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14% weniger Umsatz in der Bauwirtschaft zu Jahresbeginn - aber...

(28.3.2021) Der Umsatz im Bauhauptgewerbe erreichte nach den Daten des Statistischen Bundesamtes im Januar in den Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten insgesamt ca. 4,2 Mrd. Euro und damit ein Minus von ca. 14% (real: -15,5%). Das Ordervolumen lag insgesamt bei knapp 6,4 Mrd. Euro und damit etwa auf dem hohen Vorjahresniveau (-1,2%). Das Volumen im Vorjahr war noch nicht durch die Corona-Pandemie gezeichnet.

Grafik aus dem Bauletter „Mehr Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe im Januar 2021“ vom 25.3.2021

Vorzieheffekt, Wetter und Arbeitstage zu berücksichtigen

Im Januar hat der Umsatz allein im Wohnungsbau um 26% zum Vorjahr nachgegeben. Hier zeigt sich, dass der Wohnungsbau wegen der auslaufenden Absenkung der Mehrwertsteuer einen deutlichen Vorzieheffekt erlebt hat. Viele Bauvorhaben wurden noch fertiggestellt und abgerechnet. Hinzu kam ein Rückgang der geleisteten Stunden um insgesamt knapp 20% gegenüber dem Vorjahresmonat. Obwohl der Auftragsbestand auf Rekordniveau liegt, haben das Winterwetter und zwei Arbeitstage weniger die Branche spürbar ausgebremst.

Die Order im Wohnungsbau zeigen allerdings langfristig eine weiter hohe Nachfrage, so dass hier die Bautätigkeit in den kommenden Monaten wieder zunehmen wird. Auch im Wirtschaftshochbau sehen Branchenvertreter vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) und vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) zu Beginn des Jahres mit einem Plus von knapp 3% wieder etwas Belebung nach der verhaltenen Entwicklung im Vorjahr.

ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa erinnert zudem an die Schlüsselfunktion der öffentlichen Hand: „Die öffentlichen Auftraggeber haben im Januar mit einem Ordervolumen von ca. 1,8 Milliarden Euro das verhältnismäßig hohe Vorjahresniveau um gut 8% verfehlt. Hier brauchen wir in den nächsten Wochen und Monaten deutlich mehr Engagement und ein anhaltend hohes Niveau an Investitionen. Nur so lösen wir den Investitionsstau auf und stützen gleichzeitig die Konjunktur. Die Kommunen werden aber dazu auch in diesem Jahr zusätzliche Mittel brauchen. Sonst besteht die Gefahr, dass ihre Mindereinnahmen wegen der Corona-Pandemie zu Lasten der Investitionsbudgets gehen.“

HDB-Vizepräsident Tim Lorenz geht für 2021 von einer nominalen Umsatzstagnation aus. Die Auftragseingänge würden sich insgesamt zwar etwas schwächer entwickeln, sie hätten 2020 nur um 0,4% zugelegt (real: -2,1%) und seien im Januar 2021 um 1,2%  (real: -3,1%) zurückgegangen - dies aber auf einem hohen Niveau. Der Januar-Wert 2020 sei immerhin der höchste jemals gemessene Januar-Wert gewesen. Preis-, saison- und kalenderbereinigt wäre der Ordereingang im Januar 2021 gegenüber dem Vormonat sogar um 2,0% gestiegen. „Hinzu kommt, dass die Branche mit einem sehr hohen Auftragsbestand in das Jahr gestartet ist.“ Dies dürfe allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass 2021 noch Unsicherheiten bestünden - darunter eine noch nicht gesicherte Kompensation der Gewerbesteuerausfälle auf kommunaler Ebene. „Wenn die Politik zu ihren geplanten Investitionszusagen steht, wird die Bauindustrie wieder alles dafür tun, die Infrastrukturmodernisierung Deutschlands voranzutreiben, digital, effizient und mit Blick auf den Umwelt- und Klimaschutz. Und so auch weiterhin eine große volkswirtschaftliche Stütze sein“, resümiert Herr Lorenz.

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