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Hochwasser-Check 2026: Jeder vierte Landkreis mit hohem Risiko bei Jahrhunderthochwasser

(14.07.2026) Knapp ein Viertel aller Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland besitzt ein hohes Risiko für schwere Schäden durch ein sogenanntes Jahrhunderthochwasser. Zu diesem Ergebnis kommt der Hochwasser-Check 2026 der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Grundlage der Analyse sind die potenziell betroffenen Flächen sowie die Anzahl gefährdeter Adressen in allen 400 Landkreisen und kreisfreien Städten Deutschlands.

98 Landkreise wurden mit einem hohen und weitere 184 Kreise mit einem mäßigen Risikograd eingestuft. (Bilder: Deutsche Umwelthilfe e.V.) 

Weit mehr als zweihundert Kreise gefährdet

Besonders hoch ist das Risiko im Ortenaukreis in Baden-Württemberg, der im bundesweiten Vergleich den höchsten Hochwasser-Risikograd aufweist. Insgesamt wurden 98 Landkreise mit einem hohen und weitere 184 Kreise mit einem mäßigen Risikograd eingestuft.

Anlässlich des fünften Jahrestages der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal fordert die DUH eine stärkere Ausrichtung des Hochwasserschutzes auf naturbasierte Maßnahmen sowie eine schnelle Weiterentwicklung der gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Der fünfte Jahrestag der Hochwasser-Katastrophe im Ahrtal ist auch eine Warnung vor den unvorhersehbaren Folgen der Klimakrise. Die immer häufiger auftretenden extremen Regenfälle können ruhige Flüsse und Bäche in reißende Ströme verwandeln. Wir brauchen dringend flächendeckenden Hochwasserschutz - davon können Menschenleben abhängen.” Zugleich fordert die Organisation die Wiederaufnahme der seit 2024 angekündigten Novelle des Hochwasserschutzgesetzes sowie die konsequente Umsetzung der europäischen Wiederherstellungsverordnung für die Natur.

Dichte Besiedelung erhöht das Risiko

Historisch gewachsene Siedlungsstrukturen entlang großer Flüsse verschärfen nach Einschätzung der DUH das Schadenspotenzial zusätzlich. Besonders betroffen seien dicht besiedelte Regionen entlang des Ober- und Niederrheins sowie in Teilen entlang von Donau und Elbe. Dort könne es zu erheblichen Schäden kommen, wenn bestehende technische Schutzanlagen an ihre Belastungsgrenzen stoßen. Die DUH weist darauf hin, dass sich technische Schutzmaßnahmen überwiegend an bisherigen Pegelständen orientieren und die künftig häufiger auftretenden Extremereignisse infolge des Klimawandels nur eingeschränkt berücksichtigen.

Sabrina Schulz, stellvertretende Bereichsleiterin Naturschutz der DUH, kritisiert deshalb die weiterhin mögliche Bebauung in Überschwemmungsgebieten: „Es ist ein riesiges Problem, dass in Überschwemmungsgebieten immer noch gebaut werden darf. Es dürfen keine neuen Gebäude in die Aue gebaut und damit Menschenleben einem Hochwasserrisiko ausgesetzt werden.” Weiter fordert sie: „Flüsse brauchen außerhalb der Ortschaften endlich wieder mehr Raum, damit Hochwasser dort in die Aue ausufern kann, wo es keinen Schaden anrichtet.”

Lokale Bauverbote und Renaturierung als Schutzmaßnahmen

Als zentrale Maßnahmen nennt die DUH die konsequente Durchsetzung bestehender Bauverbote in Überschwemmungsgebieten sowie die Wiederherstellung der natürlichen Speicherfunktion der Landschaft durch gesunde Wälder, feuchte Wiesen, renaturierte Auen und naturnahe Gewässerstrukturen.

Der Hochwasser-Check 2026 basiert auf Daten des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung und visualisiert sowohl die potenziell betroffenen Flächen als auch die Anzahl gefährdeter Adressen auf Landkreisebene. Zusätzlich werden Szenarien dargestellt, die die Auswirkungen eines Versagens bestehender Schutzmaßnahmen abbilden. Ein Jahrhunderthochwasser tritt statistisch betrachtet einmal innerhalb von 100 Jahren auf. Die zugrunde liegenden Wahrscheinlichkeiten basieren jedoch auf historischen Messreihen und verlieren durch die Folgen des Klimawandels zunehmend an Aussagekraft.

Die detaillierten Ergebnisse des Hochwasser-Checks stehen hier als PDF-Direktdownload bereit: duh.de/DUH_Hochwasser_Check_2026.pdf

 

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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