DLR entwickelt ferngesteuerte Sensorsysteme zur Gefahrstoffdetektion
(17.07.2026) Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat mehrere Demonstratoren entwickelt, mit denen sich chemische und biologische Gefahrstoffe künftig aus sicherer Entfernung detektieren und klassifizieren lassen. Die Systeme kombinieren kompakte Sensoren, robotische Plattformen und künstliche Intelligenz, um Einsatzkräften bei Gefahrguteinsätzen ein schnelleres und umfassenderes Lagebild zu liefern.
Zum Einsatz kommen ferngesteuerte oder autonom arbeitende Plattformen wie Rover und Drohnen. Ziel ist es, zunächst festzustellen, ob ein Gefahrstoff vorhanden ist, und anschließend erste Hinweise auf dessen Stoffklasse zu erhalten.
Die Technologien wurden vom DLR-Institut für Technische Physik gemeinsam mit den Instituten für Softwaretechnologie sowie für Robotik und Mechatronik entwickelt. Erste Erprobungen fanden in Laborumgebungen gemeinsam mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sowie dem Wehrwissenschaftlichen Institut für Schutztechnologien – ABC-Schutz (WIS) der Bundeswehr statt. Zusätzlich wurden Einsatzszenarien am DLR-Standort Lampoldshausen unter realitätsnahen Bedingungen nachgestellt.
Multisensor-System für Flüssigkeiten und Feststoffe
Für die Detektion von Flüssigkeiten und pulverförmigen Stoffen kombiniert das DLR Multispektralkameras, laserbasierte Messverfahren und KI-gestützte Datenauswertung. Die Systeme erkennen zunächst auffällige Objekte oder Bereiche und untersuchen diese anschließend mithilfe der Laserspektroskopie aus mehreren Metern Entfernung. Dabei wird die Wechselwirkung zwischen Laserlicht und dem jeweiligen Material ausgewertet. Auf diese Weise lassen sich chemische und biologische Gefahrstoffe berührungslos erkennen und einer Stoffklasse zuordnen.
Das kompakte Sensorsystem wurde bereits auf verschiedenen robotischen Plattformen getestet, unter anderem bei Offroad-Fahrten mit dem Fahrzeug SHERP am DLR-Standort Oberpfaffenhofen.
Luftproben aus sicherer Entfernung
Für gasförmige Gefahrstoffe und Aerosole entwickelte das DLR im Auftrag des BBK ein weiteres System zur ferngesteuerten Luftprobenahme. Die rund 3kg schwere Einheit kann auf Drohnen oder anderen mobilen Plattformen installiert werden und ermöglicht die Probenentnahme auch an schwer zugänglichen oder gefährlichen Einsatzorten.
Über eine ausfahrbare Messlanze werden Luftproben in bis zu 6 Probenröhrchen gesammelt. Die Auswahl der jeweiligen Probe erfolgt ebenfalls per Fernsteuerung. Die gewonnenen Daten werden nahezu in Echtzeit übertragen und liefern erste Hinweise auf mögliche Gefahrstoffe. Die eigentliche Laboranalyse kann anschließend auf Basis der entnommenen Proben erfolgen. Neben Einsätzen im Bevölkerungsschutz sieht das DLR weitere Anwendungsfelder unter anderem im Umweltmonitoring sowie im Arbeitsschutz.
siehe auch für zusätzliche Informationen:
- Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
- ABC-Schutz (WIS) der Bundeswehr
ausgewählte weitere Meldungen:
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siehe zudem:
- Arbeitsschutz bei Baulinks
- Literatur / Bücher zum Thema Arbeitsschutz



