Bernhard Remmers Award 2026 würdigt wegweisende Projekte im Bestand
(15.06.2026) Mit dem Bernhard Remmers Award 2026 werden Projekte ausgezeichnet, die bestehende Bausubstanz weiterentwickeln. Damit würdigt der Preis den Bestand als wichtige Ressource einer nachhaltigen Baukultur. Vier ausgewählte Projekte zeigen exemplarisch, wie Weiterbauen im Bestand heute gelingen kann – von Transformation denkmalgeschützter Ensembles bis zur innerstädtischen Nachverdichtung.
Die Siegerprojekte
Bewertet und ausgezeichnet wurden über 50 Einreichungen Projekte in den Kategorien Baudenkmalpflege, Bauen im Bestand, Holz-/Hybridbauweise. Ebenso wurde ein Sonderpreis vergeben.
Kategorie Baudenkmalpflege: Deutsches Meeresmuseum Stralsund (Reichel Schlaier Architekten GmbH, Stuttgart)
Mit der Sanierung und Erweiterung des historischen Katharinenklosters entwickelten die Architekten ein komplex gewachsenes Ensemble behutsam weiter. Rückbau, Neuordnung und gezielte Ergänzungen machen die unterschiedlichen Bauphasen und Entwicklungen des Bestands wieder ablesbar und integrieren zugleich neue Nutzungen wie Großaquarien. So entsteht ein zeitgemäßer Museumsbau, der Vergangenheit und Gegenwart räumlich miteinander verbindet. Die Jury würdigt hier vor allem „eine zeitgenössische Architektur, die die Seele des Bestands respektiert”.
Kategorie Bauen im Bestand: Kolk 17 Figurentheater Lübeck (Konermann Siegmund Architekten BDA, Hamburg)
Im dichten Gefüge der Lübecker Altstadt wurde ein vielschichtiges Ensemble aus Bestandsbauten und Neubauten neu organisiert. Durch denkmalgerechte Sanierung, selektiven Ersatz und eine präzise gesetzte Erschließung entstand ein leistungsfähiger Kulturstandort. Historische Substanz und zeitgenössische Eingriffe treten dabei bewusst in Dialog. Laut Urteil der Jury eine „herausragende Leistung”, insbesondere im sensiblen Umgang mit Raum, Material und Kontext.
Kategorie Holz-/Hybridbau: Dachaufstockung und Sanierung einer denkmalgeschützten Wohnanlage in Hamburg (Trutz von Stuckrad Penner Architekten, Berlin)
Die Weiterentwicklung einer genossenschaftlichen Wohnanlage in Innenstadtlage verbindet Substanzerhalt mit Nachverdichtung: Eine zweigeschossige Dachaufstockung in Holz-Stahl-Hybridbauweise ergänzt das Ensemble um neuen Wohnraum. Parallel wurde die historische Bausubstanz umfassend instandgesetzt und gestalterisch präzisiert. Die neue Dachlandschaft interpretiert das verlorene Erscheinungsbild zeitgemäß und stärkt die städtebauliche Präsenz. Die Jury hebt den „souveränen Umgang mit der denkmalgeschützten Bausubstanz” hervor und sieht darin einen richtungsweisenden Beitrag für den Umgang mit innerstädtischem Bestand.
Sonderpreis: Kirche Canitz – Neue Mitte (Peter Zirkel GvA mbH, Dresden)
Aus einer stark geschädigten Dorfkirche entstand durch Wiederaufbau und gezielte Eingriffe ein neuer sozialer Mittelpunkt. Der Entwurf verbindet behutsame Sicherung der historischen Substanz mit klar formulierten, zeitgenössischen Ergänzungen und schafft so einen offenen Raum für Begegnung und Nutzung. Dabei greifen Innen- und Außenraum harmonisch ineinander und verleihen dem Ort eine neue Identität. Die Jury spricht dabei von der „Verbindung von Historischem und Modernem par excellence” sowie einer „überzeugenden Neuinterpretation des Bestands”.
siehe auch für zusätzliche Informationen:
- Bernhard Remmers Award
- Remmers GmbH
- Reichel Schlaier Architekten GmbH
- Konermann Siegmund Architekten BDA
- Trutz von Stuckrad Penner Architekten
- Peter Zirkel GvA mbH
ausgewählte weitere Meldungen:
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siehe zudem:
- Gebäudesanierung und Bautenschutz auf Baulinks
- Literatur / Bücher über Bestandssanierung bei Baubuch / Amazon.de





