Schwerlast- und Wärmedämmanschlüsse sichern Fluchtbalkone im Schulbau-Großprojekt
(01.06.2026) Mit der Willy-Brandt-Gesamtschule entstand in München ein neuer Schulcampus für rund 1.800 Schüler sowie 200 Lehrer. Der Gebäudekomplex vereint die Willy-Brandt-Gesamtschule und die Fachoberschule Nord für Sozialwesen auf knapp 20.000 m² Nutzfläche. Bauherrin war die Landeshauptstadt München, geplant wurde das Projekt von Hascher Jehle Architektur aus Berlin. Zum Schuljahr 2025/26 wurde der Neubau fertiggestellt.
Betonplatten mit hoher Spannweite
Der Schulkomplex besteht aus einem zentralen Gebäudeteil sowie drei angeschlossenen Baukörpern. Untergebracht sind dort insgesamt 66 Klassenräume und 22 Fachklassenräume. Ergänzt wird das Ensemble durch Mensa, Aula, Bibliothek, Hausmeisterwohnung sowie einen Sporttrakt mit Schwimm- und Turnhalle. Das Bauwerk wurde in fünf Bauabschnitte gegliedert, die über vier Dehnfugen miteinander verbunden sind.
Aufgrund der großen Spannweiten kamen Betonplatten mit Dicken von bis zu einem Meter zum Einsatz. Zur Aufnahme der hohen Querkräfte zwischen den Betonbauteilen wurden Schwerlastdorne vom Typ Schöck Stacon SLD-Q eingesetzt. Die Elemente verbinden Bodenplatten, Decken, Unterzüge und Wände kraftschlüssig. Ein einzelner Dorn kann laut Hersteller bei einem Eigengewicht von rund 35 kg Lasten von bis zu 30 Tonnen übertragen. Insgesamt wurden 580 Stacon SLD-Q der Tragstufen 300 und 400 verbaut. Zusätzlich kamen 470 Stacon LD zum Einsatz.
Johanna Boltz von der Bauunternehmung Hönninger: „Bei diesem Bauvorhaben handelt es sich um eine konstruktionstechnisch anspruchsvolle Ausführung, da sehr hohe Lasten vorliegen. Daher wurden im gesamten Projekt und auf allen Etagen eine große Menge Schöck Stacon verwendet.”
Fluchtbalkone als Rettungsweg
Das Gebäude orientiert sich am Münchner Lernhauskonzept mit offenen Gemeinschaftsbereichen zwischen den Unterrichtsräumen. Da auf zentrale Flure verzichtet wurde, waren umlaufende Fluchtbalkone erforderlich. Die Balkone kragen 1,45 m aus und sind von allen Räumen aus zugänglich. „Im Vergleich zu einer wartungsaufwendigen Sprinkleranlage, die zusätzlich vor Missbrauch geschützt werden muss, sind Fluchtbalkone als Rettungsweg über die Fassade eine wartungsarme und zugleich effektive Alternative”, erklärt Robert Kahlow von Hascher Jehle Architektur.
Für die thermische Trennung und den statischen Anschluss der Balkone wurde Schöck Isokorb XT eingesetzt. Die Elemente sichern insgesamt rund drei Kilometer Fluchtbalkone rund um den Gebäudekomplex. „Beim Anschluss von auskragenden Bauteilen ist Isokorb bei uns immer erste Wahl. Als tragendes Wärmedämmelement minimiert er Wärmebrücken auf ein Minimum und bietet zugleich optimale Gestaltungsfreiheit”, sagt Robert Kahlow.
Nachhaltigkeit und Energieeffizienz
Zum Nachhaltigkeitskonzept des Projekts zählen begrünte Dachflächen sowie Photovoltaikanlagen. Die bereits sanierte Sporthalle des früheren Schulstandorts wurde in den Neubau integriert. Die Einspeisung der PV-Anlage kann über eine Informationstafel von den Schülern verfolgt werden.
Bautafel
- Bauzeit: Herbst 2021 bis Sommer 2025
- Bauherrin: Landeshauptstadt München, Referat für Bildung und
Sport, Baureferat (Projektleitung) - Architekturbüro: HASCHER JEHLE Architektur, Berlin
- Bauunternehmer: Dipl.-Ing. Emil Hönninger GmbH & Co.
Bauunternehmung KG, Kirchseeon - Produkte: Stacon SLD-Q und LD, Isokorb XT K
Weitere Informationen können per E-Mail an Schöck angefordert werden.
siehe auch für zusätzliche Informationen:
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siehe zudem:
- Betonbau und Balkonbau bei Baulinks.de
- Literatur / Bücher zu den Themen Balkonbau bei Amazon.de




