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GdW: „Viele Wohnungsbau- und Klimaschutzprojekte vor dem Aus“

(16.5.2022) Die anhaltende Krisensituation durch den Ukraine-Krieg, die Lieferkettenprobleme infolge der Corona-Pandemie und die enormen Kostensteigerungen bei Bau- und Energieprodukten wirken sich massiv auf den bezahlbaren Wohnungsbau aus:

  • Fast zwei Drittel (64%) der sozial orientierten Wohnungsunternehmen in Deutschland müssen Neubauprojekte zurückstellen.
  • Fast ein Viertel (24%) sieht sich gezwungen, den geplanten Bau neuer Mehrfamilienhäuser komplett aufzugeben.

Ähnlich dramatisch schaut die Situation bei Modernisierungsprojekten aus:

  • Mehr als zwei Drittel (67%) der Wohnungsunternehmen müssen den klimaschonenden und altersgerechten Umbau ihrer Wohnungen auf Eis legen.
  • Rund 13 Prozent wollen/müssen ihn ganz aufgeben.

Dieses Bild zeichnet eine aktuelle, bundesweite Umfrage unter den im Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) organisierten Unternehmen.

Triage am Bau

„Unter den derzeitigen katastrophalen Bedingungen können die sozial orientierten Wohnungsunternehmen derzeit nicht einmal ihre bereits begonnenen Projekte fertigstellen. Der bezahlbare Wohnungsbau, die Regierungsziele von 400.000 Wohnungen jährlich und die Klimaziele bei Gebäuden sind aus derzeitiger Sicht Makulatur, wenn sich nicht sehr schnell etwas ändert", konstatiert GdW-Präsident Axel Gedaschko.

Von massiven Preissteigerungen betroffen sind allein nur bei den sozial orientierten Wohnungsunternehmen ...

  • der Neubau von aktuell rund 58.000 Wohnungen,
  • die altersgerechte und klimaschonende Modernisierung von rund 92.000 Wohnungen und
  • die Instandhaltung von mehr als 1,5 Millionen Wohnungen.

„Wohnungsbau und Modernisierung sind für die Wohnungsunternehmen absolut unkalkulierbar geworden. Und das liegt nicht allein an den globalen Krisensituationen rund um Corona und Krieg. Viele Probleme sind hausgemacht“, stellt Herr Gedaschko fest. „Dies ist ein Weckruf an die Politik. Die Regierung muss die dramatische Lage bei Bau und Modernisierung erkennen und schnell wirksame Rahmenbedingungen schaffen“, fordert der GdW-Präsident.

Mehrere Krisen-Faktoren wirken derzeit wie ein "Abwärts-Turbo" für Bau- und Modernisierung:

  • Zinsen und Baukosten werden bis Jahresende gleichzeitig deutlich ansteigen.
  • Bei einigen Produkten werden durch die Mangellage und Lieferkettenprobleme weitere explosionsartige Preisanstiege erwartet. So zum Beispiel bei den in Wärmepumpen und mittlerweile fast allen Geräten verbauten Halbleitern.

Anstatt weitere Hindernisse für den bezahlbaren Wohnungsbau zu schaffen, wie der von der BaFin eingesetzte und für die sozial orientierten Wohnungsunternehmen vollkommen unnötige Systemrisikopuffer für Wohnimmobilienkredite (siehe Beitrag dazu vom 17.1.2022), müsse die Politik endlich umsteuern:

  • So dürften keine neuen Regulierungen geschaffen werden, die in der jetzigen Situation Bauplanungen weiter verzögern oder Produkte weiter verteuern.
  • Und bei den Anforderungen an Gebäude sei deutlich mehr Flexibilität für alternative Lösungen bei Baustoffen und Technologien nötig.
  • Dringender denn je sei zudem, das Förderchaos beim klimaschonenden, bezahlbaren Bauen zu beenden.

Planbarkeit ist Grundvoraussetzung für das Entstehen von neuem Wohnraum. Dafür sei eine wirksame und verlässliche Fördersystematik dringend notwendig. Das Fiasko rund um die KfW-Förderung habe jetzt schon Verzögerungen von bis zu 12 Monaten bei Bau und Modernisierung verursacht, die nicht mehr aufzuholen seien: „Mit jedem Tag ohne ein planbares Fördersystem vergrößert sich die Bau- und Modernisierungslücke weiter. Wenn das so weitergeht, werden 2023 und 2024 verlorene Jahre für das bezahlbare Bauen und Wohnen in Deutschland“, warnt Herr Gedaschko.

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