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VDMA-Fachverband Allgemeine Lufttechnik rechnet auch 2017 mit positiver Geschäftsentwicklung

(20.12.2016) Die Allgemeine Lufttechnik wird voraussichtlich 2016 als die viertgrößte Teilbranche des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus ein Umsatzplus von etwa 2% erreichen - und damit ein Volumen von von 13,8 Milliarden Euro. Im Rahmen der Vorstandssitzung des VDMA Fachverbands Allgemeine Lufttechnik äußerten sich die Unternehmen grundsätzlich optimistisch zur Branchenentwicklung. Zum Vergleich: Der Maschinenbau insgesamt rechnet für 2016 mit einem unveränderten Umsatz.

Zur Erinnerung: Die Allgemeine Lufttechnik umfasst die Teilbranchen Klima- und Lüftungstechnik (mit Prozesslufttechnik und Gebäudelufttechnik), Kälte- und Wärmepumpentechnik, Luftreinhaltung, Oberflächentechnik und Trocknung.

Produktionsanteile nach Erzeugnisgruppen

Auslandsgeschäft verlief in den ersten drei Quartalen rückläufig

Die Ausfuhren der Allgemeinen Lufttechnik lagen im Zeitraum Januar bis September 2016 um knapp 5% unter dem Vorjahresniveau. Gleichwohl peilt die Branche für dieses Jahr ein Exportvolumen von mehr als 10 Mrd. Euro an:

  • EU-weit gingen die deutschen Exporte um 3% in den ersten neun Monaten zurück.
  • Das USA-Geschäft lag fast auf Vorjahresniveau.
  • Dagegen sanken in den ersten neun Monaten die Ausfuhren nach China um 6%.

Dem entgegen wirkt, dass die Produktionsstandorte der deutschen Unternehmen in den Zielländern für die Allgemeine Lufttechnik eine immer größere Rolle spielen.

die wichtigsten Exportländer für Allgemeine Lufttechnik

„In der Allgemeinen Lufttechnik liegen die Auftragseingänge in den ersten 10 Monaten 2016 knapp auf Vorjahresniveau. Aktuell fehlen vor allem Impulse im Auslandsgeschäft“, erklärte Guntram Preuß, Konjunkturexperte des VDMA Fachverbands Allgemeine Lufttechnik. Jedoch berichten die Unternehmen von guten Auftragsbeständen. Insbesondere viele Anlagenbauer sind weit bis ins Jahr 2017 ausgelastet, wenngleich Großprojekte von Kunden immer wieder einmal zeitlich geschoben werden.

Positiver Ausblick für 2017

Insgesamt rechnet der VDMA-Fachverband Allgemeine Lufttechnik für 2017 mit einem Umsatzwachstum von ebenfalls rund 2%. Damit sind die Aussichten für die Branche wieder besser als für den gesamten deutschen Maschinen- und Anlagenbau.

Produktion im Zielland immer wichtiger

Die positive Grundtendenz kann aber von hohen externen Risiken im Markt und unklaren politischen Rahmenbedingungen gedämpft werden. Neben dem hohen Exportvolumen kommt hinzu, dass etwa ein Drittel der deutschen Unternehmen im Ausland produziert. „In den kommenden Jahren werden die Anforderungen an lokale Marktpräsenz und die Nähe zu den Kunden in den Zielländern für die deutschen Unternehmen weiter an Bedeutung gewinnen“, sagte Dr. Hugo Blaum, Vorsitzender des Vorstands des VDMA-Fachverbands Allgemeine Lufttechnik und Executive Vice-President Regional Head DACH & EE der GEA AG. „Ebenso bietet die Branche Lösungen für Energie- und Ressourceneffizienz, die von unseren Kunden vermehrt angefragt werden“, ergänzte Blaum.

Herausforderungen und Chancen durch Digitalisierung bzw. BIM

Bei Industrie 4.0, der Digitalisierung und Vernetzung der industriellen Produktions- sowie Dienstleistungsprozesse, geht es um die Zukunftsfähigkeit des gesamten Maschinenbaus. Die Entwicklung kann die eigene Produktion betreffen, wirkt sich aber vor allem in der Hersteller-Kunden-Beziehung aus.

Die Initiative planen-bauen 4.0, in der sich Verbände, Kammern und Unternehmen der Bauwirtschaft zusammengeschlossen haben, steht für die fast spiegelbildliche Digitalisierungsentwicklung in der Wertschöpfungskette des Bausektors. „Die Lufttechnik mit ihren zahlreichen Zielbranchen im Maschinenbau und in der Industrie sowie dem Gebäudesektor besetzt somit eine anspruchsvolle Schnittstelle“, stellte Dr. Thomas Schräder, Geschäftsführer des Fachverbands Allgemeine Lufttechnik, fest. Die Branche werde die Themenfelder Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Internationalisierung systematisch nach Synergien, Chancen, aber auch nach Zielkonflikten für ihre Unternehmen analysieren. „Wir müssen die Prozesse und Auswirkungen der Digitalisierung für die Produkte der Lufttechnik selbst aktiv mitgestalten“, betonte Schräder. Die VDMA-Plattform Industrie 4.0 und die gemeinsame Verbändeplattform planen-bauen 4.0 böten dazu gute Voraussetzungen.

Damit gelte es, neue Geschäftsfelder zu entwickeln. „Vor allem müssen Wertschöpfungsanteile gesichert werden, die sich aufgrund der Digitalisierung, insbesondere bei der Etablierung von BIM-Methoden im Gebäudesektor, künftig erheblich verschieben werden“, warnte Andreas von Thun, Geschäftsführer der BerlinerLuft Technik GmbH und Aufsichtsrat der planen-bauen 4.0 - Gesellschaft zur Digitalisierung des Planens, Bauens und Betreibens mbH.

Eurovent als starke gemeinsame europäische Plattform

„Der Wettbewerb in internationalen Märkten ist auch oft ein Wettbewerb um Standards,“ erläuterte Karsten Fuchs, Director VAC von ebm-papst, in seinem Gastvortrag als Vice-President der Eurovent Association. Langfristig wird der Export des europäischen Anspruchsniveaus bei Qualität, Sicherheit sowie Energie- und Ressourceneffizienz Erfolgsfaktor sein. „Hier gibt es Aufholbedarf für Deutschland und Europa gegenüber US-amerikanischen Institutionen und Großkonzernen, die diesen Mechanismus zur Steuerung von Rahmenbedingungen in ihren Zielmärkten exzellent beherrschen“, ergänzte Schräder.

Die Platzierung einer starken europäischen Marke Eurovent in Verbindung mit dem Markengewicht des VDMA in Fernost und im Mittleren Osten werden Elemente der fortschreitenden Internationalisierung der VDMA Mitgliedsunternehmen sein. Eurovent als europäischer Dachverband nationaler Branchenverbände erfüllt eine wichtige Voraussetzung dafür, dass auch die Interessen des Mittelstandes der Branche gewahrt bleiben. Dies gelte für die Herausforderungen der Internationalisierung ebenso wie für die Aufgabenfelder der Eco-Design-Politik und Produkt-Standardisierung.

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