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Zahl der Auszubildenden in der Bauwirtschaft weiter rückläufig

(20.12.2001) Vor einem Mangel an Facharbeitern am Bau hat am 19. Dezember in Berlin der Vizepräsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Prof. Thomas Bauer, gewarnt. Bei der Vorstellung der jüngsten Lehrlingsstatistik, die zum sechsten Mal in Folge einen Rückgang zu verzeichnen hatte, sagte Bauer: "Wenn die Zahl der Auszubildenden in der Bauwirtschaft auch in den nächsten Jahren weiterhin so deutlich abnimmt, werden die Betriebe in wenigen Jahren – wenn nicht flächendeckend, so doch in vielen Regionen - händeringend nach Fachkräften suchen. Schon jetzt sind erste regionale Engpässe zu beobachten." Er appellierte deshalb an die Baubetriebe, auch in konjunkturell schlechten Zeiten in ihrer Ausbildungsbereitschaft nicht nachzulassen. Bauer weiter: "Ohne qualifizierte Mitarbeiter können die Unterenhmen auf einem Markt mit technisch immer anspruchsvoller werdenden Bauleistungen nicht bestehen."

Nach Angaben der SOKA Bau lag die Gesamtzahl der Lehrlinge Ende September 2001 um 12,6% unter dem Vorjahresniveau. Damit werden zurzeit nur noch rund 50.000 junge Menschen in einem bauhauptgewerblichen Beruf ausgebildet; im Spitzenjahr 1995 waren noch rund 92.000 Auszubildende registriert worden. Damit steuere die Branche auf eine Ausbildungsquote von 10% zu, d.h. auf 100 Facharbeiter kommen nur noch 10 Auszubildende. "Wenn das Verhältnis von Auszubildenden zu Facharbeitern unter den "kritischen" Wert von 10% fällt, kann der Bedarf an Facharbeitern nicht mehr gedeckt werden", erklärte Bauer. Die um 20% gesunkene Zahl der Lehrlinge im ersten Lehrjahr deute darauf hin, dass diese Marke demnächst unterschritten werden könnte.

Besonders der Rückgang in den neuen Bundesländern sei Besorgnis erregend. Während in den alten Bundesländern und Berlin der Lehrlingsbestand um 8% bzw. 18,3% sank, wurde in den neuen Bundesländern ein Rekordminus von 23,4% registriert. Das bedeutet, dass in Ostdeutschland derzeit nur noch 12.600 Lehrlinge am Bau ausgebildet werden. 1995 betrug die Zahl der Auszubildenden noch 38.000. Auch bei den Neueinstellungen bilden die neuen Bundesländer das traurige Schlußlicht (-30%). Aber auch in den alten Bundes-ländern (-15%) und Berlin (-22%) wurde erheblich weniger eingestellt.

Bauer betonte, dass die Bauwirtschaft damit zwar noch überdurchschnittlich ausbilde, die auf 20.400 zurückgegangene Zahl der Ausbildungsbetriebe aber auf ein deutliches Nachlassen der Ausbildungsbereitschaft hinweise. Er appellierte daher an die Baubetriebe, "über den Tag hinaus zu denken und eine nachhaltige Personalpolitik zu betreiben".

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