Studie: Fenstertausch amortisiert sich innerhalb weniger Jahre
(24.06.2026) Der Austausch energetisch veralteter Fenster trägt wesentlich zur Reduzierung von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen in Bestandsgebäuden bei. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des ift Rosenheim im Auftrag des Verbands Fenster + Fassade (VFF), die Herstellung, Einbau und Nutzung moderner Fenster hinsichtlich ihres Energie- und CO₂-Einsparpotenzials untersucht.
Die Analyse zeigt, dass die bei Herstellung und Einbau entstehenden CO₂-Emissionen in der Regel bereits nach ein bis fünf Jahren durch Einsparungen im Gebäudebetrieb ausgeglichen werden. Die energetische Amortisationszeit liege, abhängig von Ausgangssituation und Heizsystem, zwischen 2 und 11 Jahren.
Unterschiede je nach Heizsystem
Die Untersuchung weist je nach Energieträger unterschiedliche Amortisationszeiten aus. Bei Gebäuden mit Erdgas- oder Ölheizung wird die energetische Amortisation häufig bereits nach 2 bis 4 Jahren erreicht. Für Fernwärme liegt sie bei etwa 4 bis 7 Jahren, bei Wärmepumpen zwischen 6 und 11 Jahren.
Die CO₂-Amortisation erfolgt vielfach noch schneller. Bei fossilen Heizsystemen werden die bei Herstellung und Einbau verursachten Emissionen häufig bereits innerhalb von 1 bis 3 Jahren kompensiert.
Hohe Einsparpotenziale bei älteren Fenstern
Im Fokus der Studie steht der Austausch energetisch schlechter Bestandsfenster, darunter Einfachglas-, Verbund-, Kastenfenster sowie ältere Isolierverglasungen. Gerade in diesen Fällen sind die Einsparpotenziale besonders hoch. Beim Ersatz von Einfachglasfenstern können Heizwärmeeinsparungen von rund 270 bis 290 kWh/m² und Jahr erzielt werden.
Die Ergebnisse zeigen zudem, dass moderne Fenster unabhängig vom verwendeten Heizsystem zur Verringerung der Treibhausgasemissionen beitragen. Die größte absolute CO₂-Minderung wird bei Heizöl- und Erdgasanlagen erreicht, während sie bei emissionsärmeren Systemen wie Wärmepumpen oder Holzheizungen geringer ausfällt. Der positive Effekt eines Fenstertauschs bleibt jedoch in allen Fällen bestehen.
2-fach- und 3-fach-Verglasung im Vergleich
Auch der Vergleich zwischen 2-fach- und 3-fach-Wärmedämmglas fällt positiv aus. Beide Varianten erreichen kurze Amortisationszeiten. Zwar ist der Herstellungsaufwand für 3-fach-Isolierglas etwas höher, dafür ermöglicht es über die Nutzungsdauer zusätzliche Energieeinsparungen. Die Studie weist zugleich darauf hin, dass der Gebäudebestand differenziert betrachtet werden sollte. Die Ergebnisse beziehen sich auf den Austausch energetisch veralteter Fenster. Bei moderneren Bestandsfenstern ist eine Nutzung bis zum Ende ihrer technischen Lebensdauer in der Regel sinnvoll.
Über eine angenommene Nutzungsdauer von 50 Jahren ergibt sich insgesamt eine deutlich positive Bilanz: Die eingesparte Energie und die vermiedenen Treibhausgasemissionen übersteigen die Aufwendungen für Herstellung und Einbau der neuen Fenster um ein Vielfaches. „Die Studie zeigt klar: Der Austausch alter Fenster ist eine effiziente Maßnahme mit schneller Wirkung. Die Investition rechnet sich energetisch und ökologisch bereits nach wenigen Jahren”, so Frank Lange, Geschäftsführer des Verbandes Fenster + Fassade.
Die Studie steht hier zum Direkt-PDF-Download zur Verfügung.
siehe auch für zusätzliche Informationen:
- Verband der Fenster- und Fassadenhersteller e.V. (VFF)
- ift Rosenheim - Institut für Fenstertechnik e.V.
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siehe zudem:
- Fenster und Fenstertausch im Fensterbau-Magazin bei Baulinks
- Literatur / Bücher über Fenster bei Baubuch / Amazon.de

