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Tragwerksverstärkung im Bestand: Fischer kombiniert CFK-Lamellen, Bewehrungsanschlüsse und Schubverbinder

(04.11.2026) Bei der Sanierung und Ertüchtigung bestehender Gebäude und Infrastrukturbauwerke müssen Tragfähigkeit, Eigengewicht und Eingriffe in die vorhandene Konstruktion aufeinander abgestimmt werden. Fischer bietet hierfür ein Portfolio aus kohlenstofffaserverstärkten Polymeren (CFK), Kohlefasergelegen, Injektionssystemen für nachträgliche Bewehrungsanschlüsse sowie mechanischen und chemischen Lösungen zur Verbindung von Alt- und Neubeton. Auch die Verankerung von Brückenkappen gehört zum Sortiment.

Das Fischer Sortiment zur Tragwerksverstärkung umfasst CFK-Lamellen, Kohlefasergelege, Injektionsmörtel und Befestigungssysteme für den Erhalt bestehender Gebäude und Infrastrukturbauwerke. (Bild: Fischer) 

CFK-Lamellen für die Verstärkung von Betontragwerken

Bei der nachträglichen Tragwerksverstärkung besteht eine wesentliche Herausforderung darin, die Tragfähigkeit zu erhöhen, ohne das Eigengewicht der Konstruktion wesentlich zu verändern. Dafür bietet Fischer die CFK-Lamellen FRS-L-S und FRS-L-S NSM an. Die Lamellen erreichen eine Zugfestigkeit von mehr als 3.000 N/mm² und einen Elastizitätsmodul von 170 kN/mm². Bei einer Dichte von rund 1,6 g/cm³ sind sie bezogen auf ihr Eigengewicht laut Hersteller nahezu viermal steifer und mehr als 20-mal zugfester als Betonstahl B500.

Darüber hinaus sind die CFK-Lamellen korrosionsbeständig. Je nach Anforderung können die Verstärkungselemente unterschiedlich eingebaut werden. Die Variante FRS-L-S NSM wird in zuvor hergestellte Schlitze eingeklebt. Die Klebelamellen FRS-L-S und FRS-L-H werden dagegen direkt auf die Bauteiloberfläche aufgebracht. Für Bauteile mit komplexeren Geometrien stehen außerdem die unidirektionalen Kohlefasergelege FRS-W U300 und FRS-W U600 zur Verfügung. Sie lassen sich beispielsweise an runde Stützen oder profilierte Unterzüge anpassen und ermöglichen eine Verstärkung durch geklebte Bewehrung bei geringem zusätzlichem Eigengewicht.

Für die Systeme liegen verschiedene nationale und internationale technische Nachweise vor, darunter ETA-24/0281, ESR-4774, GB-Code und CVT No. 184. Die zugehörigen chemischen Produkte erfüllen die Anforderungen der EN 1504 und die Vorgaben des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt). Für die CFK-Klebelamellen FRS-L-S und FRS-L-H besteht zudem die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung Z-36.1-91. Die geschlitzte Variante FRS-L-S NSM und die Kohlefasergelege werden über internationale Nachweise beziehungsweise projektspezifische Konzepte geregelt.

CFK-Lamellen von Fischer können auf Betonoberflächen aufgeklebt oder als geschlitzte Lamellen in die Konstruktion eingebracht werden. (Bild: Fischer) 

Nachträgliche Bewehrungsanschlüsse mit Injektionsmörteln

Für Querschnittsergänzungen, Bauteilverlängerungen und den Anschluss neuer Stahlbetonbauteile an bestehende Konstruktionen bietet Fischer verschiedene Injektionssysteme an. Der Vinylester-Hybridmörtel RebarConnect FIS RC II eignet sich für nachträglich eingemörtelte Bewehrungsstäbe mit Durchmessern von 8 bis 40 mm und Verankerungstiefen bis 2 m. Das System verfügt über eine Europäische Technische Bewertung (ETA) mit einer ausgewiesenen Nutzungsdauer von 100 Jahren und erreicht einen Feuerwiderstand bis R 120. 

Die Verarbeitung ist bei Temperaturen von -10 °C bis +40 °C möglich. Beim Einsatz geeigneter Hohlbohrer kann die zusätzliche Bohrlochreinigung entfallen. Für die Einleitung hoher Lasten in Beton steht außerdem der Epoxidharzmörtel FIS EM Plus zur Verfügung. Er ist ebenfalls für Bewehrungsstäbe mit Durchmessern von 8 bis 40 mm und Verankerungstiefen bis 2 m vorgesehen. Die ETA weist eine Nutzungsdauer von 120 Jahren sowie einen Feuerwiderstand von R 120 aus. Nach einem Gutachten des französischen Centre Scientifique et Technique du Bâtiment (CSTB) wird darüber hinaus die Feuerwiderstandsklasse R 240 erreicht. Der Mörtel kann bei Temperaturen bis −5 °C verarbeitet werden. In diamantgebohrten Bohrlöchern in Beton ist laut Hersteller kein zusätzliches Aufrauen erforderlich. Ergänzt wird das Sortiment durch den styrolfreien Vinylester-Hybridmörtel FIS V Plus, der für nachträgliche Bewehrungsanschlüsse mit Durchmessern von 8 bis 28 mm eingesetzt werden kann. Die Injektionssysteme lassen sich auch mit dem Fischer FRA-Bewehrungsanker kombinieren.

Der Vinylester-Hybridmörtel RebarConnect FIS RC II ermöglicht nachträgliche Bewehrungsanschlüsse mit Verankerungstiefen bis zu 2 m. (Bild: Fischer) 

Beton-Beton-Schubverbinder für Aufbeton und Querschnittsergänzungen

Zur Erhöhung der Biege- und Querkrafttragfähigkeit bestehender Betonbauteile bietet Fischer den Beton-Beton-Schubverbinder FCC an. Er verbindet vorhandenen Beton mit neu aufgebrachtem Beton und ermöglicht damit die Verstärkung bestehender Querschnitte. Das bauaufsichtlich zugelassene System kann mit den Injektionsmörteln FIS EM Plus, FIS RC II, FIS V Plus oder FIS SB kombiniert werden. Als rein mechanische Alternative steht die Betonschraube UltraCut FBS II zur Verfügung. Sie besitzt eine Europäische Technische Bewertung (ETA) für den Einsatz als Schubverbinder. Durch variable Verankerungstiefen lässt sich die Befestigung an die jeweiligen Lastanforderungen anpassen.

Brückenkappenanker für den Ingenieurbau

Für die Verankerung von Randbalken und Brückenkappen hat Fischer den Brückenkappenanker FCC-B im Sortiment. Das System ist in den Größen M16 bis M24 erhältlich und verfügt über eine allgemeine Bauartgenehmigung (aBG). In Kombination mit den Injektionsmörteln FIS EM Plus oder FIS SB ermöglicht der Anker die Lastübertragung zwischen Brückenkappe und bestehender Tragkonstruktion.

Tragwerksverstärkung als Alternative zum Rückbau

Mit dem Sortiment deckt Fischer unterschiedliche Verfahren zur Ertüchtigung von Stahl- und Spannbetonkonstruktionen ab. Während CFK-Lamellen und Kohlefasergelege eine Verstärkung mit geringem zusätzlichem Eigengewicht ermöglichen, dienen nachträgliche Bewehrungsanschlüsse und Schubverbinder der Erweiterung und Verstärkung vorhandener Betonquerschnitte. Die Kombination aus geklebter Bewehrung, chemischen Befestigungssystemen und mechanischen Verbindungselementen eröffnet Planern und Tragwerksingenieuren verschiedene Möglichkeiten, bestehende Konstruktionen an veränderte Nutzungs- und Lastanforderungen anzupassen.

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