Baulinks -> Redaktion  || < älter 2009/0083 jünger > >>|  

BAU 2009: Rückenwind für die Bauwirtschaft

(19.1.2009) Mit 210.000 Besuchern hat die BAU 2009 einen neuen Rekord erzielt sowie der Branche viel Rückenwind für das laufende Jahr gegeben - zumal von der Finanz- und Wirtschaftskrise in den meisten Messehallen wenig zu spüren war. Wenn überhaupt, dann hing die Stimmung der Aussteller von der jeweiligen Zielgruppe für ihre Produkte ab: So waren beispielsweise die Anbieter von Flachdachbahnen, die sowohl beim Neubau als auch für die Sanierung zum Einsatz kommen, gegenüber Herstellern von Mauerziegeln, die vornehmlich für den Neubau von Wohnungsbauten verwendet werden, deutlich im Stimmungsvorteil:

sehr zugespitzte Matrix zur Stimmungslage der Baustoffhersteller abhängig von der Zielgruppe

Wohnungs-
bau
Gewerbe- und
öffentlicher Bau
Neubau
Bauen im
Bestand

Die BAU-Besucher aus aller Welt, darunter mehr als 36.000 internationale Gäste, kamen aus 149 Ländern. Insbesondere am vierten und fünften Messetag war der Andrang teilweise so groß, dass die Stände dicht bevölkert waren und es in den Messehallen eng wurde. Viele Aussteller berichteten von einem Besucheransturm: "Wir sind regelrecht überrannt worden". Es war das beste Ergebnis in der mehr als 40jährigen Geschichte der BAU.

Auf Europas wichtigster Fachmesse für Architektur, Materialien und Systeme präsentierten sich an sechs Messetagen 1.924 Aussteller aus 42 Ländern. Bereits ein Jahr vor Messebeginn war das Gelände mit 180.000 m² Fläche praktisch ausgebucht. Kaum beeindruckt von der Krisenstimmung in anderen Branchen kamen von Tag zu Tag mehr Besucher auf das Münchner Messegelände, um sich über Neuigkeiten und Weiterentwicklungen in der Bauwirtschaft zu informieren. Die Besucher deckten die gesamte Palette des Planens, Gestaltens und Bauens ab - Planer, Architekten und Bauingenieure waren ebenso darunter wie Bauunternehmer, Handwerker, Baustoffhändler und Vertreter der Wohnungswirtschaft. "Wir hatten ein sehr buntes Publikum - vom bayerischen Zimmerermeister bis zum türkischen Hochbauingenieur", so Ludger Dederich, Leiter der Holzbau Fachberatung beim Holzabsatzfonds.

Neben Deutschland stellten Österreich, die Schweiz, Italien, Slowenien, die Tschechische Republik, Russland, Polen, der Iran, Frankreich und die Türkei die meisten Besucher. Auch aus außereuropäischen Ländern wie China und Japan kamen überdurchschnittlich viele Besucher - ein deutliches Indiz für den Stellenwert, den die BAU auch außerhalb Europas genießt. Die internationale Beteiligung war erneut hoch: über 36.000 Besucher kamen laut Messe-Gesellschaft aus dem Ausland. Dazu Guido Wortmeier, Handlungsbevollmächtigter der Eduard Hueck GmbH: "Unter unseren Besuchern war ein hoher Anteil ausländischer Kunden, vor allem viele Russen." Ähnlich äußerte sich Ivo Schintz, Geschäftsführer von Tarkett: "Wir konnten sogar etwas mehr internationale Gäste als 2007 begrüßen, insbesondere aus Osteuropa."

Volle Hallen, gute Stimmung, viel Zuversicht und intensive Gespräche an aufwändig gestalteten Ständen - das war das vorherrschende Bild auf dem Messegelände. "Die BAU hat gezeigt, dass sich unsere Branche von der Wirtschaftskrise nicht entmutigen lässt", erklärte Dieter Schäfer, der Vorsitzende des Ausstellerbeirats, stellvertretend für viele seiner Kollegen. "Die ausstellenden Unternehmen gehen mit viel Optimismus ins neue Jahr". Angesichts des Rekordergebnisses zog auch Messe-Geschäftsführer Dr. Reinhard Pfeiffer ein überaus positives Fazit: "Die Messe hat unsere hohen Erwartungen noch übertroffen. Der teilweise enorme Aufwand, mit dem die Aussteller ihre Produkte in Szene gesetzt haben, zeigt deutlich, dass die BAU das absolute Top-Event der Branche in Deutschland, Europa und darüber hinaus ist. Dass sich der Besucherrekord von 2007 angesichts der düsteren Wirtschaftsprognosen noch einmal toppen lässt, damit war nicht unbedingt zu rechnen. Umso höher ist dieser Erfolg zu bewerten."

Die positiven Aussagen der Aussteller spiegeln sich auch in der vom Marktforschungsinstitut TNS Infratest durchgeführten Befragung wieder. Danach sehen die BAU 89% der Aussteller als Leitmesse, 94% beurteilen sie mit "ausgezeichnet bis gut". Auch die Qualität der Besucher sowie deren Internationalität bewerteten die Aussteller noch einmal besser als 2007. Jeweils über 80% der Aussteller erklärten, bei der Anbahnung neuer Geschäftsbeziehungen und der Vorbereitung von Folgegeschäften erfolgreich gewesen zu sein. Die logische Folge: 96% der Aussteller werden eigenen Angaben nach in zwei Jahren wieder an der BAU teilnehmen.

Neben großen Bühnen-Shows glänzten einige Aussteller mit kleinen, feinen aber ausgesprochen interessanten Präsentationen (hier: Rathscheck in Halle A4)

Die Einschätzungen der Aussteller decken sich im Wesentlichen mit denen der Besucher, wie aus der ebenfalls von TNS Infratest durchgeführten Besucherbefragung hervorgeht. Fast alle Besucher - nämlich rund 96% - waren Fachbesucher. 88% bezeichneten sich als "Entscheider", etwa 38.000 kamen aus Architektur-, Planungs- und Ingenieurbüros. Im Ansehen der Besucher ist die BAU noch einmal gestiegen. Fast alle Besucher bewerteten die Messe mit "ausgezeichnet bis gut". Gelobt wurden insbesondere die Vollständigkeit und Breite des Angebots, die Präsenz der Marktführer, die Übersichtlichkeit sowie die Internationalität der Aussteller. Die Bewertung dieser einzelnen Kategorien übertraf noch einmal das ohnehin schon hohe Niveau der BAU 2007. Unbestritten ist der Leitmessecharakter der BAU, den ihr praktisch alle Besucher bescheinigten. Ebenso wurden fast alle Besucher bei der Suche nach Neuheiten fündig. Über 90% der Besucher erklärten außerdem, bei der Pflege von Geschäftsbeziehungen und der allgemeinen Marktorientierung erfolgreich gewesen zu sein.

Herausragende Themen der BAU waren das energieeffiziente und nachhaltige Bauen. Ein gleichnamiger Kongress des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) zog 1200 Besucher an. Erstmals wurden vom BMVBS sowie der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) entsprechende Zertifikate verliehen - siehe auch Beitrag "28 Gebäude erhalten die ersten Gütesiegel für Nachhaltiges Bauen":

Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee, DGNB Präsident Prof. Dr.-Ing. Werner Sobek
DGNB Präsident Prof. Dr.-Ing. Werner Sobek und Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee bei der Verleihung der ersten Gütesiegel für Nachhaltiges Bauen

Auch an den Messeständen stand die Frage, wie man beim Bauen Energie sparen, die gesetzlichen Anforderungen erfüllen (EnEV!) und damit auch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten kann, im Vordergrund der Gespräche. "Vor zwei Jahren war das Thema Klimaschutz noch ein deutsches Thema, jetzt ist es ein internationales. Die Nachfrage nach energieeffizienten Produkten nimmt ständig zu", so Thomas Lauritzen, Leiter Unternehmenskoordination bei Schüco. Leitthemen der BAU waren außerdem das barrierefreie Bauen sowie das Bauen im Bestand. Beide Themen wurden, ergänzend zu spezifischen Produktpräsentationen der Aussteller, mit Sonderschauen veranschaulicht. "Auch bei der BAU 2011 werden die Themen Energieeffizienz und Bauen im Bestand eine herausragende Rolle spielen", kündigte Markus Geisenberger, der Projektleiter der BAU, an.

Wie weiter aus der Besucherbefragung von TNS Infratest hervorgeht, ist beim Blick in die Zukunft der 2007 - als die Konjunktur an Fahrt aufnahm - noch vorherrschende Optimismus hier und da verflogen. Während damals nur 9% der Besucher meinten, die künftige wirtschaftliche Lage werde sich verschlechtern, sind dieser Meinung jetzt 24%. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Ausstellern. 2007, als die Konjunktur gerade in Schwung kam, waren noch 57% der Meinung, die Lage werde sich verbessern. Diesmal glauben das nur 22% der Aussteller, während etwa ebenso viele der Ansicht sind, dass es eher schlechter wird. Dem optimistischen Stimmungsbild, das auf der BAU gezeichnet wurde, steht also doch die Verunsicherung in vielen Köpfen gegenüber. Trotzdem beabsichtigen 96% der Besucher der BAU 2009, in zwei Jahren wieder zu kommen.

Die BAU 2011 findet vom 17. bis 22. Januar 2011 auf dem Gelände der Neuen Messe München statt.

siehe auch für weitere Informationen:

ausgewählte weitere Meldungen:

Baulinks folgen auf...

Datenschutz !!
Aus datenschutztechnischen Gründen haben wir das Twitter-Plugin deaktiviert.
Wollen Sie jedoch dieses Feature nutzen, so klicken Sie einmal auf das ausgegraute Bild.
Datenschutz !!
Aus datenschutztechnischen Gründen haben wir das Facebook-Plugin deaktiviert.
Wollen Sie jedoch dieses Feature nutzen, so klicken Sie einmal auf das ausgegraute Bild.
Datenschutz !!
Aus datenschutztechnischen Gründen haben wir das +1-Plugin deaktiviert.
Wollen Sie jedoch dieses Feature nutzen, so klicken Sie einmal auf das ausgegraute Bild.
Anmeldung zum kosten­losen Bauletter:
Der Baulinks-Newsletter kann jeder­zeit leicht auch wieder ab­bestellt werden!

Relevante BauDates

Impressum (c) 1997-2017 ARCHmatic - Alfons Oebbeke (Google+, XING, linkedin)