischen Holz. Den oberen Abschluss bildet ein Trockenestrich.
Gewichtsreduzierung auf dem Gewölbe
Dank der geringen Trockenrohdichte von Liapor-Leichtbeton mit 1,6 t/m³ gegenüber 2,4 t/m³ bei Normalbeton, ließ sich über dem Kreuzgewölbe der Säulenhalle bei 9 m³ verbautem Material eine Gewichtsersparnis von 7,2 Tonnen erzielen. Durch das Vornässen des Blähtons wurden Verstopfungen in der Schlauchleitung vorgebeugt: Die Liapor-Gesteinskörnung konnte während des Pumpvorgangs kein Wasser aus der Betonmatrix entziehen. Als abschließende Verschleißschicht auf dem eingebrachten Liapor-Leichtbeton wurde Gussasphalt aufgebracht.
Bautafel
- Architektur: Gumbrecht Architekten BDA GmbH
- Ausführung: Projektbau Matthias Regner GmbH
- Liapor-Leichtbeton: Liapor GmbH & Co. KG
- Betonherstellung: Cemex Deutschland AG
Weitere Informationen können per E-Mail an Liapor angefordert werden.
siehe auch für zusätzliche Informationen:
- Liapor GmbH & Co. KG
- Gumbrecht Architekten BDA GmbH
- Projektbau Matthias Regner GmbH
- Cemex Deutschland AG
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siehe zudem:
- Bodenbeschichtung, Bodenaufbau im auf Baulinks
- Literatur / Bücher über Bodenaufbau und Denkmal bei BauBuch



