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Ingenieurbüros unter Druck: Längere Projektlaufzeiten und hoher Bürokratieaufwand

(30.10.2026) Im Rahmen einer Mitgliederbefragung wurden rund 4.900 Büros zu ihrer wirtschaftlichen Situation interviewt. Die Ergebnisse für das Berichtsjahr 2025 zeigen, mit welchen Herausforderungen Büros im Arbeitsalltag konfrontiert sind und welche Rahmenbedingungen ihre Arbeit prägen.

Die repräsentative Befragung wurde gemeinsam von Bundesingenieurkammer, Verband Beratender Ingenieure, Bundesarchitektenkammer und dem Ausschuss der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung durchgeführt.

(Bild: Bundesingenieurkammer) 

Verlängerung von Projektlaufzeiten

Für den Zeitraum der vergangenen 10 Jahre berichten 61 % der Büros von einer Verlängerung der Projektlaufzeiten über alle Leistungsphasen hinweg und nur 8 % von einer Verkürzung. Am stärksten betroffen sind dabei die Leistungsphasen 6 bis 8. Bei der Grundlagenermittlung inklusive Ausführungsplanung liegt das Verhältnis bei 48 zu 18 %. Die Befunde legen nahe, dass sich die Dauer von Planungs- und Vergabeprozessen über die vergangene Dekade verändert hat, mit entsprechenden Implikationen für die Kalkulationssicherheit der Büros.

(Bild: Bundesingenieurkammer) 

Projektarbeitszeit differenziert sich nach Bürotyp

Projektmitarbeitende wenden im Durchschnitt 73 % ihrer Arbeitszeit für unmittelbare Projektarbeit auf. Der Anteil liegt in Architekturbüros mit 79 % signifikant höher als mit 70 % in Ingenieurbüros. Dementsprechend entfallen im Durchschnitt rund jede vierte Arbeitsstunde auf nicht-projektbezogene Leistungen, wie Verwaltungstätigkeiten und bürokratische Anforderungen. 

(Bild: Bundesingenieurkammer) 

Mehrheit der Leistungen wird nach HOAI abgerechnet

Im Schnitt werden 51 % der Gesamtleistung nach den Regelungen der HOAI abgerechnet, wobei Architekturbüros mit 59 % deutlich häufiger abrechnen als Ingenieurbüros mit 45 %. Außerhalb der HOAI dominieren die Abrechnung nach geleisteten Stunden mit 40 % und das Fixhonorar mit 33 %.

Größere Büros rechnen überwiegend nach HOAI ab, während kleinere häufiger Stundenhonorare vereinbaren. Dies deutet darauf hin, dass mit zunehmender Bürogröße formalisierte Vertrags- und Honorarstrukturen an Bedeutung gewinnen.

Wirtschaftliche Lage bleibt angespannt

Die Ergebnisse der Befragung ergänzen die im Sommer veröffentlichten Erkenntnisse zur wirtschaftlichen Lage der Branche, die eine zunehmend unsichere Auftragslage zeigten. So meldeten 37 % der Ingenieurbüros im zweiten Halbjahr 2025 Auftragsrückgänge, 30 % hingegen Zuwächse. 

(Bild: Bundesingenieurkammer) 

Der durchschnittliche Auftragsbestand lag mit 11,3 Monaten zwar noch leicht über dem Vorjahreswert, dennoch rechneten 26 % der Ingenieurbüros für 2026 mit einem weiteren Rückgang. Als zentrale Hemmnisse nannten die Büros regulatorische Anforderungen, gestörte Projektabläufe und den wirtschaftlichen Abschwung.

Hintergrund: Gemeinsame Mitgliederbefragung von Bundesingenieurkammer (BIngK), Verband Beratender Ingenieure (VBI), Bundesarchitektenkammer (BAK) und dem Ausschuss der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung (AHO) im Mai und Juni 2026, durchgeführt von IW Consult und Reiß & Hommerich. 4.859 Architektur- und Ingenieurbüros beteiligten sich an der Befragung und gaben Auskunft zu ihrer wirtschaftlichen Situation im Geschäftsjahr 2025.

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