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Deutscher Ingenieurbaupreis 2026: Sieben Bauwerke für den Staatspreis nominiert

(15.06.2026) Die Fachjury des Deutschen Ingenieurbaupreises 2026 hat sieben Projekte für die Endrunde des Staatspreises nominiert. Der Deutsche Ingenieurbaupreis wird alle zwei Jahre vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) gemeinsam mit der Bundesingenieurkammer ausgelobt. Insgesamt werden Preisgelder in Höhe von 60.000 Euro vergeben. Der Preis gilt als höchste staatliche Auszeichnung für Ingenieurbauleistungen in Deutschland. Ausgezeichnet werden Projekte, die technische Innovation, Nachhaltigkeit, gestalterische Qualität und einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen verbinden. 

Die sieben Nominierten

Aus insgesamt 41 Einreichungen wurden sieben Bauwerke ausgewählt, die unterschiedliche Schwerpunkte des modernen Ingenieurbaus abbilden – von digital gestützter Bauwerkserhaltung über Carbonbeton-Sanierungen bis hin zu innovativen Holz-Hybridtragwerken.

Bauhaus-Archiv Tower, Berlin (Bild: Marcus Ebener) 

Bauhaus-Archiv Tower in Berlin, B+G Bollinger und Grohmann Ingenieure GmbH

Bauhaus-Archiv Tower in Berlin: B+G Bollinger und Grohmann entwickelte einen fünfgeschossigen Stahl-Holz-Hybridbau mit stützenfreien Innenräumen und außenliegendem, unregelmäßigem Stahltragwerk. Die Tragstruktur basiert auf computergestützten Planungs- und Fertigungsmethoden und nutzt die gestalterischen Möglichkeiten digitaler Entwurfsprozesse.

Sprung über die Emscher – Silver Arrow, Castrop-Rauxel (Bild: Aron Jungermann / Fotografieimraum) 

Brücke „Silver Arrow” über die Emscher in Castrop-Rauxel, INGE Schüßler-Plan mit DKFS

Mit dem „Silver Arrow” wurde eine über 400 m lange Ganzstahlbrücke nominiert. Die mehrfach gekrümmte Konstruktion wurde vollständig digital modelliert, um Geometrie, Tragverhalten und Materialeinsatz zu optimieren. Die Tragwerksform folgt unmittelbar den konstruktiven Anforderungen und macht den Kraftfluss des Bauwerks sichtbar.

Chemnitzer Viadukt (Bild: DB AG) 

Chemnitzer Viadukt, KREBS+KIEFER Ingenieure GmbH

Das denkmalgeschützte Chemnitzer Viadukt wurde nach dem Prinzip „Weiterbauen im Bestand” instandgesetzt. Durch gezielte Verstärkungen und den Austausch einzelner Bauteile konnte die historische Eisenbahnbrücke an heutige Anforderungen angepasst und langfristig für den Bahnverkehr gesichert werden.

Hyparschale, Magdeburg (Bild: Marcus Bredt) 

Hyparschale Magdeburg, Ingenieurbüro: Carbocon GmbH 

Die Sanierung der Magdeburger Hyparschale setzt auf Carbonbeton. Das von Ulrich Müther entworfene Schalentragwerk wurde mit dünnen Carbonbetonschichten verstärkt. Dadurch konnte die Tragfähigkeit wiederhergestellt und die historische Bausubstanz weitgehend erhalten werden. Gleichzeitig wurden gegenüber konventionellen Sanierungsvarianten erhebliche CO₂-Einsparungen erzielt.

Museum Historische Oberamteistraße, Reutlingen (Bild: Brigida Gonzalez) 

Museum Historische Oberamteistraße in Reutlingen, Ingenieurbüro: str.ucture GmbH 

Das nominierte Tragwerk des Museums Historische Oberamteistraße besteht aus heimischer Weißtanne. Die Konstruktion bildet die Kubatur eines historischen Gebäudes nach und überspannt einen mehrgeschossigen Luftraum über einem bestehenden Kellergewölbe. Gleichzeitig übernimmt das Tragwerk Stabilisierungseffekte für angrenzende Bestandsgebäude und berücksichtigt Erdbebenlasten.

Brücke über den Seeblickweg, Stuttgart (Bild: Harrer Ingenieure) 

Brücke über den Seeblickweg in Stuttgart, Harrer Ingenieure Gesellschaft Beratender Ingenieure VBI mbH

Das Stuttgarter Bauwerk wurde als integrale Zweifeldkonstruktion in Holz-Carbon-Beton-Verbundbauweise ausgeführt. Die Konstruktion kombiniert die Druckfestigkeit von Beton, die Zugfestigkeit von Carbon und die Nachhaltigkeitsvorteile des Holzbaus in einem gemeinsamen Tragwerk.

Nibelungenbrücke, Worms (Bild: MKP / Alexander Burzik) 

Nibelungenbrücke in Worms, Ingenieurbüro: MKP GmbH

Bei der Nibelungenbrücke in Worms steht die digitale Bauwerkserhaltung im Mittelpunkt. Durch Bestandsanalysen, Monitoring-Systeme und modellbasierte Nachrechnungen konnte die Restnutzungsdauer der Spannbetonbrücke verlängert werden. Die gewonnenen Daten werden in einem digitalen Zwilling zusammengeführt und dienen als Grundlage für Zustandsbewertungen und Tragfähigkeitsprognosen.

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