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Techem Atlas 2026: Kältere Heizperiode treibt Heizkosten

(07.10.2026) Der neue Techem Atlas für Energie, Wärme & Wasser wertet Daten von rund 94.000 Mehrfamilienhäusern mit etwa 1,1 Mio. Wohnungen in Deutschland aus. 2025 lagen die Heizkosten pro Quadratmeter rund 45 % über dem Niveau von 2021.

Der neue Techem Atlas für Energie, Wärme & Wasser 2026: Kältere Witterung treibt Heizkosten trotz stabiler Energiepreise. (Bild: Techem) 

Heizkosten weiterhin über Vorkrisenniveau

Die Energiepreise lagen 2025 etwa auf dem Niveau des Vorjahres, aber weiterhin rund 82 % über dem Stand von 2021. Gleichzeitig war die Heizperiode kälter als im Vorjahr, wodurch der Energieverbrauch und damit die Heizkosten stiegen. Bezogen auf die Wohnfläche lagen die Heizkosten 2025 rund 45 % über dem Niveau von 2021.

Deutliche regionale Unterschiede zeigen sich sowohl zwischen Bundesländern als auch zwischen Städten. Im Saarland wurden mit durchschnittlich 14,50 Euro/m² die höchsten Heizkosten ermittelt. Berlin wies mit 10,34 Euro/m² den niedrigsten Wert unter den Bundesländern auf. Auf Stadtebene reichten die Werte von 13,34 Euro/m² in Ravensburg bis 8,99 Euro/m² in Bielefeld.

Wärmepumpen mit niedrigsten Wärmekosten

Mehrfamilienhäuser mit Wärmepumpen wiesen im untersuchten Gebäudebestand 2025 die niedrigsten Wärmekosten pro Quadratmeter auf. Während die Verbrauchskosten von Wärmepumpen seit 2021 weitgehend stabil blieben, stiegen sie bei konventionellen Heizsystemen stärker an.

Laut Techem könnten rund 30 % der untersuchten Wärmepumpen durch eine optimierte Betriebsführung noch effizienter betrieben werden. Auch beim Umstieg auf Niedertemperatursysteme sieht die Analyse Potenzial: Rund 40 % der Heizungsanlagen sind demnach bereits ohne Heizkörpertausch geeignet. Mit einem Austausch steigt der Anteil auf etwa 80 %, mit zusätzlichen Niedertemperaturheizkörpern auf rund 90 %.

Fernablesung und digitale Abrechnung nehmen zu

Auch bei der Digitalisierung der Mess- und Abrechnungsprozesse wurden weitere Fortschritte verzeichnet. Zum Ende der europäischen Übergangsfrist für die vollständige Fernablesbarkeit Ende 2026 sind bereits 91,4 % der Geräte im deutschen Mehrfamilienhausbestand fernablesbar. Im europäischen Vergleich liegt der Anteil bei 92,8 %.

Über „Abrechnung Direct” wurden im vergangenen Jahr rund 110.000 Abrechnungseinheiten vollständig digital abgelesen und abgerechnet. Die Hälfte der Abrechnungen wurde innerhalb von weniger als drei Minuten abgeschlossen, 83 % innerhalb von zehn Minuten.

Smart Meter als Grundlage für neue Energiekonzepte

Der Ausbau intelligenter Messsysteme schafft nach Angaben von Techem zudem Voraussetzungen für Mieterstrommodelle und die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung. Photovoltaikanlagen deckten in den untersuchten Gebäuden auch in den Wintermonaten mehr als 30 % des Stromverbrauchs. Batteriespeicher können den Eigenverbrauch durch die zeitversetzte Nutzung des Solarstroms weiter erhöhen.

Der Trinkwasserverbrauch in deutschen Mehrfamilienhäusern blieb dagegen über die vergangenen zehn Jahre weitgehend konstant. Die Warmwasserbereitung macht laut Atlas rund ein Viertel der für Wärme eingesetzten Energie aus.

Deutschland bei Fernwärmekosten im europäischen Vergleich vorn

In den untersuchten europäischen Mehrfamilienhäusern ist Fernwärme mit einem Anteil von 52 % der Wohnungen der häufigste Energieträger, gefolgt von Erdgas mit 32 %. Bei den Heizkosten für Fernwärme lagen deutsche Haushalte mit durchschnittlich rund 1.057 Euro pro Wohnung vor der Schweiz mit 982 Euro.

Der Techem Atlas für Energie, Wärme & Wasser basiert für Deutschland auf Daten von rund 94.000 Mehrfamilienhäusern mit etwa 1,1 Mio. Wohnungen. Ergänzend wurden Daten von rund 1,1 Mio. Wohnungen in ausgewählten europäischen Ländern ausgewertet.

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