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GModG: Bauwirtschaft zwischen Planungssicherheit und Kritik an der Umsetzung

(13.07.2026) Nach dem Beschluss des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) durch Bundestag und Bundesrat am 10. Juli 2026, haben zahlreiche Verbände, Branchenorganisationen und Unternehmen Stellung bezogen. Während die neue Planungssicherheit und die größere Technologieoffenheit überwiegend positiv bewertet werden, gibt es weiterhin Kritik an Förderkürzungen, der Ausgestaltung der Biotreppe und möglichen Auswirkungen auf die Klimaziele.

Foto: Stephan Falk, BAUBILD.COM 

Reaktionen von Verbänden und Unternehmen

Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure (BDB)

Der BDB begrüßt die neue Planungssicherheit für Eigentümer, Planer und Bauunternehmen sowie die stärkere Technologieoffenheit des Gesetzes. Positiv bewertet der Verband zudem die Umsetzung zentraler Vorgaben der EU-Gebäuderichtlinie und die Einführung von Nachweisen zu Lebenszyklus-Treibhausgasemissionen. BDB-Präsident Christoph Schild: „Das Gebäudemodernisierungsgesetz kann ein Beitrag dazu sein, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen und Investitionen im Bestand wieder anzureizen.” Gleichzeitig warnt der Verband vor falschen Erwartungen an die neue Wahlfreiheit: „Entscheidend ist, dass Wahlfreiheit nicht mit Beliebigkeit verwechselt wird.” Kritisch sei für den BDB insbesondere die Verfügbarkeit und langfristigen Kosten klimafreundlicher Brennstoffe.

WOLF GmbH

Der Heiztechnikhersteller WOLF sieht im GModG vor allem neue Handlungsspielräume für Fachhandwerk, Industrie und Gebäudeeigentümer. Besonders die Einbindung der Wohnraumlüftung in die sogenannte Biotreppe wird hervorgehoben. Philip Krossa, Vorsitzender der Geschäftsführung von WOLF: „Das GModG eröffnet neue Handlungsspielräume für Fachhandwerk, Industrie und Hauseigentümer.” Die Möglichkeit, die erste Stufe der Biotreppe künftig über Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung zu erfüllen, mache die Wohnraumlüftung zu einem wichtigen Bestandteil der Energiewende im Gebäudesektor. Gleichzeitig betont WOLF die weiterhin zentrale Rolle der Wärmepumpe als Schlüsseltechnologie der Wärmewende.

Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK)

Der Verband befürwortet insbesondere die stärkere Berücksichtigung der Kraft-Wärme-Kopplung im neuen Gesetz. B.KWK-Hauptgeschäftsführerin Barbara Minderjahn: „Die KWK erhält damit einen festen Platz, der auf Augenhöhe mit anderen Technologieoptionen steht.” Der Verband verweist auf die Bedeutung von KWK-Anlagen für Versorgungssicherheit und resiliente Energieversorgung insbesondere in Krankenhäusern, Schulen und Pflegeeinrichtungen. Zudem seien moderne KWK-Anlagen bereits heute H₂-ready und könnten mit biogenen Brennstoffen betrieben werden.

Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH)

Die stärkere Berücksichtigung von Lebenszyklusbetrachtungen im Neubau sowie die geplante Umstellung des Nachhaltigkeitsbonus in der BEG-Förderung sieht der HDH als vorteilhaft an. HDH-Hauptgeschäftsführer Dr. Denny Ohnesorge: „Die Verankerung der Lebenszyklus-Ökobilanz sowohl im GModG als auch in der BEG-Reform ist ein wichtiger struktureller Schritt für den Klimaschutz im Gebäudesektor.” Kritik übt der Verband allerdings am geplanten Ausschluss von Fenstersanierungen beim Bonus für Worst Performing Buildings (WPB). „Der Fenstertausch ist oft der erste Einstieg in einen umfassenden Modernisierungsfahrplan.”

TGA-Repräsentanz Berlin

Die TGA-Branche begrüßt unter anderem die Entscheidung des Bundesrates, den Vermittlungsausschuss nicht anzurufen. Geschäftsführer Frank Ernst: „Die Entscheidung des Bundesrates ... schafft für die Unternehmen der Technischen Gebäudeausrüstung endlich die dringend benötigte Planungssicherheit.” Ebenso gut wird die Aufnahme raumlufttechnischer Anlagen mit Wärmerückgewinnung als Erfüllungsoption im Gesetz bewertet; kritisch dagegen die Abschaffung der bisherigen 65-Prozent-Regelung.

Deutsche Umwelthilfe (DUH)

Die schärfste Kritik kommt von der Deutschen Umwelthilfe. Der Verband kündigte bereits eine Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz an. DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz: „Kurz nach einer historischen Hitzewelle mit tausenden Toten beschließt die Bundesregierung ein Gesetz, das fossile Heizungen künstlich am Leben erhält und die Klimakrise weiter anfacht.” Nach Ansicht der DUH gefährdet das Gesetz die deutschen Klimaziele und verlängert die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern.

 

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