Suche
Kopfbild

Sto: Holz-Hybridbau bei Paris erfüllt E3C1-Standard

(27.07.2026) Mit dem Collège Claudine Hermann entstand im französischen Massy, rund 25 km südwestlich von Paris, eine neue Sekundarschule für 800 Schüler. Der dreigeschossige Neubau kombiniert Holzrahmenbau, hochgedämmte Putzfassaden und eine kompakte Gebäudeform. Ergänzt wird das Ensemble durch zwei energetisch sanierte Bestandsgebäude nach dem Passivhaus-Standard EnerPHit. Das Projekt erfüllt den französischen Umweltstandard E3C1.

Das neue Collège Claudine Hermann in Massy verbindet Holzbau, hochgedämmte Putzfassaden und gerundete Baukörper. (Foto: Hugo Hébrard, Paris / Sto SE & Co. KGaA) 

Kompakter Baukörper im Park

Der Neubau grenzt unmittelbar an einen Park und wurde als kompakter, U-förmiger Baukörper entwickelt. Während die Straßenfassade eine klare Kante bildet, öffnen sich die seitlichen Gebäudeflügel zum Grünraum. Mittelpunkt des Schulhofs bleibt eine bestehende Zeder, die in das Gesamtkonzept integriert wurde. Der Bau gliedert sich in einen eingeschossigen Sockel aus eingefärbtem Sichtbeton sowie zwei Obergeschosse in Holzrahmenbauweise. Durch die gestaffelte Kubatur fügt sich das Gebäude in das Hanggrundstück ein und reduziert die Wirkung seines Volumens.

Der U-förmige Schulbau öffnet sich zum Park und bindet den vorhandenen Baumbestand in die Freiraumgestaltung ein. (Foto: Hugo Hébrard, Paris / Sto SE & Co. KGaA) 

Energie- und Gebäudetechnik

Zur nachhaltigen Energieversorgung ist auf dem begrünten Flachdach eine Photovoltaik-Anlage mit integriertem Speicher installiert. Der erzeugte Strom deckt den Eigenbedarf der Kita, einschließlich Luftwärmepumpe, Lüftungsanlage und LED-Beleuchtung; Überschüsse werden in das öffentliche Netz eingespeist. Die Luftwärmepumpe arbeitet in Kombination mit der Fußbodenheizung. Ein intelligentes Lüftungssystem mit Volumenstromregelung steuert die Luftqualität zonenbezogen, ergänzende Raumthermostate ermöglichen die individuelle Temperaturregelung in den Räumen.

Gerundete Fassaden ohne Materialunterbrechung

Prägendes Gestaltungselement sind die gerundeten Innen- und Außenecken der Fassade. Die warmweiße, feinkörnige Putzoberfläche verläuft ohne Fugen oder Materialwechsel über die Rundungen. Laut Architekt Paul Pressensé vom Büro Ameller Dubois fiel die Materialwahl bewusst auf ein System, das eine durchgängige Oberfläche ermöglicht: „Wir brauchten dieses Material, das uns eine Kontinuität ohne Fugen, ohne Materialunterbrechungen ermöglicht.” Die präzise Ausführung durch den Fachbetrieb Artib SAS sorgt dafür, dass selbst Streiflicht gleichmäßig über die Putzoberfläche verläuft.

Tageslicht und hohe Dämmleistung

Fensterbänder sowie schmale ockerfarbene Metallprofile gliedern die Fassaden horizontal. Die zurückgesetzten Fenster sorgen für hohe Tageslichtausbeute und Ausblicke in den umgebenden Grünraum. Die Holzrahmenkonstruktion wurde mit Mineralwolle ausgefacht. Eine zusätzliche, vollflächige Dämmebene dient als Untergrund für das Wärmedämm-Verbundsystem. Dadurch erreicht der Wandaufbau einen Wärmedurchgangskoeffizienten von 0,15 W/m²K. Die Architekten Stéphan Védrenne und Paul Pressensé erläutern: „Das Gebäude wurde nach den strengen Umweltstandards E3C1 entworfen, die einen extrem niedrigen Energieverbrauch und eine äußerst kontrollierte CO₂-Bilanz garantieren.”

Große Fensterflächen sorgen für viel Tageslicht in den Unterrichts- und Aufenthaltsbereichen. (Foto: Hugo Hébrard, Paris / Sto SE & Co. KGaA) 

Brandschutz für den Holzbau

Neben der energetischen Qualität spielte der Brandschutz eine zentrale Rolle. Das Holztragwerk wurde vollständig mit nichtbrennbaren Baustoffen umhüllt. Außen übernimmt eine 60 Millimeter starke Steinwolledämmung diese Funktion, im Innenbereich schützen BA18-Gipsplatten die Konstruktion. Zur Energieversorgung tragen außerdem eine Photovoltaikanlage sowie passive Maßnahmen wie Sonnenschutz gegen sommerliche Wärmeeinträge bei. Regenwasser wird gesammelt und weitergenutzt.

Bautafel

  • Projekt: Collège Claudine Hermann
  • Standort: Massy, Frankreich
  • Bauherr: Conseil Départemental de l'Essonne, Evry, Frankreich
  • Architektur: Ameller Dubois, Paris
  • Generalunternehmer: Urbaine de Travaux Fayat, Viry-Chatillon
  • Fassadenausführung: Artib SAS, Limeil-Brévannes
  • Konstruktion: Holzrahmenbau auf Sichtbetonsockel
  • Energetischer Standard: E3C1
  • Sanierung Bestand: EnerPHit
  • Wärmedämm-Verbundsystem: StoTherm Mineral
  • Fassadenputz: StoLit K 1,0
  • Gestaltung: StoSignature Texture Rough 1
  • Farbton: SCS 32123
  • Wandaufbau: U-Wert 0,15 W/m²K
  • Brandschutz: 60 mm Steinwolle außen, BA18-Gipsplatten innen

Weitere Informationen können per E-Mail an Sto angefordert werden.

 

siehe auch für zusätzliche Informationen:

Impressum | Datenschutz | © 1997-2026 BauSites GmbH