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Sanierung der ehemaligen Synagoge in Görlitz

(14.09.2026) Die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt seit ihrer Gründung im Jahr 1985 den Erhalt historischer Bauwerke. Mit ihren Spenden stärkt sie private, kirchliche und kommunale Denkmaleigentümer und leistet einen wichtigen Beitrag zur Denkmalpflege als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Bislang förderte sie rund 7.400 Denkmale mit mehr als 750 Mio. Euro, darunter etwa 7.000 Maßnahmen an „Sakralbauten”, davon 54 an Synagogen. Zu den bedeutendsten Synagogen zählt die ehemalige Synagoge in Görlitz, die nach ihrer 2021 fertiggestellten Sanierung wieder für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Ehemalige Synagoge in Görlitz. (Bild: Marie-Luise Preiss / Deutsche Stiftung Denkmalschutz) 

Die ehemalige Synagoge in Görlitz als Schlüsselbau des frühen 20. Jahrhunderts

Die ehemalige Synagoge in Görlitz wurde nach den Plänen der Dresdner Architekten Lossow & Kühne errichtet und am 8. März 1911 eingeweiht. Als bedeutendes Bauwerk des späten Jugendstils besitzt sie überregionale Bedeutung. Ihre monumentale Baukörpergestaltung und die harmonisch aufeinander abgestimmte Innenarchitektur zählen zu den herausragenden Leistungen der europäischen Synagogenarchitektur. Erbaut in den schweren Formen des Neoklassizismus stellt die Synagoge ein ausgezeichnetes Beispiel für die Architektur der ersten beiden Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts dar. Als einer der frühen Stahlbetonbauten Deutschlands vereint sie die damals aktuellsten architektonischen Strömungen mit den Vorstellungen des liberalen deutschen Judentums um 1909.

Der Innenraum wurde während der Reichspogromnacht durch einen Brand beschädigt, die Tragstruktur und damit der Bau blieben jedoch erhalten. Da nach dem Krieg in Görlitz keine jüdische Gemeinde mehr existierte, wurde das Bauwerk 1963 an die Stadt Görlitz verkauft. Die Stadt erklärte die Synagoge zwar zum Kulturdenkmal, investierte jedoch nicht in den Erhalt des Gebäudes. Nach anhaltendem Verfall wurde sie im Jahr 1991 statisch gesichert und ab 1996, nach Klärung aller Rechtsfragen, wiederhergestellt.

Sanierung mit der Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Mit Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz konnten mehrere Sanierungsabschnitte, etwa im westlichen Langhaus und im Kuppelinnenraum, abgeschlossen werden. Um den Kuppelsaal und das Foyer wieder nutzen zu können, musste das Gewölbe statisch gesichert werden. Nach der 2021 abgeschlossenen Sanierung bietet der ursprünglich für 550 Betende ausgelegte Saal heute Platz für 310 Personen. Ergänzt wird er durch eine Wochentagsynagoge mit 50 Plätzen. Die Fenster wurden anhand historischer Vorlagen rekonstruiert, die noch erhaltenen Türen aufgearbeitet. Schrittweise konnte der Innenraum durch einzelne Fördermaßnahmen und Sachspenden sowie mit Unterstützung des Görlitzer Zentrums für Handwerk und Denkmalpflege instandgesetzt werden. Mit der Fertigstellung der haustechnischen Anlagen kann die Synagoge wieder genutzt werden.

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