ift Rosenheim als Brandprüflabor für den Schiffbau anerkannt
(15.07.2026) Das ift Rosenheim erweitert sein Prüfspektrum für den internationalen Schiffbau: Seit Ende 2025 ist das Institut als anerkanntes Prüflabor in der GISIS-Datenbank der International Maritime Organization (IMO) gelistet. Damit dürfen am Standort Rosenheim Brandprüfungen für Bauelemente und Baustoffe nach dem internationalen FTP-Code (Fire Test Procedures Code) durchgeführt werden. Für Hersteller von Türen, Toren, Fenstern, Schotten, Beschlägen und Baustoffen eröffnet sich damit ein direkter Zugang zum maritimen Markt.
Besondere Anforderungen auf See
Im Schiffbau gelten deutlich höhere Anforderungen an den Brandschutz als bei Gebäuden an Land. Auf Schiffen befinden sich Wohnbereiche, Küchen, Maschinenräume und Lagerflächen auf engem Raum. Gleichzeitig bestehen die Trennwände überwiegend aus Stahl, der Wärme schnell weiterleitet. Brände können sich allein durch Wärmeleitung ausbreiten. Lange Flure, Treppenhäuser und Lüftungsschächte verstärken zusätzlich den Kamineffekt. Türen, Tore, Fenster und Schotte übernehmen deshalb eine zentrale Funktion, um die Ausbreitung eines Feuers zu begrenzen.
Internationale Anerkennung für Prüfungen
Die Anforderungen an Brandprüfungen im Schiffbau werden im FTP-Code der IMO geregelt. Da sich dieser an bekannten europäischen EN-Normen orientiert, sind viele Prüfverfahren Herstellern bereits vertraut. Mit der Anerkennung durch die zuständige nationale Behörde und der Aufnahme in die GISIS-Datenbank können am ift Rosenheim nun alle erforderlichen Prüfungen für den maritimen Einsatz durchgeführt werden. Die ausgestellten Nachweise werden laut ift Rosenheim weltweit von Werften, Schiffsausrüstern und Reedereien anerkannt.
Prüfungen bis 120 min Feuerwiderstand
Während Bauteile im Hochbau üblicherweise auf Feuerwiderstandszeiten von 30, 60 oder 90 min geprüft werden, verlangt der FTP-Code Prüfzeiten von bis zu 120 Minuten. Dafür verfügt das Brandschutzzentrum des ift Rosenheim über fünf Brandöfen für Prüfkörper bis zu einer Größe von 8 m × 5 m. Ergänzend können sämtliche relevanten Baustoffe hinsichtlich ihres Brandverhaltens untersucht werden, sodass Hersteller sowohl komplette Bauelemente als auch einzelne Materialien an einem Standort prüfen lassen können. „Der Unterschied zwischen 90 und 120 min Prüfdauer ist nicht zu unterschätzen. Über den gesamten Zeitraum muss die Temperatur im Ofen stabil gehalten und gleichmäßig verteilt werden. Am ift-Brandschutzzentrum verfügen wir über fünf Öfen für Elemente bis 8 m × 5 m sowie die notwendige Prüferfahrung, um diese Anforderungen zuverlässig zu erfüllen”, erläutert Dipl.-Ing. Markus Leppin, Geschäftsbereichsleiter Prüfung für die Bereiche Brand, Bauakustik und Fassade am ift Rosenheim.
Weitere Informationen können per E-Mail an ift Rosenheim angefordert werden.
siehe auch für zusätzliche Informationen:
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siehe zudem:
- baulicher Brandschutz im Sicherheitstechnik-Magazin bei Baulinks
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