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Mit KI zu schnelleren Sanierungsentscheidungen 

(15.09.2026) Rund 75 % der Gebäude in Deutschland wurden vor Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung 1977 errichtet. Um diese enorme Menge an Immobilien energetisch zu modernisieren, benötigen Wohnungsunternehmen, Kommunen und andere Bestandshalter belastbare Entscheidungsgrundlagen. 

Im Verbundprojekt NaiS (Nachhaltige intelligente Sanierungsmaßnahmen) haben Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft eine digitale Plattform entwickelt, auf der KI gestützte Anwendungen komplexe Gebäudedaten innerhalb weniger Minuten analysieren und Sanierungsoptionen aufzeigen.

(Foto: Baulinks.de, Alfons Oebbeke) 

Vom Härtetest in die Praxis

Das Verbundprojekt NaiS startete im Mai 2023 und wurde vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt mit 4,1 Mio. Euro gefördert. Zum Konsortium gehören die KIT-Einrichtungen TMB, das Institut für Angewandte Informatik und Automation sowie das Karlsruhe Service Research Institute. Externe Partner sind die Ed. Züblin AG, Concular GmbH, Caala GmbH und die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB).

Die Plattform bündelt digitale Services, die Daten aus Bildern, Grundrissen, Textdokumenten und statistischen Gebäudeinformationen verknüpfen und auswerten. Mithilfe von KI ergänzt sie fehlende Informationen, bereitet Daten für digitale Gebäudemodelle auf und visualisiert Ergebnisse in 3D. In vier Nutzertests mit insgesamt 104 Teilnehmenden fielen die Rückmeldungen überwiegend positiv aus. Besonders deutlich zeigt sich der Nutzen beim Zeitaufwand: Aufgaben, die bislang rund 16 Arbeitsstunden erforderten, lassen sich mit NaiS innerhalb von 10 bis 20 min bearbeiten.

Die Plattform ist ab sofort bei der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen verfügbar. Zugleich knüpfen Folgeprojekte an die Ergebnisse von NaiS an. Dazu zählt das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt mit 1,8 Mio. Euro geförderte Verbundprojekt ConCircle, dessen Ziel die Entwicklung eines digitalen Bewertungssystems zur Analyse der Wiederverwendbarkeit von Stahlbetonbauteilen ist. Hierfür erweitern die Forschenden die in NaiS entwickelten KI Technologien und kombinieren sie mit ökologischen und ökonomischen Bewertungsverfahren.

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