Heizspiegel 2026: Heizkosten für Öl und Pellets steigen deutlich
(30.10.2026) Die Heizkosten in Deutschland entwickeln sich je nach Energieträger unterschiedlich. Während Haushalte mit Gas- und Pelletheizungen bereits 2025 deutlich höhere Kosten verzeichneten, werden für 2026 insbesondere bei Heizöl weitere Preissteigerungen erwartet. Wärmepumpen bleiben im Vergleich der untersuchten Heizsysteme die kostengünstigste Variante. Das geht aus dem „Heizspiegel für Deutschland 2026” hervor, den die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund veröffentlicht hat. Der Heiztechnikhersteller Stiebel Eltron verweist vor diesem Hintergrund auf die Wirtschaftlichkeit strombasierter Heizsysteme.
Heizkosten 2025: Wärmepumpen im Vergleich am günstigsten
Für den Heizspiegel wurden mehr als 90.000 Gebäudedaten ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen erhebliche Unterschiede bei den jährlichen Heizkosten. In einer 70 m² großen Wohnung in einem Mehrfamilienhaus lagen die durchschnittlichen Heizkosten 2025 bei einer Wärmepumpe bei 715 Euro. Für eine Gasheizung mussten Haushalte dagegen durchschnittlich 1.170 Euro aufbringen, für Fernwärme 1.295 Euro. Auch bei Holzpellets stiegen die Kosten deutlich: Mit durchschnittlich 735 Euro lagen sie 20 % über dem Vorjahreswert. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 130 m² Wohnfläche lagen die jährlichen Heizkosten für Erdgas bei 2.040 Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 15 % gegenüber dem Vorjahr. Für Heizöl wurden durchschnittlich 2.145 Euro (+1 %) fällig, während sich die Kosten für eine Wärmepumpe auf 1.260 Euro (+5 %) beliefen. Damit lagen die durchschnittlichen Heizkosten einer Wärmepumpe in diesem Gebäudetyp 780 Euro unter denen einer Gasheizung und 885 Euro unter denen einer Ölheizung.
Prognose 2026: Heizöl mit besonders starken Kostensteigerungen
Für das Abrechnungsjahr 2026 prognostiziert der Heizspiegel weitere Verschiebungen. Besonders deutlich dürften die Heizkosten für Ölheizungen steigen. Für die 70m²-Musterwohnung wird ein Anstieg um 24 % auf durchschnittlich 1.275 Euro erwartet. Bei einem Einfamilienhaus mit 130 m² könnte die jährliche Heizkostenbelastung sogar um 28 % auf 2.745 Euro steigen. Auch für Holzpellets rechnen die Autoren des Heizspiegels aufgrund knapper Rohstoffe mit einem Kostenanstieg von rund 17 %. Bei Erdgas wird dagegen mit zunächst einem durchschnittlichen Rückgang um etwa 4 % gerechnet. Ein Grund sei der Wegfall der Gasspeicherumlage. Allerdings könnten höhere Großhandelspreise zeitverzögert bei den Endverbrauchern ankommen und Ende 2026 beziehungsweise 2027 erneut zu Preissteigerungen führen. Für Wärmepumpen wird im Vergleich dazu lediglich eine moderate Kostensteigerung von rund 3 % erwartet.
Stiebel Eltron verweist auf Vorteile strombasierter Heizsysteme
Angesichts der unterschiedlichen Heizkostenentwicklung sieht Stiebel Eltron wirtschaftliche Argumente für den Umstieg auf Wärmepumpen. Der Hersteller verweist dabei auf seinen Energie-Trendmonitor 2026. Laut der bevölkerungsrepräsentativen Umfrage sprechen sich 65 % der Verbraucher in Deutschland dafür aus, in eine strombasierte Heizung zu investieren, die vorrangig erneuerbare Energien nutzt. Neben geringeren laufenden Betriebskosten spielt dabei auch der Wunsch eine Rolle, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und deren Preisentwicklung zu reduzieren. „Die aktuelle Teuerung bei fossilen Energien mit langfristig negativer Preisprognose dürfte die Motivation der Menschen zum Wechsel auf eine Wärmepumpenheizung weiter steigern”, erklärt Heinz-Werner Schmidt, Geschäftsführer von Stiebel Eltron.
Staatliche Förderung für den Heizungstausch
Neben den laufenden Energiekosten beeinflussen die Investitionskosten und verfügbaren Fördermittel die Wirtschaftlichkeit eines Heizungswechsels. Stiebel Eltron verweist in diesem Zusammenhang auf die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), über die private Haushalte beim Einbau klimafreundlicher Heizsysteme finanziell unterstützt werden können. Die Förderung berücksichtigt unterschiedliche Voraussetzungen der Antragsteller und kann dadurch insbesondere für bestimmte Eigentümerhaushalte den Umstieg erleichtern. Für die individuelle Bewertung sind neben der Förderung auch die energetische Qualität des Gebäudes, der Wärmebedarf, die erforderlichen Vorlauftemperaturen und die Effizienz des geplanten Wärmepumpensystems entscheidend.
siehe auch für zusätzliche Informationen:
ausgewählte weitere Meldungen:
- Ab Februar 2027: Weniger Förderung für Heizungssanierungen (16.10.2026)
- Vaillant: Förderrechner für den Heizungstausch (16.10.2026)
- Stiebel Eltrons Förderrechner für Einfamilienhäuser (15.10.2026)
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- Modular aufgebauter Wärmepumpen-Speicher WPM-S von Thermic Energy (09.10.2026)
- Kermi Bad- und Wohnheizkörper für Neubau und Modernisierung (07.10.2026)
siehe zudem:
- Wärmepumpen im alternative Energien- und im Wärmetechnik-Magazin bei Baulinks.de
- Literatur / Bücher über Wärmepumpen bei BauBuch


