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Umnutzung statt Neubau: Gipsbaustoffe schaffen bezahlbaren Wohnraum

(14.09.2026) In Deutschland fehlen nach wie vor hunderttausende bezahlbare Wohnungen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Umnutzung von Bestandsgebäuden zunehmend an Bedeutung. Beim Umbau kommen dabei häufig Trockenbausysteme mit modernen Gipsbaustoffen zum Einsatz.

In einem ehemaligen Fabrikgebäude das bereits in den 1990er-Jahren zum Bürogebäude umgenutzt worden war, sind nun 88 Wohnungen und 2 Gewerbeeinheiten entstanden. Die Wohnungen mit 40 bis 160 m² sowie die Maisonetten mit Penthaus-Einheiten wurden fast komplett in Trockenbauweise mit modernen Gipsbaustoffen realisiert. (Bild: Knauf/Sigi Lustenberger) 

Nachhaltigkeit durch Bestandserhalt

Die Umnutzung bestehender Gebäude gilt als besonders ressourcenschonend. Weil die im Bestand gebundene graue Energie erhalten bleibt, lassen sich im Vergleich zu Abriss und Neubau erhebliche CO₂-Emissionen einsparen. Zudem bleibt zusätzliche Flächenversiegelung aus.

Herausforderungen von Bestandsumnutzungen

Aktuell betrifft die Umnutzung vor allem leerstehende Büroflächen, die durch den Wandel der Arbeitswelt und die zunehmende Verbreitung von Homeoffice frei geworden sind. Zwar ist ein Großteil der Infrastruktur bereits vorhanden, dennoch müssen Brandschutz und Schallschutz bei der Umwandlung in Wohnraum neu geplant werden. In vielen Fällen sind dafür bauliche Anpassungen erforderlich.

Gipsbaustoffe als praktikable Lösung

Genau hier bieten moderne Leicht- und Trockenbausysteme aus Gipsbaustoffen praktikable Lösungen. Sie erlauben flexible Grundrissänderungen, die sich meist unabhängig von der vorhandenen Statik umsetzen lassen. Da die Verarbeitung nahezu ohne Feuchtigkeitseintrag erfolgt, entfallen aufwendige Trocknungsphasen.

Als nicht brennbarer Baustoff erreichen Gipssysteme je nach Aufbau einen Feuerwiderstand von bis zu 180 min. Auch beim Schallschutz lassen sich, abhängig vom gewählten Systemaufbau, sehr gute Werte erzielen. Hinzu kommt die feuchtigkeitsregulierende Wirkung: Gips nimmt Raumfeuchte auf, speichert sie und gibt sie bei Bedarf wieder ab, was sich positiv auf das Raumklima auswirkt. Zudem sind die Baustoffe frei von Schadstoffen und lassen sich als mineralisches Material nach dem Rückbau vollständig recyceln und erneut dem Materialkreislauf zuführen.

Platzsparend und wirtschaftlich

Da gipsbasierte Systeme schlanke Wandaufbauten ermöglichen, steigt gleichzeitig die nutzbare Fläche. Massive Gips-Wandbauplatten sind bereits ab 80 mm Wandstärke realisierbar, Trockenbauwände mit Gipsplatten oder Gipsfaserplatten sogar ab 75 mm. Hochgerechnet auf ein komplettes Gebäude kann so spürbar mehr nutz- und vermarktbare Fläche entstehen.

Flexibel für künftige Nutzungen

Gipsbaustoffe sind anpassungsfähig. Grundrisse lassen sich ändern und Räume neu zuschneiden. Auch die Integration von Gebäudetechnik gestaltet sich unproblematisch, während gestalterisch weiterhin viele Optionen offenbleiben.

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