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Innovations-Offensive für die Bauwende in NRW gestartet

(04.06.2026) Erstes Innovations-Forum von Neues Bauen – 80 Sekunden und dem dena Kompetenzzentrum Serielle Sanierung Energiesprong DE soll Bauwende-Lösungen direkt auf die Baustelle bringen. Die Auftaktveranstaltung der bundesweiten Innovations-Offensive fand am 3. Juni 2026 in Ratingen bei Mitsubishi Electric statt.

v.l.n.r.: Robert Kroth, Geschäftsführer Neues Bauen - 80 Sekunden; Hendrik Wüst, MdL, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen; Uwe Bigalke, dena; Dror Peled, Mitsubishi Electric
(Bild: Neues Bauen - 80 Sekunden, Fotograf: Mert Rüttermann)
 

Die Bauwende braucht Lösungen, die sofort eingesetzt werden können. Genau darum ging es beim ersten Innovations-Forum in Ratingen. Vertreter aus Wohnungswirtschaft, Bauwirtschaft, Politik und Forschung kamen zusammen, um marktreife Innovationen für schnelleres, kostengünstigeres und klimaneutrales Bauen in die Umsetzung zu bringen. Für den NRW-Auftakt bewarben sich 30 Unternehmen. Nach einem unabhängigen Auswahlverfahren präsentierten 12 Anbieter ihre Lösungen.

Den politischen Rahmen setzte ein Grußwort von Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Bezahlbares Wohnen ist eine der zentralen sozialen Fragen unserer Zeit. Schnellere Genehmigungen und flexiblere Baustandards sind entscheidend, um schneller, effizienter und wirtschaftlicher zu bauen. Nordrhein-Westfalen geht hier voran: mit mehr Tempo, weniger Bürokratie und besseren Rahmenbedingungen für modernen Wohnungsbau.”

Im Zentrum des Forums standen drei zentrale Herausforderungen der Branche:

  • schneller bauen
  • preiswerter bauen
  • klimaneutral bauen

Uwe Bigalke, Leiter des dena-Kompetenzzentrums Serielles Sanieren Energiesprong DE, machte deutlich, dass die technischen Lösungen längst verfügbar sind: „Die Technologie ist da. Die Projekte laufen. Gleichzeitig entwickelt sich der Markt rasant weiter. Jetzt geht es darum, hier die richtigen Impulse zu setzen und serielles Sanieren mit weiteren Innovationen noch einfacher, kostengünstiger und nachhaltiger zu machen - und das dann rasch in die breite Anwendung zu überführen. Dazu gehören auch standardisierte Prozesse, die die Projektanbahnung einschließlich Ausschreibung, Planung und Umsetzung digital verbinden und bestmöglich automatisieren. Dafür brauchen wir gute Ideen und die Offenheit, Neues auszuprobieren. Beides finden wir hier im Vorreiterland NRW besonders häufig.”

Vom Pitch in die Projektanbahnung

Anders als klassische Kongressformate setzte das Innovations-Forum konsequent auf Vernetzung und Umsetzung. Herzstück war das sogenannte „Matchmaking 2.0”, bei dem Wohnungsunternehmen, Projektentwickler und Innovatoren gezielt zusammengebracht wurden.

Robert Kroth, Geschäftsführer von Neues Bauen - 80 Sekunden, betonte: „Dieses Forum ist kein Schaufenster für Zukunftsvisionen - es ist ein Transferraum für das, was heute bereits auf die Baustelle kann. Unser Anspruch ist die Vermittlung: zwischen erprobten Lösungen und den Akteuren, die den Willen und die Strukturen haben, sie einzusetzen. NRW bietet dafür den idealen Kontext: ein Bestand mit erheblichem Sanierungsdruck und eine Wohnungswirtschaft, die Handlungsbereitschaft nicht nur bekundet, sondern beweist.”

Die Sieger des NRW-Auftakts

In den drei Themenblöcken präsentierten insgesamt zwölf Unternehmen ihre Lösungen.

  • Schneller bauen: Renowate GmbH mit vorgefertigten Fassaden- und Dachelementen für die serielle Sanierung
  • Preiswerter bauen: Nyoo Real Estate GmbH mit skalierbarem Planungssystem für bezahlbaren Wohnungsbau
  • Net Zero - nachhaltiger und besser bauen: Towern3000 Projekt & Medienagentur GmbH mit der CEPA-Energiefassade, die Dämmung, Heizen und Kühlen in einem integrierten System verbindet

Ergänzt wurden die Wettbewerbsbeiträge durch drei Wildcards aus den Bereichen Infrastruktur, Energieeffizienz und digitale Projektentwicklung.

Forderungen an Politik und Branche

Beim abschließenden Polit-Talk diskutierten Sandra Weeser, ehemalige Vorsitzende des Bauausschusses des Deutschen Bundestages, Uwe Bigalke sowie die Sieger-Innovatoren über die größten Hemmnisse für Innovationen im Gebäudesektor. Die zentrale Botschaft: Weniger Regulierung, schnellere Zulassungsverfahren und mehr Vertrauen in Innovationen sind entscheidend, damit marktreife Lösungen schneller in die Praxis gelangen. Nicht fehlende Technologien bremsen die Bauwende aus, sondern oftmals langwierige Verfahren und komplexe Rahmenbedingungen.

Industrie als Umsetzungspartner der Bauwende

Gastgeber Mitsubishi Electric sieht in der schnelleren Überführung von Innovationen in die Praxis eine zentrale Voraussetzung für die Transformation des Gebäudesektors.

Mario Poltronieri, Präsident Mitsubishi Electric Deutschland, erklärte: „Das Innovations-Forum von ‚Neues Bauen - 80 Sekunden’ zeigt, worauf es heute ankommt: Ideen schneller in konkrete Projekte zu überführen und deren Umsetzung spürbar zu beschleunigen. Für Mitsubishi Electric ist klar: Entscheidend ist nicht nur, Lösungen zu entwickeln, sondern sie auch wirksam in die Anwendung zu bringen. Dieser Anspruch ist in unserer DNA verankert und beeinflusst maßgeblich die Haltung und Strategie unseres Unternehmens.”

Bundesweite Innovations-Offensive

Das Innovations-Forum in Ratingen bildet den ersten Schritt einer bundesweiten Innovations-Offensive von Neues Bauen - 80 Sekunden und dem dena Kompetenzzentrum Serielle Sanierung Energiesprong DE. Nach Nordrhein-Westfalen sollen dieses Jahr weitere Stationen in Hamburg, Berlin, Brandenburg sowie in Süddeutschland folgen. Dabei sollen marktreife Bauwende-Innovationen schneller in konkrete Projekte gebracht und die Transformation des Gebäudebestands in Deutschland messbar beschleunigt werden.

 

Zusätzliche Informationen:

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